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Landwirtin muss 1200 Euro wegen Tiermisshandlung zahlen

© Foto: Oliver Schwers
Stefan Adam / 02.02.2016, 19:35 Uhr - Aktualisiert 02.02.2016, 21:45
Frauenhagen/Neuruppin (sta) Der Prozess gegen eine 54-jährige Landwirtin aus Linow (Ostprignitz-Ruppin) wegen Tiermisshandlung ist nach 18 Monaten vor dem Landgericht Neuruppin endgültig entschieden worden. "Das Verfahren gegen die Angeklagte ist gegen Auflagen vorläufig eingestellt worden. Die Landwirtin muss 1200 Euro an den Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin zahlen und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten", sagte Iris le Claire, Pressesprecherin des Landgerichtes.

Damit sei gleichzeitig ein weiteres Strafverfahren gegen die Angeklagte erledigt, das in der Berufung aus einem Urteil des Amtsgerichtes Neuruppin noch anhängig war. Erfüllt die Angeklagte diese Auflagen binnen sechs Monaten, wird das Verfahren endgültig eingestellt, so die Pressesprecherin. Wenn nicht, würden die Berufungsverfahren vor dem Landgericht Neuruppin weitergeführt.

Wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz war die Landwirtin im Juni vergangenen Jahres vom Strafrichter des Amtsgericht Schwedt zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau zur Last gelegt, ihre Pferde und Rinder vom November 2011 bis Februar 2012 in Frauenhagen (Uckermark) nicht artgerecht gehalten zu haben. In sieben Fällen wurde ihr damals vorsätzliche Tiermisshandlung durch Unterlassung vorgeworfen

Das Landgericht befand die Angeklagten nun in einem Fall für schuldig, im Januar 2012 in Frauenhagen (Uckermark) eine Kuh nicht ausreichend mit Nahrung und Wasser versorgt zu haben. Das bereits lahmende Tier wurde in einen Fangstand gebracht, wo es trotz Minustemperaturen keine Nahrung bekam.

Die Kuh musste durch einen Tierarzt eingeschläfert werden. Die Halterin ist ihrer Pflicht nicht gerecht geworden, das Tier war erheblichen Leiden ausgesetzt, hieß es in der Urteilsbegründung.

Zeugen berichteten, dass die Standfläche des Tieres vereist und keine Nahrung bereitgestellt wurde. Auch sei ein Großteil der Bestände an Rindern und Pferden unterernährt und in einem schlechten Zustand gewesen. Die Versorgung der Tiere mit Nahrung und Wasser war nicht immer gegeben, lautete die zumeist übereinstimmende Meinung der Zeugen.

Der Tierbestand wurde später abtransportiert oder beschlagnahmt. Einige Tiere verendeten, andere mussten durch Tierärzte eingeschläfert werden.

In einem Fall wurde eine kalbende Kuh entdeckt, die im Flussbett der Sernitz bei der Geburt ertrank. Nur Teile des Kalbes ragten beim Auffinden noch aus dem Geburtskanal.

Dennoch wurde die Frau in sechs weiteren Anklagepunkten freigesprochen beziehungsweise die Verfahren eingestellt, da der Landwirtin nach Auffassung des Gerichtes eine Pflichtverletzung nicht konkret nachgewiesen werden konnte. Sie hatte den Tierbestand eines Landwirtes übernommen, der schon mehrfach wegen ähnlicher Delikte rechtskräftig verurteilt wurde.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Verteidiger hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt.

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