Das Nachrichtenportal für Brandenburg

Tour de MOZ: Radeln von Kanal zu Kanal

Die Route: Start ist Sonnabend, 10 Uhr in Brieskow-Finkenheerd, Länge: 35 Kilometer
Die Route: Start ist Sonnabend, 10 Uhr in Brieskow-Finkenheerd, Länge: 35 Kilometer © Foto: MOZ
Ralf Loock / 13.04.2016, 11:45 Uhr - Aktualisiert 13.04.2016, 11:56
Brieskow-Finkenheerd (MOZ) Auf dem Fahrradausflug kann man am Sonnabend in den Niederungen der Oder und am Unterlauf der Schlaube Heimatgeschichtliches entdecken. Auch auf Tiere und Pflanzen wird bei der Exkursion aufmerksam gemacht.

Ausgangspunkt der Radtour am Sonnabend ist der Fischereibetrieb Schneider in Brieskow-Finkenheerd. Gleich am Start haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich noch für die Rundfahrt zu stärken (Frühstücksangebot ab 9 Uhr) und Interessantes über den Fischereibetrieb zu erfahren.

Die Tour folgt dem Oder-Neiße-Radweg in Richtung Süden bis Aurith. Von diesem Oderdorf geht es davon quer durch die Niederung nach Ziltendorf. Erläuterungen zur reichhaltigen Tierwelt und zur landwirtschaftlichen Nutzung gehören auf diesem Abschnitt mit dazu. Auf der Fahrt von Brieskow-Finkenheerd nach Ziltendorf wollen Ornithologen an zwei Stationen über die Vögel in der Ziltendorfer Niederung berichten. In dem Gebiet hatte erst kürzlich ein Naturschützer etwa 1750 Saatgänse, etwa 900 Blässgänse und 14 Graugänse gezählt. In Aurith kann man auch in die Gaststätte Bauernstübchen einkehren.

Mit diesen Eindrücken geht es weiter nach Pohlitz zum Verkehrslandeplatz. Hier gibt es nicht nur Flugzeuge am Boden zu bestaunen. Auch Mitfliegen ist bei dieser Rast erwünscht. Wer möchte kann die Landschaft aus der Vogelperspektive genießen. Bei schlechtem Wetter wird im „Saal“ bzw. im Hangar geflogen und dies machen die Modellflieger.

Nach dieser Pause ist Rautenkranz am Oder-Spree-Kanal, der in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, das nächste Ziel. Die 22-Seelen-Gemeinde bleibt am Rande liegen und Groß Lindow wird erreicht und damit wieder das Amtsgebiet Brieskow-Finkenheerd. An der ehemaligen Grenze zwischen Sachsen und Preußen ist eine Rast in den „Preussenstuben“ geplant, die Gaststätte liegt direkt am Friedrich-Wilhelm-Kanal.Heute denken viele, Sachsen liegt weit weg im Süden. Dabei ist dies eine recht neue Regelung, vor 250 Jahren begann das sächsische Territorium bereits im Schlaubetal. Daher gab es früher in Schlaubehammer an der preußisch-sächsischen Grenze ein Zollhaus. Das Fachwerk-Gebäude steht noch heute. Zu der Schlaubehammer Anlage gehörten einst ein Stall, eine Scheune und eine Schmiede.Im heutigen Groß Lindow lohnt auch ein Besuch der Kirche mit der einzigen in Deutschland bespielbaren Bütow-Orgel. Das Gotteshaus ist üblicherweise verschlossen, aber der Zufall fügt es, dass es am Sonnabend in der Zeit von 16 bis 17 Uhr für einen Kartenvorverkauf geöffnet ist.

In der Gaststätte „Die Preussenstuben“ wird auch Groß Lindows ehemaliger Bürgermeister Dietmar Otto die Teilnehmer begrüßen, er will in einem rund 15-minütigen Vortrag zu Geschichte und Gegenwart des Friedrich-Wilhelm-Kanal sprechen. Dies ist ein deutlich älterer Nebenarm des heutigen Oder-Spree-Kanals. Nach der Eröffnung des Friedrich-Wilhelm-Kanals durch den brandenburgischen Kurfürsten im Sommer 1668 war der Friedrich-Wilhelm-Kanal für 200 Jahre die schnellste Verbindung für den Warentransport zwischen Schlesien und Berlin. Er verband Brieskow an der Oder mit Neuhaus an der Spree und war 27 Kilometer lang. Doch der ständige Wassermangel, sowie die vielen Schleusen und begrenzten Ausmaße führten im 19. Jahrhundert zu Überlegungen über eine neue Verbindung, den Oder-Spree-Kanal.Über das Gelände der ehemaligen Werksiedlung und den Köhlerplatz im Knappenweg geht es dann für die Radfahrer zurück nach Brieskow-Finkenheerd, wo der Bahnhof den Endpunkt einer erlebnisreichen Rundtour und eines ereignisreichen Tages darstellt. Während der Rundfahrt kann man sich in den Stationen Fischer Schneider, Bauernstübchen Aurith, Flughafen Pohlitz und Preussenstuben einen Teilnahme-Stempel holen.

Alle Teilnehmer, die die vier Stempel vorweisen können, nehmen an einer kleinen Verlosung teil. Diese wird noch am Sonnabend in den „Preussenstuben“ stattfinden.

RECHTS UND LINKS DES WEGES

Vorbei an der Siedlung der Bergleute

Auf der Heimfahrt werden die Radler auch die ehemalige Siedlung der Bergarbeiter in Groß Lindow sehen. Bergbau im Oderland? Den hat es in der Tat dort geben. Von 1906 bis 1959 wurden in dem Gebiet Brieskow-Finkenheerd und Groß Lindow 45 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut. Karl, Katja, Helene, Hedwig, Georg, Wilhelm I und II hießen die Gruben zwischen Lossow, Groß Lindow und Brieskow-Finkenheerd. Und es gab den Schacht Margarethe. Anfang der 1920er Jahre wurde dort Braunkohle im Tiefbau abgebaut, der unterliegende Flöz rausgetragen, danach brach das Deckengebirge zusammen – und es blieben Resthohlräume. Tagbrüche nennt man die Stellen, wo sie sichtbar werden.

Förderverein 
gibt Touristen Tipps

Brieskow-Finkenheerd. Auskunft und Tipps zu Ausflügen im Oderland gibt der Förderverein Schlaubemündung-Odertal, Karl-Marx-Straße 28, in Brieskow-Finkenheerd, Tel. 033609 728811.

Ausflug mit 
dem Treidelkahn

Groß Lindow. Mit dem Treidelkahn kann man nicht nur längst vergangene Arbeitstechniken kennenlernen, sondern auch Wasser und Botanik hautnah erleben, Tel. 033609 38533.

Das Leben der 
Schifferfamilien

Groß Lindow. Eine beeindruckende Sammlung zum Leben der Schifferfamilien kann man in der Heimatstube Groß Lindow betrachten. Ansprechpartner ist Erika Kemmel, Tel. 033609 35186.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Jörg Skibba 14.04.2016 - 08:55:26

Fähre soll kommen

Die Fähre ist weiterhin in der Planung. Da es sich um ein deutsch-polnisches Projekt handelt, sind wir von der Fördermittelperiode abhängig. Den verzögerten Start der Periode können wir nicht beeinflussen

Roland Totzauer 13.04.2016 - 18:54:27

Glaube an Urad-Fähre verloren

Ich habe deinen Glauben an einer Oderfähre bei Urad verloren. Vielleicht folgt irgendwann eine Radbrücke. Die Fähre versinkt zu 100% im politischen Nivana...

Benno Koch 13.04.2016 - 14:32:04

Freundliche Erinnerung: Fähre Aurith-Urad

"Radfahrer und Wanderer können seit Sommer 2014 die grenzüberschreitende Route "Oder-Schlaubetal-Schleife" nutzen," heißt es in einem lustigen Artikel im Archiv der Märksichen Oderzeitung unter http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1362914. Wahrscheinlich hat die MOZ und diejenigen, die sich vor Jahren über schönes Fördergeld für einen angeblichen deutsch-polnischen Radweg Oder-Schlaubetal-Schleife freuen durften, die Oderfähre längst vergessen. Natürlich können Radfahrer hier auf rund 70 Kilometern Länge keine grenzüberschreitende Route nutzen. Kurz um: Muss man beim Thema Fahrrad nicht nur hier im Blatt wirklich jedes Jahr wieder bei Null anfangen? Oder wird der Förderzweck und der Stand der Fähre von der Märkischen Oderzeitung im Rahmen der angekündigten Tour am Fähranleger Aurith auf mal deutlich hinterfragt?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG