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Versteckte Paradiese hinterm Eigenheim

Weitblick ins Oderbruch: Ingrid (rechts) und Wolfgang Kliems aus Beauregard genießen die Sicht aus ihrem Garten. Die Gartenarbeit haben sie gerecht aufgeteilt: Wolfgang Kliems kümmert sich um das Gemüse und seine Frau Ingrid um die Zierpflanzen
Weitblick ins Oderbruch: Ingrid (rechts) und Wolfgang Kliems aus Beauregard genießen die Sicht aus ihrem Garten. Die Gartenarbeit haben sie gerecht aufgeteilt: Wolfgang Kliems kümmert sich um das Gemüse und seine Frau Ingrid um die Zierpflanzen © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 12.06.2016, 21:56 Uhr - Aktualisiert 14.06.2016, 09:44
Beauregard/Wriezen/Vevais (MOZ) Farbenpracht soweit das Auge reicht: 32 Gärten haben sich im gesamten Oderbruch von Bad Freienwalde bis Seelow an den offenen Gärten beteiligt. Zwischen Gemüsebeeten, Zierpflanzen und Sträuchern gab es auch jede Mengen interessante Geschichten zu hören.

Wer den Garten von Simone und Herbert Schmidt am vergangenen Wochenende betreten hat, sollte einen Strich an der Kreidetafel setzen. Im vergangenen Jahr waren 360 Besucher in den 800 Quadratmeter großen Garten gekommen, berichtete der Hausherr und leidenschaftliche Rosenliebhaber. "Mal sehen, ob wir das in diesem Jahr toppen", sagte Herbert Schmidt.

Zahlreiche Gärten haben sich an den offenen Gärten im Oderbruch beteiligt.
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Offene Gärten im Oderbruch

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Gut sah es aus, denn beständig wuchsen die Striche auf der Kreidetafel. Fast im Zehnminutentakt traten am Sonnabend neue Gäste durch die Pforte auf den akkurat gestutzten und saftig grünen Rasen. Zwei Wochen Urlaub hatte sich der Hausherr im Vorfeld der offenen Gärten im Oderbruch genommen. Jeden Tag habe er vorher den Rasenmäher angeworfen.

Aber nicht der Rasen war der Hingucker in seiner kleinen Parkanlage, sondern die 105 Rosenarten, um die sich der zweifache Familienvater wie um seine eigenen Kinder kümmert. Neu in diesem Jahr war für die Besucher die Rose "Rachel Louise Moran". "Diese Rose wurde nach einem Mädchen benannt, das in England auf seinem Heimweg nach einer Disconacht ermordet wurde", erzählte Herbert Schmidt. Die Eltern hatten für die Beerdigung ihrer Tochter einen Auftrag an die berühmte Rosenzucht-Schule Harkness gegeben, um die Rose dann zum Abschied ihrer Tochter auf das Grab zu setzen. Seitdem trägt die Blüte den Namen des Mädchen, erzählte der Rosenliebhaber seinen Gästen fortwährend. "Ich hab es gern, wenn sich hinter meinen Pflanzen eine Geschichte verbirgt", sagte Herbert Schmidt, der seinen Garten als kleine Parkanlage mit italienischen Zierden versteht. Neben der Rachel-Louise-Moran-Rose hat der Hobby-Gärtner auch zahlreiche Malerrosen auf seinem grünen Grundstück stehen. Jahrelange Erfahrung habe ihm gezeigt, wie die Rosen auf dem Märkischen Boden am besten wachsen, erzählte er.

Diese Erfahrungen haben auch Ingrid und Wolfgang Kliems aus Beauregard gemacht. Vor mehr als zwanzig Jahren kamen sie aus Magdeburg zurück in die Heimat der Familie: das Oderbruch. In Beauregard übernahmen sie ein Haus, das im Familienbesitz war, aber über viele Jahre Verwitterungen und dem Zahn der Zeit ausgesetzt war. Besucher, die sich am Wochenende auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück umsahen, konnten kaum fassen: Zwölf Jahre war das Ehepaar damit beschäftigt, das alte Fachwerkhaus wieder bezugsfähig zu machen. Untergekommen waren sie währenddessen im Dorf. Mit der Herrichtung des Gartens begannen sie nach dem Einzug. Heute wachsen dort Buchsbäume, Magritten, Blaurauten, Rittersporn und viele andere Pflanzen und Gemüsesorten. Für die Kliems ein kleines Paradies.

Wie im Paradies fühlen sich auch Inge und Kurt Müller in ihrem Garten. Das Ehepaar hatte ihr Vevaiser Grundstück vor etwa 60 Jahren als Kartoffelacker übernommen. Kaum zu glauben, weil dort heute ein großer Teich mit zahlreichen Laubfröschen, ein Steingarten und viele Ecken zum Verweilen einladen. Hier und da hat Inge Müller auch ihre Keramikobjekte in die selbst gestaltete Landschaft mit einfließen lassen. So konnten Besucher in der einen Ecke zum Schäferschachspiel greifen und in einer anderen Masken und Reliefe bestaunen.

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