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Linke gibt Mescherin auf

Die Schalmeienkapelle "Zum Fuchsgrund" aus Petershagen spielte zum Maifest der Uckermark-Linken am 1. Mai 2015 vor viel Publikum auf. Dieses Maifest war das letzte seiner Art, 2016 gibt es keine Neuauflage.
Die Schalmeienkapelle "Zum Fuchsgrund" aus Petershagen spielte zum Maifest der Uckermark-Linken am 1. Mai 2015 vor viel Publikum auf. Dieses Maifest war das letzte seiner Art, 2016 gibt es keine Neuauflage. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 21.04.2016, 07:55 Uhr
Mescherin (MOZ) Der Tag der Arbeit wird in der Uckermark vorbereitet. Feste dafür reichen vom Tanz in den Mai bis zum Frühschoppen. Doch das 1. Mai-Fest in Mescherin gibt es nicht mehr. Die Uckermark-Linken haben ihre traditionsreiche Veranstaltung abgesagt. Es war das größte Fest dieser Art in der Region.

Das letzte Mai-Fest der Linken lief im vergangenen Jahr über die Bühne. Es muss wohl zum 25. Mal stattgefunden haben, so weit reicht die Geschichte des Festes zurück. Für viele Ausflügler war es, ganz unabhängig von der Parteizugehörigkeit, eine sichere Adresse, um den 1. Mai zu begehen.

Peter Höppner aus Mescherin war einer der Organisatoren, und das seit vielen Jahren. Er hat Wegweiser aufgestellt, sich um Info-Stände der Gewerkschaften gekümmert, hatte einen Blick auf den Verkauf von Mainelken und die Blasmusik. "Der 1. Mai in Mescherin war ein politisches Volksfest", sagt er. "Ich bedaure es sehr, dass das Fest nicht mehr bei uns stattfindet. "

Der Kreisvorstand der Linken hat das im November mehrheitlich so beschlossen. Der Rentner Peter Höppner bringt diese Absage mit einem Vorfall von 2015 in Verbindung, an den er sich ungern erinnert. Seiner Meinung nach ist das Maifest torpediert worden, weil etwa 40 Plakate über Nacht abgerissen worden sind. Das soll auf Anweisung des Gartzer Amtsdirektors passiert sein.

"Na gut", räumt Höppner ein, "unter diesen Schildern waren auch alte Wahlplakate. Aber wir hatten vor allem Verkehrsleitschilder und welche mit aktuellen politischen Aussagen aufgehängt." In einer Notaktion hat er am Morgen des 1. Mai, als er die Plakate an den Straßenlaternen vermisste, noch ein paar Hinweisschilder angebracht. "Die Besucher von Außerhalb mussten doch wissen, wie sie zum Festplatz kommen." Höppner stellt das Abreißen der Plakate unter Kritik. "Das war nicht angemessen. Möglicherweise hat der Kreisvorstand diese Krise genutzt, um aus der Sache auszusteigen."

Dem widerspricht Heiko Poppe, Geschäftsführer der Linken in der Uckermark. "Das mit den Plakaten hat mit unserem Beschluss nichts zu tun. Wir haben schon lange darüber nachgedacht, wie wir den 1. Mai in Mescherin stemmen. Dass wir das Fest nach 25 Jahren einstellen, mit dieser Entscheidung sind wir sehr unglücklich. Aber wir können das Fest personell nicht mehr absichern. Unsere Mitglieder werden immer älter."

Peter Höppner kann sich nur schwer mit dieser Begründung anfreunden. "Das Fest hat jedes Jahr so zwischen 5000 und 6000 Euro gekostet. Wir haben das auch durch viele Spenden geschafft. Ein demographisches und finanzielles Problem hatten wir schon immer", sagt er.

Heiko Poppe beschreibt den Arbeitsaufwand: hunderte Autos zum Parken einweisen, Mainelken und rote Socken gegen eine Spende verteilen, Moderation auf der Bühne, an Info-Ständen über politische Ziele sprechen. Das habe allein an diesem Tag bis zu 15 Leute gebunden.

Für 2016 habe Die Linke eine Lösung gefunden. Es gebe bei Fischer Zahn in Schwedt und in Prenzlau in der Nähe des Kinos zwei kleine Veranstaltungen. "Das stellen die jeweiligen Stadtverbände auf die Beine und die Anfahrt ist nicht so weit."

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