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Hohenbruch: Umzugsservice für Störche

So hoch kommt kein Waschbär: Roland Heigel richtet den Hohenbrucher Störchen ein neues, sicheres Nest ein.
So hoch kommt kein Waschbär: Roland Heigel richtet den Hohenbrucher Störchen ein neues, sicheres Nest ein. © Foto: MZV
Eva Eismann / 04.03.2016, 09:15 Uhr
Hohenbruch (OGA) Die Störche können kommen. Auf dem Reiterhof Wall in Hohenbruch hat Roland Heigel, Storchenbeauftragter des Nabu, ihnen gerade erst einen neuen, waschbärsicheren Horst angelegt.

Vom "gemachten Nest" will Heigel zwar nicht sprechen. Das Nistmaterial müssen sich die Vögel immerhin noch selbst zurecht schieben. Aber die Unterkonstruktion aus verflochtenen Zweigen hat der Naturschützer schon für sie platziert. "Je höher das Nistmaterial schon liegt, desto attraktiver ist ein Standort für die Störche", erklärt der Experte. Auf einer Stahlplattform thront das Nest jetzt über dem Reiterhof.

Etwa drei- bis vierhundert Euro lässt sich der Naturschutzbund (Nabu) Regionalverband Oranienburg eine solche Halterung kosten. Den langen Betonmast hat der Stromversorger Edis gesponsert. Früher hingen daran Mittelspannungs-Stromleitungen; jetzt soll er Eier und Jungstörche vor Waschbären schützen.

Die waren nämlich das Problem am alten Standort, erklärt Roland Heigel. Schon seit 2008 hat auf dem Nachbargrundstück des Reiterhofs jährlich ein Paar genistet, erzählt der Storchenexperte. "Zwei, drei Jahre lang haben sie da auch Junge großgezogen. Aber der niedrige Schornstein dort ist ja keine Hürde für Waschbären."

Ein Ansprechpartner war für das verwahrloste Grundstück nicht zu finden. Aber Reiterhof-Betreiber Hans Wall nebenan gab sich mit einem künstlichen Nest auf seinem Dach als Storchen-Fan zu erkennen und war gerne bereit, die Vögel auf seinem Hof willkommen zu heißen.

Den Umzug von Storchennestern habe er "schon öfter praktizieren müssen", sagt Heigel, wenn etwa ein Nest marode wird oder Baumaßnahmen die Tiere behindern würden. "Das hat bisher immer geklappt." Allerdings suche er die neuen Standorte auch entsprechend aus: "Ich muss mir sicher sein; ich stelle nicht einfach irgendwo einen Mast hin." Wichtig ist Heigel zufolge vor allem ausreichend Nahrung - und die sei in Hohenbruch vorhanden. "Störche brauchen Wiesen. Sonst hat man ja überall diese Vermaisung."

Vom Hubwagen aus verteilt der Storchenbetreuer noch etwas Original-Nistmaterial als Nestmulde. Den Fahrer kennt Heigel schon von ähnlichen Einsätzen: "Es macht sich gut, wenn erfahrene Leute dabei sind, die wissen, was wir als Naturschützer haben wollen." Das große Ziel laut Heigel: "Wir haben die Hoffnung, dass die Hohenbrucher Störche am neuen Standort ihre Brut erfolgreich durchkriegen."

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