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Studenten analysieren Dorfteich

Faden und Messtock: Julia Ellerbrock (l.) und Jella Schirch messen Wassertiefe und Ausmaße des Teichs. Die grobe Schätzung ergibt 60 Meter Breite und 140 Meter Länge
Faden und Messtock: Julia Ellerbrock (l.) und Jella Schirch messen Wassertiefe und Ausmaße des Teichs. Die grobe Schätzung ergibt 60 Meter Breite und 140 Meter Länge © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 16.04.2016, 06:34 Uhr
Dannenberg (MOZ) Zehn Studenten der Eberswalder Hochschule haben zwei Tage lang den Dannenberger Dorfteich untersucht. Das Amt Falkenberg-Höhe beginnt vermutlich im nächsten Winter, den Teich zu entschlammen.

Paul Modebach steht bei strömendem Regen mit der Wathose bekleidet am Ufer des Dannenberger Dorfteichs. Mit Faden und Zollstock vermisst er das Profil des Gewässers an seinen Rändern. Jella Schirch und Julia Ellerbrock machen den Kahn startklar. Ebenfalls mit Faden und eine Stock messen sie Wassertiefe und Breite des Gewässers. Gleichzeitig müssen sie das Boot rudern, was sich als nicht so einfach erweist.

Nico Streese und Michael Saß messen unter anderem Sauerstoffgehalt, Stoffdichte und Leitfähigkeit des Wassers. Dafür nutzen sie ein Messgerät, dass mit unterschiedlichen Sonden ausgestattet ist. Alle haben eines gemeinsam. Sie studieren im sechsten Semester Landschaftsnutzung und Naturschutz an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde und stehen kurz vor dem Examen.

Bei Antje Stöckmann, Professorin im Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz, haben sie das Wahlpflichtmodul Gewässerentwicklung gebucht. Zur studentischen Projektarbeit gehört auch die Untersuchung draußen. Sie hilft bei den Messungen und erläutert die Methoden. Die elektrische Leitfähigkeit sei der Summenparameter für die im Wasser gelösten Salze, erläutert sie.

Für Antje Stöckmann ist der Dannenberger Dorfteich ein ideales Forschungsobjekt für Studenten, denn für das Amt Falkenberg-Höhe gehört er zu jenen Dorfteichen, die in den kommenden Jahren saniert werden. Außerdem ist er der Professorin ans Herz gewachsen, seit sie Mitte der neunziger Jahre nach Dannenberg gezogen ist.

Die Studenten haben sich in Teams eingeteilt, die sich unterschiedlichen Aufgaben stellten. Eine Gruppe untersuchte die Bäume, eine weitere die Tierwelt, andere untersuchten das Wasser und den Schlamm. "Wir haben Eschen, Silberweiden und zwei Kastanien", sagt eine Studentin. Die Analyse der Tierwelt, die mit Eimer und Haarsieb eingefangen werden konnte, ergab Wasserwanzen, verschiedene Schneckenarten, Erdkröten und sogar eine Ringelnatter.

An seiner tiefsten Stelle ist der Teich 60 Zentimeter tief. Das Problem des Teiches ist jedoch der Schlamm. Bei 45 Zentimeter Wassertiefe sei die Schlammschicht 96 Zentimeter tief. "Als wir vergangenen Oktober mit einem anderen Projekt hier waren, stand ich mitten im Teich bei einer Wassertiefe von 20 bis 25 Zentimetern", merkt Jella Schirch an. Denn schon vor wenigen Monaten, im Wintersemester, untersuchten die Studenten das Vorkommen besonders geschützter Amphibien wie Kammmolch, Laubfrosch und Rotbauchunke in den Kleingewässern der Region, darunter auch im Dannenberger Dorfteich. Gefunden hatten sie auch Laubfrösche. Diese hatten sich aus kleinen Feldgewässern verzogen, weil diese in Folge geringer Niederschlage ausgetrocknet waren. Der Regen im Winter habe jedoch dazu geführt, dass der Wassertand auch im Dorfteich wieder stieg, sagt Antje Stöckmann. Das Gewässer habe keinen Zu-, nur einen Ablauf. Sie kann sich gut erinnern, dass die Böschung nicht so tief gewesen sei, als sie nach Dannenberg zog. Zu DDR Zeiten speiste sich der Teich durch das Wasser von den Straßen und Dächern, was heute so nicht mehr erlaubt ist. Dies sei wohl auch der Grund dafür, dass das Sediment nicht auf den Feldern als Düngemittel verwendet werden darf. Laut Amt sei es belastet, darf aber auf einer Mülldeponie abgelagert werden.

Die Professorin bedauert, dass es während der Exkursion regnet. Bei warmen Temperaturen, wenn die Sonne das Wasser aufheizt, gebe es über den Tag unterschiedliche Messergebnisse. Die Studenten könnten so erfahren, wie der Sauerstoffgehalt sich ändert.

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