Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Protest gegen Asphalt-Ausbau

Bald Geschichte: Petra Dahms und Klaus-Dieter Vogel wehren sich gegen den Ausbau der Straße der Jugend
Bald Geschichte: Petra Dahms und Klaus-Dieter Vogel wehren sich gegen den Ausbau der Straße der Jugend © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 24.05.2016, 06:53 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Gegen den Ausbau der Straße der Jugend in Beiersdorf wehren Petra Dahms und ihr Nachbar Klaus-Dieter Vogel. Sie würden das alte Kopfsteinpflaster behalten. Die Mehrheit der Anlieger sei für den Ausbau, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister Willi Huwe.

"Mit dieser Straße wird ein Denkmal zerstört... und der Denkmalschutz hält dabei noch die Lampe." Petra Dahms hat ihren Protest auf ein großes Plakat geschrieben und es an ihrem Hoftor befestigt. Sie besitzt einen Vier-Seiten-Hof mit drei großen Scheunen und einem Wohnhaus an der Straße der Jugend.

Das alte Bauernhaus mit der dezent mit Stuck verzierten Fassade liegt an der Kopfsteinpflasterstraße. Es ist wie ein Bild aus einem vergangenen Jahrhundert. "Mir reicht sie vollkommen aus, ein Mehr an Straße ist nicht erforderlich", sagt Petra Dahms. Empörend findet sie, dass sich der Denkmalschutz nicht eingemischt habe. Sie sieht ihr eigenes Engagement und ihre Investitionen kontakariert. "Ich habe einen ortsbildprägenden Giebel der zur Straße passt", erklärte Petra Dahms, die auch Gemeindevertreterin ist, sich aber nicht durchsetzen konnte.

Dass die Straße in Asphalt ausgeführt werde, hält sie für einen Frevel schlechthin. Die Straße erhält auch einen Bürgersteig, der zu Petra Dahms' Verwunderung nicht unter der Straßenbeleuchtung, sondern auf der gegenüberliegenden Seite verläuft. "Die Straße hat 100 Jahre gehalten, man sollte sie lassen", pflichtet ihr Klaus-Dieter Vogel bei, ein Nachbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Seit 21 Jahren wohnt Klaus-Dieter Vogel in dem Haus, in dem früher der Konsum wie auch eine Gaststätte war. Seine vor einem Jahr verstorbene Ehefrau hatte das Anwesen zurückerhalten. Der Koblenzer ging mit ihr, als sie nach Beiersdorf zurück wollte. Natürlich ist der Straßenbau mit Kosten verbunden. Die Straße der Jugend ist Haupterschließungsstraße. Laut Straßenausbaubeitragssatzung übernimmt die Gemeinde 75 Prozent, die Anlieger übernehmen 25 Prozent.

Klaus-Dieter Vogel hat noch ein anderes Problem. Er soll einen Klotz am Haus entfernen, den er gar nicht gebaut hat. Der Klotz war zu DDR-Zeiten als Laderampe für den Konsum gebaut worden, ragt jetzt aber in den geplanten Gehweg hinein. Da er nicht der Bauherr ist, weigert sich Klaus-Dieter Vogel, die Rampe zu entfernen.

Weil beide Grundstücksbesitzer das Regenwasser bis jetzt auf die Straße leiten, haben sie Post vom Amt bekommen. Sie sollen das Wasser auf ihren Grundstücken versickern oder sich an die Regenentwässerung anschließen lassen. Vogel müsste dafür 1100 Euro, Petra Dahms 1700 Euro zusätzlich bezahlen.

Die zwei Anlieger seien als einzige gegen den Straßenausbau. "Das ist legitim, aber die Mehrheit hat anders entschieden", sagt Willi Huwe, ehrenamtlicher Bürgermeister von Beiersdorf-Freudenberg. Zwei Einwohnerversammlungen hatte die Gemeinde zum dem Thema einberufen. "Ich habe die Anwesenden sogar abstimmen lassen, ob sie Asphalt oder Kopfsteinpflaster haben wollen", so Huwe. Die Mehrheit entschied sich wegen der Kosten für Asphalt. Dies habe die Gemeindevertretung dann so bestätigt.

Eigentlich sollte der Ausbau der Straße der Jugend am 2. Mai beginnen. Doch Beiersdorf sei Bodendenkmal. Deshalb lasse die Denkmalschutzbehörde drei Schächte graben und analysiert die Funde. Huwe hofft, dass die Straße wie auch die Lindenstraße noch in diesem Jahr fertig werde.

Petra Dahms glaubt, noch einen Trumpf im Ärmel zu haben. Als im Dezember vergangenen Jahres der Ausbaubeschluss gefasst wurde, habe das Amt vergessen, sie einzuladen. Sie hofft nun, einen Formfehler in dem Verfahren geltend machen zu können.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG