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Jana Wagner aus Biegen ist derzeit alleinig für das Amtsgebiet zuständig und hätte gern weiteren Mitstreiter

Odervorland sucht Schiedsperson

Freut sich über Mithilfe: Jana Wagner, hier vor ihrem Haus in Biegen, ist derzeit Odervorlands einzige Schiedsperson.
Freut sich über Mithilfe: Jana Wagner, hier vor ihrem Haus in Biegen, ist derzeit Odervorlands einzige Schiedsperson. © Foto: Cornelia Link
Cornelia Link / 07.03.2016, 06:20 Uhr
Biegen/Briesen (MOZ) Das Amt Odervorland sucht zum nächstmöglichen Termin eine zweite Schiedsperson zur Schlichtung von Streitigkeiten am Gartenzaun. Darüber würde sich auch Jana Wagner aus Biegen freuen, die mit der Arbeit derzeit allein betraut ist. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Jahrelang war Dieter Hilpmann aus Jacobsdorf der Schiedsmann für Odervorland. Der Kameramann hat allerdings seinen Posten zum Jahresende aufgegeben, weil er dafür keine Zeit mehr hatte. Das hat Odervorlands Amtsdirektor Peter Stumm bekannt gegeben und in diesem Zusammenhang gleich einen Aufruf hinterher geschoben. Gesucht werde eine zweite Person für die Schiedsstelle. Mitbringen sollte man für das Ehrenamt "einen gesunden Menschenverstand und Lust auf den Job".

Freuen würde sich über die Unterstützung auch Jana Wagner. Sie ist nach dem Rückzug von Hilpmann nun von der Stellvetreterin nach oben in die Schiedsstelle gerückt. Die 45-Jährige Mutter einer erwachsenen Tochter lebt in Biegen und ist in ihrer Freizeit auch Fischerei-Aufseherin. Das Ehrenamt der Schiedsperson betreut sie seit Anfang 2014, gewählt wurde sie damals vom Amtsausschuss bis 2019. "Wir bräuchten jemanden mit Zeit und Lust, der aber auch ein bisschen Ahnung von Aktenlage hat", sagt Jana Wagner. Ideal, aber kein Muss, seien ältere Personen wie pensionierte Polizisten oder Lehrer. "Der Job ist nicht so dramatisch, aber man muss ein PC-Programm bedienen können, auch Ladungen und Kostenrechnungen ausstellen können." Sie ist gerne Schiedsfrau in Odervorland. "Das macht mir Spaß", sagt die Rechtsanwältin, die in Frankfurt arbeitet. Ihr Beruf sei zwar förderlich, das sollte aber Interessenten für den Posten nicht abschrecken. "Man wird ja an einem Wochenende bei einem Starter-Seminar geschult."

Überzeugt ist Jana Wagner, dass ein Schiedsverfahren eine gute Sache ist. "Wenn zwei Leute sich streiten, braucht es manchmal einen dritten, der nicht aus dem privaten Umfeld kommt, sondern von außen." Akzeptiert wurde sie bislang immer. "Oft eskaliert es zwischen Nachbarn, wenn die Hecke stört oder der Baum oder das Laub." Manchmal hat sie viel zu tun, manchmal ist es ruhig. Die "Kundschaft" komme aus alten Altersschichten. "Erst wenn es keine Einigung gibt, geht es vor Gericht weiter." Über die Schiedsstelle seien die Chancen aber groß, die Probleme zu lösen - mit einem für beide Seiten vertretbaren Ergebnis, damit sich keiner als Gewinner oder Verlierer fühlt.

Die Sprechstunde der Schiedsstelle findet jeden ersten Dienstag im Monat, 17 bis 18 Uhr, im Obergeschoss des Briesener Amtshauses statt. Nächster Termin ist am 5. April. "Schön wäre, wenn sich schnell jemand findet, denn ich kann ja auch mal krank werden", sagt Jana Wagner. Eine formlose Bewerbung sei ausreichend. Detailliert erklärt Ines Leischner, Mitarbeiterin im Briesener Amt für zentrale Dienste und Finanzen, die Voraussetzungen: Mindestens 25 Jahre alt muss man sein, im Amtsgebiet leben. Vorbildung sei nicht nötig. Eingesetzt werde man als Schlichter bei verschiedensten Streitigkeiten. Weitere Informationen erteilt Ines Leischner unter Telefon 033607 89721.

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