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Mit Politur und Putztuch

Erhard Herrmann / 16.05.2016, 08:35 Uhr
Grebs (MZV) (geh) Glänzende Chromleisten, geschwungene Karossen, edle Stoffe im Innenraum - es sind solche Details, die Oldtimer-Fans zum Schwärmen bringen. Ihr Hobby pflegen die Auto-Fans nicht gern im Stillen, sie schätzen den Diskurs mit Gleichgesinnten und viele von ihnen kommen jedes Jahr nachDas Veteranen- und Oldtimertreffen ist hier seit vielen Jahren zu einem wichtigen Markenzeichen des Dreiseiten-Hofes geworden. Das Konzept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Alle dürfen mitmachen - Pkw, Motorräder, Traktoren und auch Nutzfahrzeuge. Und alle schätzten die angenehme Atmosphäre. Zum anderen sind es die beiden Moderatoren der Veranstaltung: Frank Niewahr und Michael Arndt. Mit viel Sachwissen und etlichen Anekdoten stellen sie die Fahrzeuge und ihre Geschichten vor. Auffällig: das "Altwagen-Hobby" ist eine klassische Männerdomäne. Es sitzen überwiegend die Männer am Steuer, denn man muss mehr "arbeiten" als fahren. Beim Fahren eines alten Autos geht noch alle Macht vom Fahrer aus. Keine Stabilitätskontrolle, Servolenkung und kein ABS, dafür Zwischengas, Handkurbel und Holzspeichen. Oldtimerfahren ist oft Schwerstarbeit. Vorwärts und rückwärts geht es per Pedal - links und rechts. Gas gibt man wiederum per Hand, an einem Hebel, der an der Lenksäule angebracht ist. Wie beim ältesten Teilnehmer, dem Ford T aus dem Jahre 1917 von Peter und Hannelore Fröhlich. Vor knapp 100 Jahren schrieb Henry Ford mit diesem Modell Geschichte. Inspiriert haben ihn angeblich die baumelnden Schweinehälften in den Schlachthöfen Chicagos. Er brachte so die Fließbandarbeit in seine Montagehallen nach Detroit und produzierte das erste Auto für die Masse. Doch das Anlassen erfordert einige Übung und der Ford T löste sogar eine Volkskrankheit aus - die "Ford Fraktur": einen Armbruch, den so manchen ahnungslosen T-Besitzer beim Kurbeln ereilte. "Die Faszination Oldtimer hat auch nichts mit Verstand und Pragmatik zu tun. Es ist eine Herzensangelegenheit, eine Leidenschaft", erzählte Peter Fröhlich. Wie er, machen sich die wenigsten Oldtimerfreunde Gedanken über die Wertentwicklung ihres Gefährtes. Der Markt ist heiß begehrt und die Beliebtheit dieser Autos wächst stetig. Der Flügeltürer Mercedes-Benz 300 SL erzielte laut VDA-Index in den vergangenen Jahren den höchsten Wertzuwachs gefolgt vom VW "Bully" (VW Bus Typ 2 T2) und der "Ente", dem Citroën 2CV6. "Viele haben eine emotionale Verbindung zu ihrem Fahrzeug und ihre schönste Rendite sind der Fahrspaß und die freundlichen Blicke der Zuschauer", betonte Peter Fröhlich.

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