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In den Ortsteilen fehlen Gastronomie und touristische Infrastruktur / Kleine Schäferei Biesenbrow füllt Lücke

Von der Weide auf den Teller

Ein Team mit Visionen: Luca und Peter Klos betreiben die Kleine Schäferei in Biesenbrow und haben den alten Stall zu einem gemütlichen Speiseraum mit eigener Küche, Kamin und großer Glasfront zum Hof ausgebaut, um hier auch Gastronomie anbieten zu können.
Ein Team mit Visionen: Luca und Peter Klos betreiben die Kleine Schäferei in Biesenbrow und haben den alten Stall zu einem gemütlichen Speiseraum mit eigener Küche, Kamin und großer Glasfront zum Hof ausgebaut, um hier auch Gastronomie anbieten zu können. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 18.02.2016, 05:45 Uhr
Biesenbrow (MOZ) Unzureichende touristische Infrastruktur und fehlende Gastronomie in den Ortsteilen sind ein Manko, das die Erholungsortentwicklungskonzeption für Angermünde aufzeigt. In Biesenbrow wird gerade gezeigt, dass es besser geht.

Gemischter Salat mit Honig-Vinaigrette und Schafshartkäse als Vorspeise, geschmortes Skuddenlamm mit Kartoffelgratin, Gemüse der Saison und zum Dessert selbstgemachte Apfel-Quitten-Tarte - dieses Menü stammt nicht etwa aus der Karte eines Berliner Gourmetrestaurants. Es wird in einem ehemaligen Schafstall im kleinen Uckermark-Dorf Biesenbrow aufgetischt, frisch gekocht mit Zutaten aus dem eigenen Garten, der eigenen Weide und Produzenten aus der Nachbarschaft. Luca Klos ist der "Zauberer" am nagelneuen Herd in der nagelneuen Küche der Kleinen Schäferei. Hier hat der 28-jährige Koch aus Berlin nicht nur seinen Traumjob, sondern auch eine Lebensperspektive gefunden. Zwischen Schafherde, Trecker und Gemüsegarten will der junge Mann bleiben. Er ist in den kleinen Betrieb seines Vaters eingestiegen und wird ihn perspektivisch weiterführen. Peter Klos hatte Anfang der 1990er-Jahre die Hofstelle in Biesenbrow gekauft und mit fünf Schafen angefangen, eine kleine Landwirtschaft aufzubauen. Als Nebenerwerb richtete er eine Ferienwohnung und einen Schlafboden ein. Die Kleine Schäferei in Biesenbrow ist mittlerweile ein Geheimtipp vor allem für Großstädter. Neben inzwischen rund 150 Schafen betreut Peter Klos Urlauber, Radwanderer und Kindergruppen, vor allem aus Berlin und Potsdam, viele von ihnen Stammgäste. Die Kleine Schäferei ist auch eine Station für Eselwanderungen. "Viele Gäste sind ganz erstaunt, dass wir tatsächlich Schafe haben. Die nehme ich dann im Jeep mit zur Herde und sie sind ganz aus dem Häuschen", erzählt Peter Klos. Mit seinen Skudden, die kleinste deutsche Schafrasse, betreibt er Landschaftspflege im Naturschutzgebiet. Außerdem liefern die Schafe Fleisch, das Sohn Luca in seiner Küche verarbeitet. "Wir vermarkten nichts, alles landet direkt auf dem Teller." Die Gastronomie ist nun das dritte Standbein der Kleinen Schäferei und füllt eine Lücke in der Region. Weder in Biesenbrow noch in den umliegenden Dörfern gibt es derzeit Gastronomie. Zwar betreibt die Kleine Schäferei kein Restaurant mit regelmäßigen Öffnungszeiten, doch nach Bedarf können Gäste der Pension, Gruppen, oder Familienfeiern aus dem Ort beköstigt werden. Dafür haben die Betreiber den ehemaligen Stall zu einem gemütlichen Gemeinschaftsraum mit Kamin und riesiger Glasfront zum Hof ausgebaut. Peter Klos, der Mitglied im Tourismusverein Angermünde ist, hofft, dass sein neues Angebot ein Mosaikstein im Tourismusbild der Region ist und Angermünde noch bekannter macht.

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