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Vollmatrose mit Containerdienst

Der Chef fährt selbst: Uwe Brehm an einem seiner Lkw, mit denen die Materialien transportiert werden.
Der Chef fährt selbst: Uwe Brehm an einem seiner Lkw, mit denen die Materialien transportiert werden. © Foto: Volkmar Ernst/GZ
Volkmar Ernst / 14.05.2016, 05:52 Uhr
Hammer (GZ) Wer hätte das gedacht, ein Seebär kann auch an Land glücklich und erfolgreich sein. Uwe Brehm aus Hammer ist es. Vor 25 Jahren wagte er mit seinem "Container Service" in Hammer den Sprung in die Selbstständigkeit und ist auch heute noch gut im Geschäft.

Dabei zog es den gebürtigen Liebenwalder doch erst in die weite Welt hinaus. Nach Abschluss der Schule bewarb er sich in Rostock um eine Ausbildung bei der Marine und wurde Vollmatrose der Hochseefischerei. "Wie bestimmt jeder Junge hatte ich einfach Fernweh. Ich wollte in fremde Länder reisen, ich wollte die Welt sehen. Da das Reisen in der DDR so ohne weiteres nicht möglich war, habe ich mich für die Seefahrt entschieden", erzählt Brehm und berichtet auch von seinen Fahrten nach Norwegen, nach Kanada, nach Südamerika und die Küste Afrikas entlang.

Doch das Leben als Seemann hat auch seine Nachteile. "Familienfreundlich ist es nicht, wenn du 90 oder 100 Tage am Stück von zu Hause weg bist", erklärt Brehm, warum er seinen Seesack schließlich in den Schrank stellte, nach seiner Armeezeit an Land blieb und zum Kraftfahrer sowie Kraftfahrzeugschlosser umschulte. Da war er bereits 27 Jahre alt und hatte eine Partnerin und Sohn Steffen.

Beim Agrochemischen Zentrum (ACZ) Neuholland fand Brehm 1986 eine Anstellung als Kraftfahrer und war dort bis 1989 tätig. Danach wechselte er als Auslieferungsfahrer unter anderem zu einem Tegeler Unternehmen, wo dann der Gedanke, sich selbstständig zu machen, immer stärker wurde und im Mai 1991 mit der Gründung von "Brehms Containerdienst" schließlich umgesetzt wurde. Sein erstes Fahrzeug war ein Mercedes-Lkw, Baujahr 1959. Ein zweites Fahrzeug erstand er vom ehemaligen englischen Truppenübungsplatz. Damit war die Grundlage gegeben, seine Dienste anzubieten, um Bauschutt abzuholen, zu sortieren und fachgerecht zu entsorgen. Inzwischen gehört auch eine Brecheranlage zum Unternehmen, in der Brehm Recyclingmaterial herstellt, das er an Bauunternehmen liefert. Die fachgerechte Leerung der grünen Kleidercontainer kam 1994 dazu. Wer will, kann sich auch Baumaterialien wie Sand und Kies liefern lassen.

Neben dem Chef, der auch heute noch selbst auf dem Bock sitzt, gibt es zwei fest angestellte Mitarbeiter, einen selbstständigen Mitarbeiter, der die Büroarbeit erledigt, und einen Helfer im Rentenalter. Dass es in der Branche Höhen und Tiefen gibt, hat Brehm im Laufe der Zeit erleben müssen. "Aber durch die vielen Kunden, die mir immer die Treue gehalten haben, hat es geklappt, dass wir diesen Geburtstag feiern konnten. Dafür bin ich wirklich dankbar", so das Fazit von Uwe Brehm zum 25-jährigen Bestehen seines Container-Unternehmens.

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