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Ortsdurchfahrt wird nur zur Hälfte saniert / Fahrrad- und Gehweg wurde bei Planung nicht berücksichtigt

Der Herzberger Schildbürgerstreich

Achtung Stolperfalle: Die Herzbergerin Rose-Marie Kroll steht vor einem Gullideckel, der mehr als fünf Zentimeter auf dem Geh- und Radweg aus dem Boden ragt.
Achtung Stolperfalle: Die Herzbergerin Rose-Marie Kroll steht vor einem Gullideckel, der mehr als fünf Zentimeter auf dem Geh- und Radweg aus dem Boden ragt. © Foto: MOZ
Annika Bischof / 23.04.2016, 07:55 Uhr
Herzberg (MOZ) Die Ortsdurchfahrt in Herzberg bleibt ein Streitthema. Obwohl im Sommer die Bauarbeiten zur teilweisen Sanierung losgehen sollen, schütteln die Bürger über eine mangelhafte Planung die Köpfe.

"Das ist unmöglich", empört sich Rose-Marie Kroll. Die 80-Jährige kennt die Herzberger Ortsdurchfahrt seitdem sie ein Kind ist. Sie wohnt unmittelbar daneben und muss täglich mit ansehen, wie Hunderte Fahrzeuge mit weniger als zwei Metern Abstand an ihrem Grundstück vorbeifahren. "Wenn ich im Garten stehe, vibriert der ganze Boden", sagt sie. Auch Roswitha Gesch, die eine Straße weiter wohnt, ist vom Lärm und den Vibrationen betroffen. "Vor allem wenn die großen Lkw kommen, dann wackeln bei mir die Gläser im Schrank."

Wie prekär die Wohnsituation an der Landesstraße 42 ist, wissen auch Monika und Helmut Müller. "Unsere Veranda ist aufgrund der Schwingungen auf der Straße regelrecht abgesackt", erzählt Helmut Müller. Als er vor rund 20 Jahren nach Herzberg zog, war der Zustand der Straße noch akzeptabel. "Doch nun fahren die Autos schon auf unseren Grundstücken", sagt er und zeigt auf einen schmalen, ausgefahrenen Sandstreifen, der dicht an seinem Haus vorbeiführt und parallel zur Kopfsteinpflasterstraße läuft.

Dass die Straße im Sommer saniert werden soll, sorgt bei den Bürgern jedoch für erneutes Unverständnis. "Der schlimmere Teil kommt doch erst hinter der Abzweigung", sagt Günter Schulz. Denn nur bis zur Kreuzung Am Hudeberg wird die Straße saniert, ein grundhafter Ausbau ist nicht vorgesehen. Die Herzberger schütteln die Köpfe. "Wer plant denn so etwas?", "Haben sich die Verantwortlichen überhaupt mal ein Bild vor Ort gemacht?, "Wieso wird denn nicht gleich alles in einem Zug saniert?" - so lauten die Fragen der Bürger, die ihnen von den Ämtern, in erster Linie des Landesbetriebes Straßenwesen, nur unzureichend bis gar nicht beantwortet werden.

"Als ich 2008 hier Ortsvorsteherin wurde, gab es Pläne, in denen auch von einem Radweg die Rede war - jetzt ist dieser gar nicht mehr vorgesehen", wundert sich Cindy Nowka. Die 38-Jährige findet es unzumutbar, dass Schäden sowohl an der Straße wie auch auf dem parallel laufenden Rad- und Gehweg über die vergangenen Jahre ignoriert wurden. Vereinzelt ragen Gullideckel mehr als fünf Zentimeter aus dem Boden. "Das sind Stolperfallen, nicht nur für Radfahrer, sondern auch für ältere Menschen mit Rollatoren", betont Cindy Nowka.

Sie wie auch die anderen Herzberger wünschen sich, dass neben der Teilsanierung auch der Rest der Straße gemacht und auch der holprige, löchrige Radweg erneuert wird. Geschehe das nicht, sieht Rose-Marie Kroll in dem gesamten Bauvorhaben nicht mehr als einen "Schildbürgerstreich", wie sie sagt.

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