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Trottheide: Bergamt will Grubensicherung anordnen

Gut besuchte Bürgerversammlung: Christian Albroscheit (rechts) sorgte am Dienstag im Marienthaler Gemeindezentrum dafür, dass die Diskussion um die Zukunft des Trottheidesees nicht aus dem Ruder lief.
Gut besuchte Bürgerversammlung: Christian Albroscheit (rechts) sorgte am Dienstag im Marienthaler Gemeindezentrum dafür, dass die Diskussion um die Zukunft des Trottheidesees nicht aus dem Ruder lief. © Foto: MZV/Martin Risken
Martin Risken / 20.04.2016, 20:50 Uhr
Marienthal (GZ) Das Landesbergamt wird die Wiederaufnahme der Böschungssicherung in der Trottheide anordnen. Der Abteilungsleiter für Steine- und Erdenbergbau, Bernd Hesse, rechnet aber mit einem Widerspruch von Grubeneigentümer Ulrich Pietrucha, über den letztlich wohl die Gerichten entscheiden müssten.

Das kündigte Hesse am Dienstag zum Abschluss der Bürgerversammlung des Trottheide-Vereins an, bei der es um die Untersuchung des Trottheidesees auf Schadstoffe ging. Nach wie vor sei das Hauptproblem die fehlende Standsicherheit der Grube. Der Abteilungsleiter rechnet mit einem jahrelangen Rechtsstreit. Es gebe verschiedene, zum Teil recht teure Methoden, um die Standsicherheit herzustellen. "Uns steht noch ein langer Prozess bevor", ist sich Hesse sicher. Angeln und Baden soll auch in der Zukunft im Trottheidesee verboten bleiben, schon wegen der unsicheren Uferbereiche. Das Bergamt werde den Grubeneigentümer auffordern, die Hinweisschilder mit den entsprechenden Warnungen neu aufzustellen.

Nach der Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse durch Dr. Wilfried Uhlmann vom Institut für Boden und Wasser (IBW) aus Dresden befassten sich die Mitglieder des Trottheide-Vereins intern noch einmal mit den Daten. Bevor man zu einer abschließenden Bewertung kommen werde, wolle man das detaillierte Untersuchungsergebnis abwarten, kündigte Vereinschef Christian Albroscheit am Mittwoch an. Die am Dienstag vorgestellten Ergebnisse seien hinsichtlich der Folgeschäden nicht befriedigend genug, um die Trottheide aus der Überwachung zu entlassen. "Das Monitoring wird noch lange benötigt", stellte Albroscheit heraus. Als intransparent bezeichnete er die Vergabe des Prüfauftrages an das Dresdener Institut. Hier hätte sich der Verein eine Offenlegung der Angebote erhofft, um nachvollziehen zu können, warum letztlich das IBW den Auftrag erhielt. "Es ist sicherlich kein Gefälligkeitsgutachten entstanden, aber letztlich bleiben noch viele Unsicherheiten", sieht Albroscheit die Notwendigkeit, dass der Trottheide-Verein auch künftig den Finger in die Wunde legen müsse.

Sicherlich wäre es zunächst von großem Interesse, die Auswirkung der Müllablagerungen auf die Lebewesen wie Fische und Vögel zu untersuchen. Aussagen von Anwohnern, die gehört haben wollen, dass es bei Fischen zu Missbildungen gekommen ist, konnten die Experten bislang nicht bestätigen.

Hart ins Gericht ging Ernst Kunter mit den Verantwortlichen des Landesbergamtes. Kunter war einer der letzten Baggerführer in der Tongrube Trottheide. "Wer hat denn kontrolliert, was dort an Müll reinkommt? Es ist doch alles verschlampt worden", ging der Ortsvorsteher von Burgwall mit den Verantwortlichen hart ins Gericht. "Und wir als Steuerzahler dürfen nun die Rechnung dafür begleichen", verstand er die Welt nicht mehr. "Am besten ist, man pumpt das Wasser ab und nimmt den Dreck raus", forderte Kunter. Doch das sei nicht so einfach, entgegnete Bernd Hesse vom Bergamt. Obwohl das Wasser nach Untersuchung des IBW nicht mit Schadstoffen belastet ist, müsste es vor der Einleitung ins Tornowfließ gereinigt werden, weil durch das Abpumpen und das Freilegen der Abfälle die Zersetzungsprozesse wieder in Gang gesetzt würden, begründete das Bergamt die Vorsichtsmaßnahme, zu der es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht kommen wird. "Das ist eine sehr teure Variante", sagte Hesse.

Wie lange es dauern wird, bis der See wieder in sein natürliches Gleichgewicht gefunden hat und alle Schadstoffe abgebaut sind, weiß hingegen niemand zu sagen. "Die Schwermetalle bauen sich sowieso nicht ab, eher das Organische", hieß es. Wie das Bergamt mit den Handlungsempfehlungen umgehen wird, ließ die Landesbehörde offen. Unstrittig ist, dass das Grundwassermonitoring fortgeführt wird. Was aber aus dem Vorschlag des IBW wird, den Müll mit einer Barriere abzudecken und das Tiefenwasser zu belüften, blieb am Dienstag zunächst noch offen.

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