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Kiehnwerder feiert die Feuerwehr

Festumzug vom Spritzenhaus zur alten Schule: Mit einem Umzug durchs Dorf zum Festplatz starteten Kiehnwerders Feuerwehrkameraden und ihre Gäste die Jubiläumsfeier.
Festumzug vom Spritzenhaus zur alten Schule: Mit einem Umzug durchs Dorf zum Festplatz starteten Kiehnwerders Feuerwehrkameraden und ihre Gäste die Jubiläumsfeier. © Foto: Silke Bärisch-Müller
Silke Müller / 07.06.2016, 06:57 Uhr
Kiehnwerder (MOZ) Die Feuerwehr Kiehnwerder hat ihr 80. Jubiläum nachgefeiert. Das eigentliche Jubiläum liegt zwar bereits ein Jahr zurück. Trotzdem stand das Sommerfest ganz im Zeichen der Brandschützer.

Bislang galt ein Löscheinsatz von 1936 als ältester Beleg für die Existenz der Wehr. Bei Recherchen zum Jubiläum fand Anita Hanne in der "Deutschen Heimat" von 1935 in einem Artikel einen Hinweis auf die Gründung der Feuerwehr Kiehnwerder. Als dann auch noch auf einem alten Gruppenfoto der handschriftliche Hinweis auf das genaue Gründungsdatum 7. März 1935 auftauchte, musste die Geschichte umgeschrieben werden. Unverändert aber bleibt: "Seit mehr als acht Jahrzehnten fanden sich in im Dorf ununterbrochen Bewohner, die im Notfall helfen wollen", sagte Ortsvorsteher und Feuerwehr-Vize Peter Hübner. Das sei, fand er, bemerkenswert. Heut sind von den rund 100 Einwohnern im Ort 14 in der Feuerwehr, gut die Hälfte davon zählt zu den aktiven Kameraden, von denen wiederum nur noch einer unter 50 sei. Die meisten von ihnen sind tagsüber nicht vor Ort, auch deshalb sind große Einsätze selten. Die Feuerwehrleute stehen vor allem bereit, um Sturmschäden zu beheben und die löschtechnischen Anlagen im Dorf in Schuss zu halten.

Da stört es nicht so sehr, dass in Kiehnwerder kein eigenes Feuerwehrfahrzeug, sondern nur ein Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA) für den Einsatz bereitsteht. Er passt gerade so in das Feuerwehrhäuschen, das 1962 als Ersatz für das ursprüngliche gebaut wurde. Zunächst stellen sie dort noch ihre pferdegezogene Handdruckspritze aus Gründungszeiten unter, bis sie 1965, also im Jahr des 30. Wehrjubiläum, jenen TSA in Empfang nahmen, der heute noch in Dienst steht.

Stolz auf ihre Leistungen sind die Männer trotzdem. Ortswehrleiter Karl-Heinz Krüger erinnerte in seiner Jubiläumsrede, dass es zwar wenige schwerwiegende Einsätze für sie gab, aber bei Feuerwehrwettkämpfen habe die Wehr stets passabel abgeschnitten: "Wir waren zwar nie die Ersten, aber auch nie die Letzten." Karl-Heinz Krüger ist seit 1977 im Amt, er ist einer der dienstältesten Ortswehrleiter in Brandenburg. In zwei Jahren muss er aus Altergründen aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Deshalb sagte Peter Hübner: "So wie es ist, wird es sicher nicht weitergehen." Er ist sicher, dass es mit der Feuerwehr Kiehnwerder trotzdem weitergeht. Es habe sich immer ein Weg gefunden. Letschins Gemeindewehrführer Ralf Karaschewski versicherte, dass die Feuerwehr mitten im Dorf bleiben soll. Da sei er sich mit dem Bürgermeister einig. Er sagte auch: "Das Gerätehaus ist in einem unzureichenden Zustand und ein Fahrzeug wäre nötig - vielleicht zum 90. Geburtstag."

Die Kameraden aus Kiehnwerder brachte das nicht um ihre Feierlaune. Auch ohne Fahrzeug gab es einen Festumzug. Damit die Feuerwehrleute aus Kiehnwerder an der Spitze mitlaufen können, zog Eberhard Unterwalder mit seinem grünen Deutz diesmal TSA. Sonst wird dafür einen privater Transporter genutzt. Der ist orange und deshalb diesmal nicht dabei. Dafür hat Bernd Pawliczogk, der auch zur Wehr gehört, diesmal seinen VW-Transporter bereitgestellt - einen rot lackierten. Aus technischen Gründen musste dieses Fahrzeug allerdings den Anhänger ziehen, auf dem historischen Handspritze steht. Diese wiederum hatte sich Kiehnwerder für den Umzug aus Groß Neuendorf geborgt. Dahinter reihten sich die Fahrzeuge der Gastfeuerwehren aus der Gemeinde ein.

Die Gäste halfen mit einem modernen Mercedes-Löschfahrzeug aus, mit dem Nachwuchs eine Runde im Feuerwehrauto zu fahren, während auf dem Festplatz bei Kaffee, Kuchen, Bier, Gegrilltem und Musik kräftig gefeiert wurde.

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