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Skurrile Gedanken und private Anekdoten

 Lesung musikalisch begleitet: Christian Bormann mit Annette Wiegand am Klavier.
Lesung musikalisch begleitet: Christian Bormann mit Annette Wiegand am Klavier. © Foto: Juliane Pieper
Juliane Pieper / 15.02.2016, 23:55 Uhr
Kraatz (jp) Rotwein mit Orangensaft, das schmeckt? Christian Bormann mixte am Sonnabend in der Kraatzer Kunstkate nicht nur ein aufregendes Getränk, sondern auch seine Gedanken, die dem Schauspieler bei Aufenthalten in und außerhalb der Stadt regelmäßig zufliegen.

"Deutschland privat" lautete der wiederkehrende Slogan der Veranstaltung. Annette Wiegand am Klavier hatte sich passend dazu schwarz-rot-gold in Schale geworfen. Ihre Hände ließ sie über die Tasten des Instrumentes springen, während Bormann zum Einstieg inbrünstig Erich Kästners "Großstadtliebe" schmetterte. Hektik, Alltag, Entfremdung - auch damals war nicht alles besser. Vielleicht sogar ähnlich wie heute. Es waren vielfach die flüchtigen Bekanntschaften und unscheinbare Momente, die Christian Bormann in Lyrik und Prosa empor hob und mit viel Leidenschaft polemisierte. "Man schreibt ja wie verrückt" sagte der Künstler am Sonnabend. Seinem Kraatzer Publikum berichtete er von Weisheiten, die er bei seinen Streifzügen durch den öffentlichen Raum aufgabelte ("Warum soll ich mich verlieben, wenn man Sachen mit Käse überbacken kann?").

Aber auch scheinbar ganz Privates kam zur Sprache, als Bormann von einer Diskussion mit der eigenen Mutter berichtete. So stellte sich den beiden vor Jahren die Frage: Soll Papas gutes Jacket mit ihm zusammen eingeäschert werden oder behalten wir es lieber? Bormann behielt es und trug es bei seinem Auftritt am Samstagabend zur Schau. Nicht alles hatte Christian Bormann dabei einstudiert, wie er selbst zugab. Viele seiner Bemerkungen zwischen Text und Gesang kamen spürbar spontan.

Das Publikum in der Kraatzer Kunstkate brachte Christian Bormann am Sonnabend abwechselt zum Lachen und zum Nachdenken, frei nach dem Motto: "Wenn's auch nicht immer schmeckt, so muss es doch zumindest einmal serviert werden."

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