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Heißes Emstal und duftendes Brot

Erhard Hermann / 17.05.2016, 08:00 Uhr
Emstal (MZV) (geh) Es wurde heiß! Richtig heiß! Verdammt heiß und teuflisch lecker, denn die Emstaler schürten den Gemeindebackofen an. Zu Pfingsten lockte der Duft von frisch gebackenen Brot zahlreiche Besucher in das kleine beschauliche Dorf. Der Andrang wie immer sehr groß, denn es ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern eine kleine Erfolgsgeschichte. Am 14. März 1983 gründeten die 8 Familien Alfred Behrendt, Familie Hans Behrendt, Familie Gerhard Beling, Familie Bernhard Lehmann, Familie Alfred Ryll, Familie Brunhilde Schneider, Familie Klaus-Dieter Weinreich und Familie Herbert Schenk diese Gemeinschaft. Die Familie Bernhard Lehmann stellte die Backstube, da dessen Familie das Müller- und Backhandwerk ausübt. Initiator war Herbert Schenk. Er hatte die Idee, die alten Backöfen in der Ortsmitte wiederherzurichten und wieder regelmäßig darin zu backen. Seither gehören die Backtage zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender in Kloster Lehnin. Fachkundig erklärten die Mitglieder der Interessengemeinschaft dabei dem interessierten Publikum das Handwerk. Die Gäste können den Experten über die Schulter schauen und das Bäckerhandwerk hautnah miterleben. "Es braucht nicht viele Zutaten für ein gutes Brot. Die Grundrezeptur und die Rohstoffe für unsere Brote stammen von unseren Groß- und Urgroßvätern. Wir backen nur mit Weizen- und Roggenmehl, Salz und Wasser unserem Natursauerteig", erklärte Bäckermeister Udo Wernitz. Dennoch hat das Brot über die Jahrhunderte immer einen besonderen Stellenwert. Die Kunst des Brotbackens begann bereits vor 5000 Jahren im alten Ägypten. Es war dort nicht nur das wichtigste und am weitesten verbreitetste Nahrungsmittel, sondern zugleich auch Naturalzahlmittel. Beamte bekamen beispielsweise einen Lohn von 900 Weiß- und 36.000 Aschebroten pro Jahr, 400 Asche- und zehn Weißbrote mussten als Steuer abgeführt werden. Der Hofbäcker war einer der einflussreichsten Beamten am Palast des Pharaos. Nicht unbedingt mehr Einfluss aber etwas mehr Aufmerksamkeit wünschen sich die Emstaler Brotbäcker von der Gemeinde Kloster Lehnin. "Museum und Brotbacktage betreiben wir in Eigenregie, opfern viel Energie und Freizeit. Größere Besuchergruppen können wir nicht bewirten. Gerne würden wir auch uns deshalb vergrößern. Aber leider fehlen uns das Geld und die Unterstützung seitens der Gemeinde", beklagen die Mitglieder. Dabei ist das Backofenmuseum einzigartig in ganz Deutschland und lockt fast 3000 Besucher an. Der ehemalige alte Konsum wurde dazu mit viel Liebe zum Detail umgestaltet. Zur Innenausstattung des Museums gehört neben einem Aufenthaltsraum, eine Backstube und ein moderner Ofen. Ein Besuch lohnt sich also nicht nur zu den Backtagen wie zuletzt Himmelfahrt und Pfingsten. Die nächste Großchance ergibt sich am heutigen 22. Mai, da die Emstaler von 13 bis 19 Uhr das 32. Backofenfest feiern. Bereits um 11.00 startet der 6. Kugelbrotlauf. Das komplette Programm auf www.backofen-emstal.de

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