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Beim Altbarnimer Reitturnier präsentieren sich am Wochenende Deutsche Reitponys fürs Bundes-Championat

Großer Auftritt kleiner Pferde

Widerristhöhe bis 1,51 Meter: Werner Mielenz (63) zeigt, wie groß die Deutschen Reitponys sein dürfen, die sich am Wochenende in Altbarnim den Wertungsrichtern und dem interessierten Publikum vorstellen.
Widerristhöhe bis 1,51 Meter: Werner Mielenz (63) zeigt, wie groß die Deutschen Reitponys sein dürfen, die sich am Wochenende in Altbarnim den Wertungsrichtern und dem interessierten Publikum vorstellen. © Foto: Johann Müller
Ines Rath / 27.04.2016, 19:05 Uhr
Altbarnim (MOZ) Am Wochenende wird im Neutrebbiner Ortsteil Reitsportgeschichte geschrieben. Im Rahmen des traditionellen Reit- und Springturniers findet das einzige ostdeutsche Qualifikationsturnier fürs Bundes-Championat der Deutschen Reitponys statt. Der Name des gastgebenden Vereins, "Kronprinz Wilhelm" war für die Vergabe von Bedeutung.

"Wir sind weit und breit der einzige Turnier-Ausrichter, der selbst keine aktiven Reitsportler hat", sagt Werner Mielenz lächelnd. Der Kfz-Werkstattbesitzer und amtierende Neutrebbiner Bürgermeister ist der Vorsitzende des 1927 erstmals und 1952 neu gegründeten Altbarnimer Reitvereins "Kronprinz Wilhelm". Und er leitet das Turnier am Wochenende. Zu dem erwarten die Gastgeber Teilnehmer aus 107 Vereinen, die aus sieben Bundesländern kommen.

Der Höhepunkt des Traditions-Turniers sind diesmal die großen Auftritte der kleinen Pferde: "Wir haben den Zuschlag als Ausrichter eines Qualifikationsturniers fürs Bundes-Championat der Deutschen Reitponys bekommen", erklärt Werner Mielenz stolz. Dass es das einzige Turnier in ganz Ostdeutschland ist, haben die Altbarnimer erst später erfahren.

Dass ihr Vereinsname bei der Entscheidung des Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) eine Rolle gespielt hat, steht für Mielenz außer Frage. War es doch der Kronprinz Wilhelm, der einst die deutschen Reiter zusammen holte und förderte, um sie für die Olympiateilnahme fit zu machen. Dies gilt als Geburtsstunde des 1913 gegründeten DOKR, des ältesten Sport-Komitees im Land.

"Seit wir unseren Verein im Jahr 2000 vorm Untergang bewahrt und neu belebt haben, bemühen wir uns, die Turniere immer attraktiver zu machen", erklärt der Vorsitzende. Mielenz, sein Bruder Gerhard, ein national und international anerkannter Wettkampf-Richter, und die anderen 30 Reitsport-Enthusiasten im Verein geben vor allem den Reitsport-Nachwuchs in Altbarnim eine Bühne. Und zwar eine große.

"Seit einigen Jahren richten wir schon den Cup der Norddeutschen Bundesländer aus. Dafür haben wir prominente Schirmherren, wie die Reitsport-Kommentatoren-Legende Hans-Heinrich Isenbart und die Reitsport-Mäzenin Madeleine Winter-Schulze gewonnen", berichtet Werner Mielenz voller Stolz. Der Satz "wir wollen kein Geld, wir wollen nur Ihre Unterstützung" habe dabei Wunder gewirkt. Mit der Qualifikation fürs Bundes-Championat legen die Altbarnimer Reitsport-Förderer noch einen Zahn zu.

Die Springprüfungen der Deutschen Reitponys - nur solche sind zum Wettbewerb zugelassen - finden am Sonnabend, von 15 bis 16 Uhr statt, die Dressurprüfungen am Sonntag, von 14 bis 15 Uhr. Auch wenn in den Klassen A und L jeweils nur zwei bzw. vier Pony-Reiter antreten - hier geht es um einiges. Vor allem für die Züchter. Denn bei den Pony-Wettbewerben geht es eigentlich mehr um die Pferde als um die Reiter.

Ein Pferd, das die Qualifikation fürs Bundes-Championat schafft, bekommt gleich einen ganz anderen Wert. "Spitzen-Ponys sind genauso teuer wie große Super-Reitpferde", weiß Werner Mielenz. Bei ihm haben sich Springreiter aus dem sächsischen Moritzburg und Dressurreiter aus dem Raum Berlin angemeldet. Moritzburg ist die Ausbildungsstätte des bekanntesten Brandenburger Pony-Züchters, Michael Beindorf aus Beutersitz, nördlich von Berlin.

Der Altbarnimer Reitplatz wird auf das Großereignis bestens vorbereitet sein: Das große Stallzelt wird 26 Pferden Platz bieten. Viele Gast-Reiter von weit her bringen ihre Tiere jedoch auch privat im Umland unter. Immerhin gibt es zwischen Freitag und Sonntag insgesamt 39 reitsportliche Prüfungen, für die insgesamt 1135 Nennungen eingegangen sind.

Das mediale Interesse ist den Altbarnimer Gastgebern auch schon gewiss: Presse, Funk und Fernsehen hätten sich angekündigt, sagt der Turnierleiter, der mit Parcoursbauer Wolfgang Meyer aus Diehlow einen versierten Partner an der Seite hat. Meyer hat schon bei Olympischen und Weltreiterspielen Parcours gebaut.

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