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Nachwuchsgewinnung steht weiterhin im Mittelpunkt

Während des Betriebrundgangs in Groß Behnitz wurde auch Hand angelegt: Burgard Günnel, Claudia Seeligmann, Innungsobermeister Olaf Bubath, René Haase und Roger Lewandowski (v.l.).
Während des Betriebrundgangs in Groß Behnitz wurde auch Hand angelegt: Burgard Günnel, Claudia Seeligmann, Innungsobermeister Olaf Bubath, René Haase und Roger Lewandowski (v.l.). © Foto: Faltin
Norbert Faltin / 06.05.2016, 10:00 Uhr
Groß Behnitz (MOZ) Fachkräftebedarf, Nachwuchsgewinnung und Auftragslage sind die brennenden Themen - auch in den Handwerksbetrieben des Havellandes. Um sich ein Bild der Sorgen, Nöte aber auch der Stärken dieser mittelständischen Firmen zu machen und Lösungsansätze für die Probleme zu schaffen, besuchte der amtierende Landrat Roger Lewandowski (CDU) jüngst die Firma G&P Metallbau GmbH in

Burgard Günnel und Axel Piotrowski, die Geschäftsführer von G& Metallbau, blickten dabei auf die Firmengeschichte seit ihrer Gründung im Jahr 2000 zurück, die damals noch aus drei Mitarbeitern bestand. Günnel ist generell zufrieden mit der Auftragslage, Luft nach oben sei natürlich immer denkbar, aber: "Wir könnten sicherlich noch mehr Aufträge generieren, uns fehlt es an geeignetem Nachwuchs für unseren Betrieb", und er zeigt sich erleichtert darüber, dass der jetzige Auszubildende nach seiner Ausbildung von uns übernommen werde, sagte der Metallbauer. "Mit unserem Internetauftritt und der guten Mundpropaganda sind wir bei der Auftragsfindung auch deutschlandweit gut aufgestellt", sagte Axel Piotrowski. "Inzwischen fertigen wir auch Teile für das neue Schiffshebewerk in Niederfinow", bemerkte er nicht ohne Stolz. René Haase, KfZ-Sachverständiger und Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft, sagte, dass bei der Berufsfindung erst die Fähigkeiten und die Neigungen bei den Schülern geprüft werden müssten. "Hier muss man sowohl die Schulen als auch die Eltern frühzeitig in die Pflicht nehmen", sagte Haase.

Landrat Lewandowski kennt die Nöte der hiesigen Handwerksbetriebe. "Wir haben mit den Berufsorientierungstouren, die vom Landkreis angeboten werden, gute Erfahrungen gemacht, bei denen die Schüler direkt zu beispielsweise Logistik-Unternehmen gefahren werden, um sich vor Ort ein Berufsbild machen zu können." Ebenso empfiehlt er Berufsorientierungstage wie "Komm auf Tour", in denen gezielt die Jahrgangsstufen sieben bis zehn angesprochen werden sollen, denn Nachwuchsgewinnung funktioniere nicht am grünen Tisch. "Ich denke, dass sich hier ein roter Faden für die Schüler herstellen lässt", sagte Lewandowski. Vor allem die Lehrer im Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) seien gefragt, welche Möglichkeiten für interessierte Schüler existieren. "Schließlich wissen viele Schüler allein aufgrund des großen Berufsangebotes nicht, was sie nach der Schule machen wollen. Lewandowski machte für die Lösungsfindung deutlich, "dass ein unterstützender Beitrag vom Landkreis denkbar ist".

Für Claudia Seeligmann, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, kritisierte, dass die Berufsorientierung den Schulen allein überlassen werde. Nur in der Kombination mit Berufsorientierungsmaßnahmen wie "Komm auf Tour" oder der gut besuchten "Ausbildungsbörsen" könne es eine Lösung geben. Claudia Seeligmann nannte ein Beispiel aus DDR-Zeiten, in der es noch den "Unterricht in der Produktion (PA)" gab. "Alle 14 Tage mussten die Schüler einen Tag in der Produktion verbringen - sei es in Zuckerfabrik oder in der Landwirtschaft, und der Tag wurde als eine Art Praktikum verstanden. Die Schüler konnten die verschiedenen Betriebe ausprobieren."

Erst mit einem solchen Erfahrungsschatz im Gepäck sollten auch die Schüler von heute eine Ausbildungsbörse besuchen und sich auf Ausbildungsplatzsuche begeben, befand Claudia Seeligmann.

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