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Frauenhagen feiert Kirche

Pfarrer Michael Heise weihte am Sonntag die neuen Antepodien der Frauenhagener Kirche.
Pfarrer Michael Heise weihte am Sonntag die neuen Antepodien der Frauenhagener Kirche. © Foto: Ronald Mundzeck
Tobias Gut / 30.05.2016, 19:05 Uhr
Frauenhagen (tgu) Bis auf den letzten Platz ist die Kirche des kleinen Ortes bei Angermünde am Sonntag gefüllt. Mit einem Festgottesdienst feiert Frauenhagen 100 Jahre Wiederaufbau der Kirche und die Weihung neuer Antepodien.

Festlich gekleidet haben die Gemeindemitglieder in der fast 800 Jahre alten Feldsteinkirche Platz genommen. Der ehemalige Pfarrer des Ortes, Horst Fichtmüller, steht im Vorraum und begrüßt die Gäste persönlich. "Heute ist ein festlicher Anlass", erklärt der pensionierte Theologe. "Wir feiern den 100. Jahrestag des Wiederaufbaus unserer Kirche und außerdem werden neue Antepodien, Altar- und Kanzelbehänge geweiht."

Fichtmüller selbst war von 1962 bis 1998 Pfarrer in Frauenhagen und hat für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. "Als ich hier anfing, stand ich gerade vor dem zweiten Staatsexamen", erinnert er sich. "Heute helfe ich meinem Nachfolger hin und wieder aus".

Auch während des Festgottesdienstes wird er Aufgaben übernehmen. Auf der Empore singt der Bralitz-Freienwalder Chor unter Leitung von Gerhard Grusenick und begleitet von Christoph Grusenick an der Orgel. Sie stammt aus der Werkstatt des Eberswalder Orgelbauers Kienscherf und wurde der Kirche 1915 durch die Fürstenfamilie von Reedern gestiftet.

Elisabeth Rother hat mit dem Frauenhagener Handarbeitskreis die Behänge für Altar und Kanzel gefertigt. "Sie zeigen kirchliche Symbole und liturgische Farben", erklärt sie. Mit den übrigen elf Mitgliedern ihres Handarbeitskreises hat sie ein halbes Jahr an den sieben Behängen gearbeitet. "Dabei haben wir auf alte und zum Teil sehr aufwändige Handarbeitstechniken wie die Goldstickerei zurückgegriffen", berichtet sie.

Dann erscheint Pfarrer Michael Heise. Er ist zuständig für die sieben Gemeinden des Pfarrsprengels Schönermark und ihre 750 Mitglieder. Über das rege Gemeindeleben in Frauenhagen freut er sich sehr. "Wir haben sogar eine Jugendgruppe im Ort. Es ist schön, wenn eine Kirche mit Leben erfüllt ist."

Der Festgottesdienst beginnt, der Pfarrer weiht die Antepodien. "Sie symbolisieren das Kirchenjahr", erklärt er. "Das Lamm steht für Ostern, die Taube für Pfingsten, die Kornähren für den Sommer und das Schiff für die Gemeinde." Die Behänge werden an Kanzel und Altar angebracht, der Chor singt "Großer Gott, wir loben dich" - ein feierlicher Moment. "Jetzt muss nur noch ein vernünftiger Schrank zur Aufbewahrung dieser Kunstwerke angeschafft werden", beauftragt Michael Heise den Kirchenbeirat während seiner Predigt. Anschließend lädt er zu einer Kaffeetafel ein samt "Zeit für Grußworte und Danksagungen".

Der Bau der Frauenhagener Kirche wird zwischen 1220 und 1230 datiert. Zu dieser Zeit diente sie nicht nur als spiritueller Ort, sondern bot durch ihre Feldsteinbauweise auch Schutz während der zahlreichen Auseinandersetzungen der Herzöge von Pommern und der brandenburgischen Markgrafen um die Uckermark. Sie wurde mehrfach zerstört und neu errichtet. Zuletzt brannte sie 1913 durch Blitzschlag aus und wurde bis 1916 saniert.

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