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Bugk in 150 Bildern

Anerkennung: Matthias Bradtke (l.) bedankt sich bei Dorfbewohnern dafür, dass sie Fotos zur Verfügung stellten.
Anerkennung: Matthias Bradtke (l.) bedankt sich bei Dorfbewohnern dafür, dass sie Fotos zur Verfügung stellten. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 14.06.2016, 06:20 Uhr
Bugk (MOZ) Anlässlich der 600-Jahr-Feier von Bugk haben Einwohner eine kleine Fotoausstellung zusammengetragen, die bis auf Weiteres im Dorfgemeinschaftshaus besichtigt werden kann. Sie gewährt einen Einblick in das ländliche Leben vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum 20. Jahrhundert.

"Und das hier ist eine Kneipenwette gewesen", lacht Peter Freund und zeigt auf Fotos aus den 1970er-Jahren, die Dieter Joppig und Helmut Pete bei einem Wettlauf mit vielen Zuschauern zeigen. "Sie wollten von Bugk bis zur Kneipe in Kehrigk, aber ich glaube, das haben sie nicht geschafft", erzählt er weiter und freut sich, dass das Ereignis dokumentiert wurde. Rund 150 Fotos und Kopien von Dokumenten sind auf drei Tafeln zu sehen, und Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig ist des Lobes für die Bugker voll, wie sie in ihren Sachen gekramt haben, um diese historischen Zeugnisse an die Öffentlichkeit zu bringen. Viele waren einem Aufruf in der Märkischen Oderzeitung gefolgt, alte Fotos zur Verfügung zu stellen. Außerdem war seit einem halben Jahr bei allen Zusammenkünften in Bugk, so auf Rentnerveranstaltungen oder Dorfversammlungen, geworben worden bei allen Zusammenkünften in Bugk geworben worden: "Guckt mal, wer noch was hat", erzählt Heike Frigui, die mit Matthias Bradtke die Ausstellung einrichtete.

Eine der drei Tafeln ist Fotos von Landschaften und Gebäuden gewidmet. Schon lange verschwundene Sommerwege sind zu sehen, das Schloss, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat und zum Beispiel auch der Gasthof von Karl Kunig, der seit mindestens zehn Jahren geschlossen ist. "Ilma war eine bekannte Persönlichkeit im Ort", weiß Ingrid Lehmann. Wie viele andere Bugker studierte sie die Fotos, auf denen besonders die Älteren noch viele wiedererkannten und mit Namen benennen konnten. Auf der Tafel daneben ist dann "Wilma ganz jung", wie Ingrid Lehmann erkannte, zu sehen. Der Gasthof war das gesellige Zentrum und die Nachrichtenzentrale im Dorf und Wilma der Mittelpunkt. Diese Tafel zeigt das Dorfleben mit Zampern, dem damals eifrig regelmäßig gepflegten Tauziehen, der Maibaumaufstellung und eben auch der Kneipenwette. Einige Fotos sind von gemeinsamen Kahnfahrten im Spreewald erhalten.

Die dritte Tafel ist aus sechs Abteilungen zusammengesetzt. Die erste ist der Freiwilligen Feuerwehr, dem Radfahrverein und der Fischerei gewidmet, während die zweite Bugker Familien zeigt, darunter die Familien Käfert-Dietrich, Wilhelm Schulz, Günter Jarzina, Nickel und Kochan. Hier ist auch das vermutlich älteste Foto zu finden, und zwar von dem am 22.8.1880 geborenen Karl Käfert in kaiserlicher Uniform. Eingereicht wurde es von Konrad Dietrich, der dafür einen kleinen Preis erhielt. Ebenfalls preisgekrönt waren die von Sabine Cersovski und Lisa Hadeball zur Verfügung gestellten Fotos der Familie Bradtke ab 1911 aus drei Generationen und die von Hansi Jarzina von Martha und Georg Schulze von 1917. Die dritte Abteilung hat das Schloss zum Inhalt, in dem sich jetzt eine Therapieeinrichtung befindet. Von Erich Graf von Hacke ist die Todesanzeige erhalten, und unter anderem gibt es ein Bild vom Speisesaal aus der Zeit, als es ein FDGB-Heim war. Der Abteilung Schule und Schulzeit vom Ende der 1920er bis 1960er-Jahre hat Manfred Holzhäuser ein Klassenfoto beisteuern können. In der vorletzten Abteilung geht es um die Landwirtschaft mit einer Kopie der Bodenreformurkunde und in der letzten um Hochzeit und Konfirmation, darunter ein Foto von 1921/22 einer Hochzeitsgesellschaft vor der Gaststätte Kunig, zur Verfügung gestellt von Jeanette Krohm.

Besichtigungsmöglichkeit über Matthias Bradtke, 0177 8346453

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