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Würdige Erinnerung an die Vorfahren

Restaurierte Ruhestätte der Gutsbesitzerfamilie: Margarita und Gerd Meyer trafen sich mit den Helfern Fred Wenk (l.), Andrea Gerber (Mitte.) und Kevin Seehagen (2.v.r.) auf dem Friedhof.
Restaurierte Ruhestätte der Gutsbesitzerfamilie: Margarita und Gerd Meyer trafen sich mit den Helfern Fred Wenk (l.), Andrea Gerber (Mitte.) und Kevin Seehagen (2.v.r.) auf dem Friedhof. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 05.04.2016, 06:40 Uhr
Jamikow (MOZ) Die Gutsbesitzer-Familie Meyer gestaltete fast ein Jahrhundert lang die Geschichte von Jamikow und Kummerow mit. Ein Vorfahre hat die Grabstelle restaurieren lassen. Dieser Tage dankte Gerd Meyer allen Beteiligten.

Gerd Meyer aus der Nähe von Bremen reist über Sommer mit seiner Frau gerne übers Land. Am liebsten mit dem Fahrrad. Der begeisterte Ahnenforscher kam dabei schon durch viele Dörfer der Uckermark und besuchte etliche Friedhöfe. "Ich finde die Uckermark einfach toll", sagt er. Vielerorts findet Gerd Meyer dabei Spuren seiner Vorfahren. Er stammt aus einer Großfamilie, deren Angehörige in jedem dritten Dorf der Uckermark Gutsbesitzer oder Gutspächter waren. Dazu gehören auch die Bosselmanns, die Ende des 19. Jahrhunderts das Gut Sternfelde kauften.

Bei seinen Touren durch die Region kam Gerd Meyer Ende der 1990er-Jahre auch nach Jamikow und stieß hier auf dem Friedhof auf die Grabstätte der Gutsbesitzerfamilie Meyer. "Mein Herz hat höher geschlagen. Wir haben einige Grabplatten entdeckt, die vom Efeu zugewuchert waren und haben sie freigeschaufelt", erzählt Gerd Meyer, der ganz gerührt war, hier noch Erinnerungen an seine Ahnen zu entdecken. Dass sie hier begraben wurden, war verbürgt. Das letzte Familienmitglied wurde Anfang des 20. Jahrhunderts hier beerdigt. "Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass noch etwas vorhanden ist", sagt seine Frau Margarita. "Es war uns eine Herzensangelegenheit, das in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, was noch vorhanden ist", erklärte Gerd Meyer.

Meyer hat von seinem Vater einen großen geschichtlichen Fundus übernommen. Den hat er aufgearbeitet und durch eine eigene Überarbeitung angereichert. Weitere interessante Informationen erhielt er durch die Chronik zum 670. Geburtstag Jamikows im vergangenen Jahr, die Andrea Gerber gestaltete. Im gleichen Jahr begann er, die Grabstelle der Meyers in Jamikow restaurieren zu lassen. Kürzlich ist das Areal, auf dem elf Familien-mitglieder begraben wurden, fertiggestellt worden. Es befindet sich rechts des Haupteinganges und war eingefasst von einem schmiedeeisernen Zaun, von dem noch sieben Felder übrig geblieben sind. Daran ist eine Tafel angebracht, die Auskunft über die Familie gibt, die hier ihre letzte Ruhestätte fand.

Der Zaun und eine gusseiserne Grabplatte wurden schon zum Jamikower Ortsjubiläum fertiggestellt, restauriert von der Firma Schlosserei-Metallbau Wenk in Schwedt. Die Firma Seehagen aus Herrenhof hat in diesem Jahr zwei marode Grabsteine wiederhergestellt. Er habe sich schwer getan, diesen Auftrag anzunehmen, gestand Kevin Seehagen jetzt bei der Übergabe ein. Aber er habe gemerkt, dass es sich dabei um eine Herzensangelegenheit handelte. "Die Grabsteine wurden komplett vom Grünspan befreit, gereinigt, imprägniert und die Bruchstellen zusammengeharzt", erzählt er. Auf einem der beiden Steine, die an die beiden Frauen des ersten Gutsbesitzers erinnern, konnte die Schrift allerdings nicht mehr hergestellt werden.

"Es ist sehr schön geworden", lobte Gerd Meyer. "Dankeschön an die Jamikower, dass sie über all die Jahre die Grabstelle belassen und so gut es ging gepflegt haben."

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