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Lars Fischer aus Hohenselchow lässt kleine Spielfigur von Stadt zu Stadt pilgern

Mini-Luther auf Deutschlandreise

Vor der Kirche von Hohenselchow: Diese Playmobil-Figur in Gestalt von Martin Luther ist auf Deutschlandreise.
Vor der Kirche von Hohenselchow: Diese Playmobil-Figur in Gestalt von Martin Luther ist auf Deutschlandreise. © Foto: dpa
Eva-Martina Weyer / 11.02.2016, 05:45 Uhr
Hohenselchow (MOZ/dpa) Der 23-jährige Lars Fischer aus Hohenselchow kann sich derzeit vor Gesprächspartnern kaum retten. Er hat seine Spielfigur Martin Luther über Geocaching auf Reisen geschickt. Die Märkische Oderzeitung hat ein Foto von ihm und der Martin-Luther-Figur veröffentlicht. Jetzt wollen Bekannte, aber auch Fernsehsender wissen, wo sich seine Lutherfigur befindet.

"Zurzeit ist Luther in der Nähe von Paderborn", hat Lars Fischer zurückverfolgt. Die Geschichte ging im Sommer vorigen Jahres los. Ausgehend vom uckermärkischen Friedrichsthal ging der Reformator auf Reisen. "Inzwischen war er in Leipzig, Jena und Wittenberg", berichtet Lars Fischer. Er hat den Kirchenmann, der vor 500 Jahren seine Thesen zur Reformation der Kirche in Wittenberg veröffentlichte, als Playmobil-Figur zu den Wirkungsstätten des realen Luther geschickt - über Geocaching.

Bei dieser modernen Art von Schnitzeljagd wird ein Gegenstand versteckt und mit Hilfe von GPS-Signalen und Koordinaten gesucht. "Ich dachte, daraus lässt sich etwas machen", erzählt Lars Fischer, der im Pfarramt Hohenselchow für das Gemeindebüro und die Friedhofsverwaltung zuständig ist. Als 2015 ein MiniLuther als Playmobil-Figur auf den Markt kam, war die Sache für Fischer klar.

Der junge Mann versah die Figur mit einer Blechplakette - Travel Bug genannt - und Daten, die er ins Internet eintrug. "Da sieht man, wo die Figur ist, wo sie war und auch, wo sie hin soll." Die Spielfigur hatte beim Kauf einen kleinen Lageplan bei sich mit 36 Stationen, die im Zusammenhang mit Luther (1483-1546) stehen. "Den Plan habe ich genutzt und die Figur losgeschickt", berichtet Fischer. Wer die Figur findet, muss sie zu einem der nächsten Orte bringen und das im Internet vermerken.

Fischer packte den Plastik-Luther in eine Plastikbox im Friedrichsthaler Wald an einen Grenzstein an der früheren Grenze zwischen Brandenburg und Vorpommern. Sein Vorhaben begann allerdings mit einem Fehlstart. Der erste Finder holte die Figur ab, trug sich aber nicht in das digitale Logbuch ein. Die Figur war weg. Fischer kaufte ein Double. Kurz bevor er dieses verstecken wollte, tauchte die erste Figur wieder auf - in Leipzig. Seitdem reist Luther Nummer eins problemlos, Luther Nummer zwei steht auf Fischers Schreibtisch im Pfarramt. Der 7,5 Zentimeter große Reformator pilgert weiter durch Deutschland. Wichtig sei, dass die Figur bis zum Reformationstag 2017 die 36 Stationen bereist hat.

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