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KWU beschleunigt Deponie-Öffnung

Bernhard Schwiete / 21.05.2016, 06:50 Uhr
Alt Golm (MOZ) Das Kommunale Wirtschaftsunternehmen (KWU) Entsorgung treibt seine Pläne zur Wiederöffnung der Deponie bei Alt Golm weiter voran. Am Donnerstagabend traf sich der Werksausschuss daher zu einer Sitzung. Noch allerdings fehlt die Genehmigung für das Vorhaben.

Das zusätzlich anberaumte Treffen des zuständigen Fachausschusses des Kreistags hatte den Zweck, eine Entscheidung für die Auftragsvergabe zur Herstellung einer neuen Basisabdichtung auf der Deponie "Alte Ziegelei" an der B168 zu treffen. Diese Abdichtung ist nötig, damit auf der Anlage, die eigentlich Ende 2011 geschlossen wurde, wieder neue Abfälle eingelagert werden können.

Wie im Falle von Auftragsvergaben üblich, tagte der Ausschuss ohne Öffentlichkeit. Mit der Entscheidung für ein Unternehmen habe das KWU nun schon mal Klarheit über die Kosten für die Basisabdichtung, erläuterte Werkleiterin Sölve Drawe am Freitag. Dass der Zuschlag an die auserwählte Firma tatsächlich erteilt wird, steht indes noch unter einem entscheidenden Vorbehalt. "Wir haben noch keine Genehmigung für die Wiederöffnung der Deponie. Das Landesamt für Umwelt prüft derzeit noch unsere Unterlagen", sagte Sölve Drawe. Bedenken, dass einer Erlaubnis durch die Aufsichtsbehörde etwas entgegen steht, habe sie nicht, unter anderem, weil das KWU als Eigenbetrieb des Kreises Oder-Spree ein öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger ist.

Dass sich der Werksausschuss trotz ausstehender Genehmigung bereits mit der Auftragsvergabe beschäftigte, kann indes als Zeichen gewertet werden, dass das KWU es eilig hat. Trifft das ersehnte Papier aus Potsdam ein, könnten die Arbeiten auf der Deponie quasi sofort beginnen. Wann es soweit sein könnte, wollte die Werkleiterin nicht prophezeien. Für die Erstellung der Basisabdichtung nannte sie eine Dauer von etwa einem halben Jahr. Im Winter seien derartige Arbeiten allerdings nicht ausführbar. Das heißt: Nur wenn die Genehmigung in den nächsten Wochen eintrifft, könnte die Deponie bereits in diesem Jahr wieder bereit zur Einlagerung von Abfall sein.

Nach Angaben von Sölve Drawe entsteht auf dem bestehenden Gelände Platz für 213000 Kubikmeter Müll. Dabei geht es um mineralische Abfälle wie Bauschutt. Das KWU will dort vor allem unterbringen, was von Privatleuten in den Abfallkleinmengenannahmen, vor allem am Standort Alt Golm, abgegeben wird - und dadurch Geld sparen. "Bisher müssen wir das woanders hinbringen", sagt Sölve Drawe. Derzeit unterhält das KWU keine einzige geöffnete Deponie. Nach den Prognosen reicht der neue Platz an der "Alten Ziegelei" für etwa zwölf Jahre. Dann wäre die Deponie voll.

Das Vorhaben stößt auf starke Kritik aus dem anliegenden Ort Alt Golm. Der dortige Ortsbeirat befürchtet unter anderem eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Eine entsprechende Stellungnahme hat er auch beim Landesamt für Umwelt eingereicht.

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