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Görsdorf und Premsdorf sind umgeben von Naturplätzen mit teils skurrilen Namen / Bürger schätzen vor allem die Ruhe

In der Nähe vom Räuberweg

Annika Bischof / 06.05.2016, 21:59 Uhr
Görsdorf/Premsdorf (MOZ) Umgeben von viel Natur liegen Görsdorf und Premsdorf am Rande der Gemeinde Tauche. Rund 190 Menschen leben dort. Sie sind entweder orts- oder naturverbunden - manche von ihnen auch beides.

Es war die alte Veranda, die Stephan Dierkes die Entscheidung abnahm, in welchem Bauernhaus er sich niederlässt. Der hölzerne Anbau wirkt fragil, strahlt aber auch eine gewisse Gemütlichkeit aus. "Einem Schmied gehörte früher dieses Grundstück", berichtet der gebürtige Berliner. Von der ländlichen Idylle und dem Charme eines rustikalen Bauernhauses hat sich auch Thomas Raettig vereinnahmen lassen. Wenn er zusammen mit seiner Partnerin Kathrin Fichtner auf der eigenen Terrasse sitzt, sieht er vor allem eines: weite Landschaften. "Die unverbaute Aussicht war ein Grund, warum wir uns für diesen Hof entschieden haben."

Görsdorf ist umgeben von Feldern, Wäldern und Seen. Teils tragen sie skurrile Namen. Den rund 120 Einwohnern wie auch den 70 Bürgern aus Premsdorf, das zu Görsdorf gehört, sind sie geläufig. "Über den Räuberweg, hinüber zum Drobschsee und zur Blabbermühle kann man sehr schöne Spaziergänge machen", erzählt Anke Miethe. Die 49-Jährige hat sich kürzlich auf dem Hof der Familie ihres Mannes mit einem kleinen Gardinenstudio selbstständig gemacht. Von ihrem Arbeitsplatz aus sieht sie die Kirschbäume in ihrem Garten wie auch grünende Landschaften am Horizont.

Derzeit blühen auch die Tulpen am Dorfgemeinschaftshaus, unweit des kleinen Teichs, der Kindern als Spielplatz dient. "Hier können sie sich frei bewegen", schätzt Sina Feist. Als Kind ist sie selbst durchs Dorf gerannt und hat mit anderen hier gespielt. Das erleben nun ihre eigenen Kinder. Für Isabell Wilde aus Premsdorf war das mitunter ein Grund, nach ihrer Ausbildung als Erzieherin in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Die 33-Jährige hat zwei Kinder, mit denen sie viel Zeit an der frischen Landluft verbringt. Zugleich schätzt sie noch etwas anderes: "Die Gemeinschaft ist einfach toll." Arbeitseinsätze und Feste sind Projekte, die zusammen mit den Görsdorfern umgesetzt werden. Pro Jahreszeit findet mindestens eine Veranstaltung statt. "Ein verlässlicher Unterstützer ist dabei die Freiwillige Feuerwehr, in der 30 Mitglieder organisiert sind", berichtet Ortsvorsteher Thoma Bulligk. Und auch die Landfrauen mischen im Dorfgeschehen mit.

Für Mike Dittrich und seine vierköpfige Familie, die vor sechs Jahren nach Görsdorf zog, war es daher leicht, innerhalb der Dorfgemeinschaft Kontakt zu finden. "Vom ersten Tag an waren wir im Dorf angekommen", blickt er zurück. Den offenen Umgang miteinander schätzt auch Hans-Joachim Mikota. Seit 23 Jahren baut er im Ort Gemüse und Getreide in Bioqualität an. "Hier gibt es eine Kultur der Feste", stellt er fest. Darüber hinaus findet zwischen den Generationen ein Austausch statt. Regelmäßig besucht der zehnjährige Nils Ulrich den Landwirt. "Von den Älteren im Dorf erfahre ich dann, wie es früher hier war", erzählt er.

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