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Vogelsänger: Die Milch gehört zur Zukunft des Havellands

Besuch auf Krabbenborg Gut Berge: Agrarminister Jörg Vögelsänger, Udo Folgart, Martin Gorholt, Marten Peter und Stev Krabbenborg.
Besuch auf Krabbenborg Gut Berge: Agrarminister Jörg Vögelsänger, Udo Folgart, Martin Gorholt, Marten Peter und Stev Krabbenborg. © Foto: MOZ/Faltin
Norbert Faltin / 16.03.2016, 19:30 Uhr
Berge/Nauen (MOZ) Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) besuchte am Mittwoch die Krabbenborg Gut Berge GmbH. Die Großmolkerei hat im letzten August eine neue Milchviehanlage für 1.000 Rinder in Betrieb genommen. Bei einem Rundgang durch die drei neuen Hallen erläuterten der Geschäftsführer Stev Krabbenborg und sein Partner Marten Peter dem Minister und seinem Tross die wirtschaftliche Situation der hiesigen Milchbauern, die zurzeit alles andere als rosig ist. Udo Folgart (SPD), Präsident des Landesbauernverbandes, begleitete an seinem letzten Tag als Bauernpräsident den Minister.

Krabbenborg sagte auf seinem Rundgang, er habe es nicht bereut, damals im Havelland gut fünf Millionen Euro in den Neubau investiert zu haben. "Unter den jetzigen Rahmenbedingungen, also auch dem niedrigen Milchpreis, wird die wirtschaftliche Situation für unseren Betrieb existenzbedrohend", klagte er, und ein Licht am Ende des Tunnels sei derzeit nicht erkennbar. Vogelsänger indes versprach dem Milchbauern indes, sich für die Milchbauern stark zu machen, schließlich gehöre auch die Milch zur Zukunft des Havellandes. "Der Preis für einen Liter Milch von derzeit 23 bis 25 Cent ist einfach unakzeptabel. Nicht jeder Betrieb ist so modern aufgestellt wie dieser hier. Aber ich bin stolz auf die Betreibe, die sich in diesen kritischen Zeiten trauen zu investieren", so der Minister.

Die Molkerei beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter, Tendenz steigend. 700 Milchkühe verteilen sich in den drei Hallen, insgesamt 1000 Kühe sind geplant. Aus Sicht des Kreisbauernverbandes sind moderne Tierhaltungen wie in Berge eine Voraussetzung, um unter diesen Bedingungen die Milchproduktion in der Region zu halten. Johannes Funke vom Kreisbauernverband sagt: "Milch gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Um in den Milchprüfungen des Landeskontrollverbands zu bestehen, müssen die Landwirte in die Gesundheit ihrer Tiere, die Hygiene beim Handling der Rohmilch und in die Organisation der betrieblichen Abläufe bis zur Ablieferung an die Molkereien viel Sachverstand aufwenden", betonte er. Auch Folgart war sichtlich beeindruckt von der Großanlage und bemerkte während des Rundganges: "Jedes einzelne Tier macht einen gesunden und zufriedenen Eindruck. Hier gibt es keinen Lärm, keinen Gestank - und die Kühe können beinahe überall hingehen, wo sie wollen", schwärmte er.

Zum Stichtag 3. November 2015 gab es im Land Brandenburg 561.900 Rinder. Das waren 5.000 Rinder weniger als im Mai des Jahres (minus 0,9 Prozent). Die Zahl der Rinderhaltungen stieg dagegen um 1,0 Prozent auf 4.400. Der Bestand an Milchkühen verringerte sich um 1.500 auf 162.800 Tiere (minus 0,9 Prozent).

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