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Uwe Wähner vom Straßenverkehrsamt appelliert an verantwortungsvolles Fahren / Verkehrszählung ergibt keinen Bedarf für Beschilderung

Einwohner fordern Tempolimit auf Ameisen-Highway

Bekannt als Ameisen-Highway: Die Verbingungsstraße zwischen Döbberin und Falkenhagen.
Bekannt als Ameisen-Highway: Die Verbingungsstraße zwischen Döbberin und Falkenhagen. © Foto: MOZ
Josephin Hartwig / 14.04.2016, 06:45 Uhr
Döbberin (MOZ) Uwe Wähner, war eigentlich als Vereinsvorsitzender der Verkehrswacht Oderland am Dienstagabend nach Döbberin gekommen, musste sich jedoch vielmehr als Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde verantworten. Gleich zu Beginn der Einwohnerversammlung hatte er kaum eine Chance, die Verkehrszählung am Ameisen-Highway auszuwerten.

Zeschdorfs Bürgermeisterin Margot Franke hatte in der Diskussion noch einmal zusammengefasst, worum es den Döbberinern geht. "Dieses Thema haben wir seit fast zehn Jahren auf der Tagesordnung", erklärte sie. 1997 war die Verbindung zwischen Döbberin und Falkenhagen fertig gestellt worden.

Das Kreis-Straßenverkehrsamt hatte bereits 2015 den Antrag der Gemeinde Zeschdorf auf Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h für die durch ein Waldgebiet führende Straße abgelehnt. Die Gemeindevertreter hatten argumentiert, dass auf der Straße viele Radfahrer fahren und es häufigen Wildwechsel gibt. Viele Kraftfahrer würden darauf keine Rücksicht nehmen und zu schnell fahren. Die vor einigen Jahren beantragte Teileinziehung der Straße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen war genehmigt worden.

"Wer Straßen baut, baut sie für jedermann", argumentierte Uwe Wähner. Diese Straße sei nicht Mittelpunkt des Landkreises. Deshalb könne die Polizei dort auch nicht verstärkt Kontrollen durchführen. Denn ein Hauptargument der Döbberiner waren die häufigen Geschwindigkeitsüberschreitungen. "Mir geht es bei einem Tempolimit um Unfallprävention", sagte eine Einwohnerin. Die Straße sei schmal, kurvenreich und der entgegenkommende Verkehr schlecht einsehbar. "Wenn an der Straße ein Schild mit der Begrenzung auf 40 km/h stehen würde, wird vielleicht nur 60 km/h gefahren, weil eine solche Beschränkung immer vom Gas gehen lässt", erklärte die Döbberinerin. Sie habe schon oft brenzlige Situationen gehabt, bei denen Lkw sehr schnell an ihr "vorbei gebrettert" wären. Auch von abgefahrenen Spiegeln habe sie gehört. "Da müssen die Autofahrer, wie bei vielen anderen Situationen im Straßenverkehr, aufmerksam und verantwortungsvoll fahren. Dort ist kein Unfallschwerpunkt", erklärte Wähner. Laut StVO gelten 100 km/h außerorts, wenn nicht anders ausgeschildert.

Die Verkehrszählung habe ergeben, dass die Fahrer sich automatisch auf die Gegebenheiten der Straße einstellen würden. "Im Durchschnitt wurden 70km/h gefahren", erklärte er. Es habe zwar vereinzelt auch Raser gegeben, der große Teil sei aber nicht so schnell gefahren. Insgesamt fuhren zwischen dem 14. und 18. Januar 1318 Autos, davon 1179 Pkw auf der Straße. Zwischen dem 11. und 16. Februar waren es 1683, durchschnittlich in beiden Wochen etwa 300 Fahrzeuge pro Tag.

Angesprochen wurden auch fehlende Poller als Straßenbegrenzung. "Würden wir Pfeiler aufstellen, könnte niemand einem breiteren Fahrzeug ausweichen", gab Uwe Wähner zu bedenken. Die Straße sei Eigentum der Gemeinde und somit sei sie auch für eine solche Aufstellung oder eine aufgemalte Kennzeichnung der Straßenbegrenzung verantwortlich.

Der frühere Bürgermeister Gert Börnert erklärte, dass es sich um einen ländlichen Wegebau, nicht um eine Straße handele und andere Bestimmungen gelten. "Ein Hinweis, dass der Weg kurvenreich ist, muss her!", sagte er. Bürgermeisterin Margot Franke versicherte, dass auf jeden Fall wieder ein Antrag gestellt werde.

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