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Energie-Netzbetreiber E.dis AG sichert bis Ende des Jahresalle für Großvögel gefährlichen Masten und Anlagen

Sichere Landung für Storch & Co

Vor der Montage: Netzmeister Maik Jobs, Sebastian Götz, Michael Krüger und Hans-Joachim Dubek (v. l.) beim Einsatz in Kiehnwerder.
Vor der Montage: Netzmeister Maik Jobs, Sebastian Götz, Michael Krüger und Hans-Joachim Dubek (v. l.) beim Einsatz in Kiehnwerder. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 28.01.2016, 20:19 Uhr
Kiehnwerder/Seelow (MOZ) Binnen zwei Jahren realisiert der Netzbetreiber E.dis AG in Brandenburg ein besonderes Vogelschutzprogramm. In diesem Jahr wird es abgeschlossen. An allen für Vögel gefährdeten Stellen werden Schutzelemente angebracht.

Michael Krüger hat sich zeitig mit den Monteuren des Müncheberger Unternehmens Wilhelm Meyer verabredet. Der Letschiner ist der zuständige Mann von E.dis, der für die Monteure das Netz freischaltet, so dass sie in luftiger Höhe sicher agieren können. Er ist während der Montage stets mit vor Ort. Für Monteur Hans-Jürgen Dubek und Gehilfe Sebastian Götz ist der Auftrag nichts Neues. Der Kienitzer hat 2015 bereits im Auftrag des Netzbetreibers an zahlreichen Aufhöhungsmasten und Trafostationen Vogelschutzelemente montiert. An diesem Tag werden zwei Masten in Kiehnwerder ausgestattet. Der Seelower Netzmeister Maik Jobs erklärt das Prozedere: Auf das Ende der stromführenden Leitung kommt ein 60 cm langes schwarzes Plastikstück. Dazu wird auch die Verbindung vom Überspannungsleiter zur Freileitung isoliert. Die roten Plastikplomben markieren die einzelnen Verknüpfungen, bieten zusätzlich Schutz. "Damit wird verhindert, dass größere Vögel wie Kraniche oder Störche beim Flügelschlag die Leitungen berühren", erklärt Jobs. Bei 20 000 Volt bedeute solch eine Berührung unweigerlich den Tod des Tieres.

Gut zweieinhalb Stunden dauert die Montage der einzelnen Stücke pro Mast. Hans-Joachim Dubek tauscht in Kiehnwerder auch gleich die Überspannungsleiter am Mast aus. Denn der Aufwand für die Aktion ist nicht unerheblich. Die Firma muss mit einer speziellen Hebebühne anrücken. Im vergangenen Jahr seien im Seelower Bereich 54 Trafostationen und etwa 500 Masten auf diese Weise ausgestattet worden, berichtet der Netzmeister.

Die E.dis AG habe sich gegenüber dem Land verpflichtet, 2015 und 2016 alle für Vögel gefährlich werdenden Masten und Anlagen zu sichern, informiert Frank Guderian, Leiter Betrieb Verteilnetze bei E.dis. "Im Bereich Seelow wurden im vergangenen Jahr 170 000 Euro dafür ausgegeben. Damit sind 78 Prozent dieser Aufgaben erledigt", ergänzt Guderian. Zu den technischen Schutzmaßnahmen gehören Abdeckhauben, Isolierschläuche, Abweiser, Sitzstangen und Nisthilfen.

Zusätzlich stellt das Unternehmen kostenlos separate Masten für Storchen-Horste bereit. In der Region zwischen Lebus und Groß Neuendorf hat die E.dis in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Masthilfen errichtet oder Partnerfirmen damit beauftragt. "In den vergangenen zwei Jahren gab es keine Anfragen", sagt E.dis-Sprecher Horst Jordan. Die Ausstattung sei mittlerweile fast durchgängig erfolgt. 2013 sei mit Unterstützung der E.dis der letzte Storchen-Mast in der Region errichtet worden. Wenn es Bedarf gebe, könne man sich an das Unternehmen wenden, betont Jordan.

Beim Nabu Brandenburg begrüßt man die Maßnahmen ausdrücklich. "Sie sind allerdings längst überfällig", sagt Winfried Böhmer vom Nabu. Sie hätten schon bis 2012 erledigt sein müssen. Dass sie Sinn machen, zeigten die Beobachtungen in Gebieten, wo diese Schutzmaßnahmen bereits durchgängig realisiert wurden. "Viele Großvogelarten wurden durch Stromleitungen fast ausgerottet", weiß Böhmer. "Beim Weißstorch sehen wir die Erfolge besonders. Es gibt deutlich weniger Strom-Unfälle."

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