Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bürger in Jessern wollen Gaststätte behalten

Sorgenvolle Blicke: Viele Bürger von Jessern befürchten, dass mit dem Verkauf des Lindenhof nicht nur das kulturelle Zentrum aus dem Ort gerissen wird, sondern dass Jessern ein attraktives Ausflugsziel für Urlauber verliert.
Sorgenvolle Blicke: Viele Bürger von Jessern befürchten, dass mit dem Verkauf des Lindenhof nicht nur das kulturelle Zentrum aus dem Ort gerissen wird, sondern dass Jessern ein attraktives Ausflugsziel für Urlauber verliert. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 07.04.2016, 06:55 Uhr
Jessern (MOZ) Seitdem bekannt ist, dass die Gemeinde Schwielochsee den Lindenhof in Jessern veräußern möchte, regt sich Widerstand gegen das Vorhaben. Einige Bürger kritisieren, dass der Ort dann keinen Versammlungssaal mehr hat. Bürgermeister Hilgenfeld kündigt eine Lösung an.

Das Parlament der Gemeinde Schwielochsee wird sich auf seiner kommenden Sitzung am 18. April mit der Veräußerung dreier kommunaler Immobilien befassen, darunter mit dem Verkauf des Lindenhofs in Jessern. Dagegen regt sich Widerstand. Denn die 1801 gegründete Gaststätte wird im Dorf auch als Bürgerzentrum genutzt. Hier finden Einwohnerversammlungen und Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr statt, Senioren treffen sich hier regelmäßig und sowohl bei fröhlichen als auch bei traurigen Familienanlässen bietet die Gaststätte einen Anlaufpunkt. Die Gaststätte ist auch das offizielle Wahllokal des Ortsteils.

Die Gaststätte hat in den letzten Jahren schon einige Pächter kommen und gehen gesehen. Zuletzt pachtete Familie Schuster das Anwesen, zu Jahresende gaben die Gastleute das Geschäft auf. "Die Pacht war in den Wintermonaten zu hoch", so Peter Schuster. Seit März steht der Gebäudeteil mit der Gaststätte leer. Wie der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Schwielchsee, Rainer Hilgenfeld mitteilt, sei der Unterhalt des Gebäudekomplexes, zu dem die Gaststätte samt Saal sowie einige Nebengebäude gehören, für die Gemeinde zu teuer. Gleiches gelte für die kommunalen Immobilien Alte Schule in Goyatz und Alte Schule in Mochow, die ebenfalls verkauft werden sollen.

Hilgenfeld strebt an, die Gaststätte aus den Gebäudeensemble herauszulösen. Die Nebengebäude des Objekts sollen nach dem Verkauf des Gaststättenteils den Bürgern erhalten bleiben. "Ich setzte mich dafür ein, dass wir in Jessern einen Versammlungsraum, einen Raum für den Jugendklub und eine ordentliche Küche erhalten." Die Kosten für den Umbau der entsprechenden Gebäudeteile solle durch den Verkauf der Immobilien gedeckt werden. "Über diese Dinge werden wir am 18. April reden." Laut Hilgenfeld sei es nicht nur teuer, ein so großes Objekt zu bewirtschaften, sondern, bezogen auf die Gesamtgemeinde auch nicht verhältnismäßig. "Es gibt Ortsteile, die haben gar keinen Gemeinderaum, etwa Klein- und Groß Liebitz." Der Gemeinderaum in Guhlen, der in einem alten Wiegehäuschen untergebracht ist, sei nur vier mal vier Quadratmeter groß. In der Gemeinde Schwielochsee leben derzeit etwa 1600 Bürger, davon bewohnen 220 den Ortsteil Jessern.

Die Bürger von Jessern haben inzwischen einen Unterschriftenliste angefangen, um für ihre "Bürger-Gaststätte" zu kämpfen. Innerhalb weniger Tage sind bereits 100 Unterschriften zusammengekommen. "Der Lindenhof ist unser einziger kultureller Mittelpunkt, der muss uns erhalten bleiben", so fasst Ortsvorsteher Thomas Lorenz die Forderung zusammen. Der Ortsvorsteher befürchtet, dass Jessern ohne die beliebte Gaststätte auch für Touristen an Attraktivität einbüßt.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG