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Bornow ab Mitte Mai dicht

Ruth Buder / 30.03.2016, 19:36 Uhr
Bornow (MOZ) Die Bauarbeiten in Bornow kommen langsam in die heiße Phase. Ab Mitte Mai wird die B 246 in der Ortslage gesperrt - für vier Monate. Seit zwei Wochen steuert im Kurvenbereich am Ortsausgang bereits eine Bauampel den Verkehr.

Mit großer Sorge sieht Wolfgang Pfeiffer, der Betreiber einer Autowaschanlage und eines Pkw-Service in Bornow, der Vollsperrung entgegen. "Ich werde einen Totalausfall haben und auf den laufenden Kosten sitzenbleiben. Für mich ist das ein Riesenproblem, das ist ein herber Verlust. Obwohl es mich freut, dass alles erneuert wird", sagt der 60-Jährige.

Bei der Bauberatung am Montag zeichnete sich keine Ausnahmelösung für Pfeiffers Unternehmen ab. "Dann könnte ja jeder sagen, er wolle in die Waschanlage und einfach durchfahren", hieß es. Wer aber einen Termin bei Pfeiffer wegen Unterbodenpflege oder Reifenservice habe, könne auf der Rettungsgasse, die für Krankenwagen und Feuerwehr eingerichtet werden muss, passieren. Wolfgang Pfeiffer bittet alle Kunden, noch vor der Sperrung seine Dienste in Anspruch zu nehmen. "Wir haben keine Einnahmen, müssen aber für den neuen Geh- und Radweg einen vierstelligen Anliegerbeitrag bezahlen. Gerechter fände ich, wenn die Kosten auf alle Nutzer und nicht nur auf die Anlieger verteilt würden", nennt Pfeiffer einen weiteren wunden Punkt.

Für die anderen Bürger Bornows dürften die Bauarbeiten zwar beschwerlich, aber nicht geschäftsschädigend sein. In der Regel soll jeder auf sein Grundstück kommen, nur wenn die Zufahrten gebaut werden, müsste das Auto auch mal einen Tag außerhalb parken.

Seit zwei Wochen regelt bereits eine Bauampel den Verkehr im Kurvenbereich an der Kirche. Hier wird der Geh- und Radweg direkt bis an die Straße gebaut. Deshalb ist diese Einschränkung nötig", sagt Polier Frank Kirschke, der selbst in Bornow wohnt und für die Beeskower Firma Kurylyczyn arbeitet. Die ist Hauptauftragnehmer für alle Arbeiten, bedient sich nur einiger Subunternehmen. Für den Bau der Straßenbeleuchtung ist zum Beispiel die Firma Sztankovicz zuständig. Mit im Boot sind auch der Wasser- und Bodenverband sowie der Wasser- und Abwasserzweckverband Beeskow und Umland, der in Bornow den Straßenbau nutzt, um Trinkwasserleitungen zu erneuern. Hier wird auch ein Regenwasserkanal eingebaut, über den das Wasser in eine Sedimentanlage, die bereits fertiggestellt ist, gereinigt in die Gräben und den Teich läuft. Gebaut wird auch eine Verkehrsinsel am Ortseingang aus Richtung Beeskow. "Diese dient den Radfahrern, die aus Beeskow kommen zur Überquerung der Straße, denn der Radweg führt in der Ortslage auf der anderen Straßenseite weiter. Außerdem versprechen wir uns mit der Insel eine Verkehrsberuhigung", erklärt Planer Jörg Bastian vom Ingenieurbüro Hoch und Tief. Die Sperrung nutzen auch die Archäologen für ihre Untersuchungen. "Das ist Vorschrift bei Tiefbauarbeiten in allen alten Ortskernen", sagt Thomas Gantzkow vom Architekturbüro BNB. Besonderes Interesse gilt einem als Bodendenkmal eingetragenen spätbronzezeitlichen Gräberfeld.

Bei Sperrung müssen Kraftfahrer eine weitläufige Umleitung über Groß Rietz in Kauf nehmen. Nur die Busse dürfen einen kurze Umfahrung über den asphaltierten Landwirtschaftsweg zwischen Birkholz und Bahnübergang Bornow nutzen. "Diese Straße ist für jeglichen anderen Verkehr gesperrt und wird über Schranken gesichert", erklärt Silke Post, zuständige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. "Alle Beteiligten arbeiten hier unter großem Zeitdruck, um den Zeitplan einzuhalten. Die Arbeiten sind so abgestimmt, dass sie auch parallel laufen können."

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