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Dorfgemeinschaft nimmt Gutshaus in Obhut

Jonny Kelterbaum hilft dem Verein.
Jonny Kelterbaum hilft dem Verein. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Michael Dietrich / 11.04.2016, 07:55 Uhr
Felchow (MOZ) Dieser Frühjahrsputz hatte es in sich. Einen ganzen Kellergang im Gutshaus galt es neu zu pflastern, den Teppich samt Mobiliar im ehemaligen Jugendklub hinaus zu werfen, den Laubengang zu reparieren und neu zu bepflanzen, den nicht enden wollenden Gutspark von Wildwuchs zu befreien und den Spielplatz des Ortes wieder auf Vordermann zu bringen.

Der Dorfgemeinschaftsverein Felchow hatte für Sonnabend zum Arbeitseinsatz aufgerufen. Bei bestem Wetter hätten die Mitglieder sicher auch zu Hause in den Gärten und Höfen genug zu tun. Das Gutshaus, zentrales Gebäude im Ort und Treff für jede Art von Feiern und Veranstaltungen, liegt den Einwohnern aber offensichtlich sehr am Herzen. 16 Mitglieder und Helfer kamen, um mit anzupacken. Und sicher auch die Bereitschaft zu zeigen, die Sache mit dem Guthaus künftig selbst die Hand zu nehmen.Seit Jahresbeginn ist der Verein so etwas wie der Hausverwalter, übt die Schlüsselgewalt gegenüber Mietern im Kaminzimmer oder Saal aus und hat so einige Pläne. Angefangen mit einem eigenen Vereinszimmer, vielleicht sogar einmal mit einem Feierraum im Gewölbekeller.

Unter den Freiwilligen beim Arbeitseinsatz war auch Brigitte Hoppe, die längst nicht mehr in Felchow wohnt, sich aber noch mit ihrer alten Heimat und dem Gutshaus verbunden fühlt. Sie half beim Ausräumen des Jugendklubs, der nun so eine Art Vereinstreff werden soll. Sie und Vereinschef Günter Berger begutachteten den frei gelegten Holzfußboden. Noch wissen sie nicht, ob er aufgearbeitet werden kann oder einen neuem Belag zum Beispiel aus Laminat erhalten soll.

Richard Golchert beschnitt die Rankbepflanzung am Laubengang vor dem Gutshaus und pflanzte an den Stellen neue, an denen der Rasenmäher vom Amt die alte Bepflanzung in Mitleidenschaft gezogen hatte. Jonny Kelterbaum ist gar kein Vereinsmitglied, dennoch packte er mit Ortsvorsteher Sven Golling und vielen anderen Männern mit an, im Keller den Fußboden wieder aus alten Backsteinen zusammenzupuzzeln. Derweil stopften Janine Köhn und weitere Frauen im Park Laub und Strünke von Wildwuchs in große Behälter und die Frau des Vereinschefs säuberte die Anlagen auf dem Spielplatz.

"Wenn wir die Arbeit auf viele Schultern verteilen, dann schaffen wir das", ist Günter Berger optimistisch. 43 Mitglieder hat der Verein. Die Vermietung im Gutshaus werde besser klappen, wenn die Fassade saniert wird, wie es Bürgermeister Manfred Schroeder ihnen versprochen hatte, sagt Berger. "Derzeit schreckt der Anblick ab. Aber wir hoffen, dass die Gemeinde dieses Jahr, spätestens nächstes Jahr das Geld dafür aufbringt", erinnert der Vereinschef. Manfred Schroeder schätzt die Kosten dafür auf 120 000 Euro.

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