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Kaufpark Eiche wird für knapp 40 Millionen Euro neuem Einkaufsverhalten angepasst / Erlebniswelt statt Internetbestellung

Einkaufszentrum erhält Verjüngungskur

Blick in die Zukunft: Wo künftig eine 14 Meter hohe Rutsche (links) und Shops zum Verweilen einladen, befindet sich heute eine massive Rolltreppenanlage. Sie wird abgerissen und durch Aufzüge ersetzt.
Blick in die Zukunft: Wo künftig eine 14 Meter hohe Rutsche (links) und Shops zum Verweilen einladen, befindet sich heute eine massive Rolltreppenanlage. Sie wird abgerissen und durch Aufzüge ersetzt. © Foto: MOZ
Olav Schröder / 16.06.2016, 07:15 Uhr
Eiche (MOZ) Eines der ersten Einkaufszentren nach der Wende in Brandenburg erhält nach mehr als 20 Jahren eine Verjüngungskur. Bis zu 40 Millionen werden investiert, um sich "veränderten Zeiten" anzupassen, sagt Christian Diesen, Geschäftsführer der HLG Gesellschaft zur Entwicklung von Handelscentren.

"In Zeiten des Smartphones hat sich ein neues Einkaufsverhalten entwickelt", hält Diesen fest und fügt hinzu: "50 Milliarden Euro werden im Internet bewegt - von Zuhause aus." - Ein Abgesang für Kaufhäuser und Einkaufszentren? Dies sieht Diesen nicht so: "Wir wollen die Kunden von der Couch holen und dafür sorgen, dass sie gern in den Kaufpark kommen", sagt er. "Das, was man kauft, will man auch gern anfassen und direkt vergleichen", sagt er mit dem Anspruch, "den Standort fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen".

Mehr Gastronomie, Grün-, Spiel- und Veranstaltungsflächen sind die Bausteine dafür, dass sich die Kunden gern und länger im Kaufpark aufhalten. Hinzu kommt ein Branchenmix mit bewährten Marken des deutschen Einzelhandels und zusätzlichen Filialisten, die in Deutschland noch nicht vertreten sind. Das Preisniveau bleibe unverändert, Mode und Sport werden als Schwerpunkte angesehen. Und "flächendeckend kostenloses WLAN", kündigt Diesen an.

Das Plus an Aufenthaltsqualität des Kaufparks gegenüber der heimischen Couch soll sich bereits am Erscheinungsbild festmachen. "Gegenwärtig dominiert die Funktionalität, das Erlebnis kommt zu kurz", beschreibt Architekt Michael Maas die Aufgabe. "Funktional" ist beispielsweise die Stahlkonstruktion. Doch statt sie, wie heute, durch kräftigen Blauanstrich zu betonen, soll sie künftig in hellen neutralen Tönen in den Hintergrund treten. Holz- und Grüntöne sind vorgesehen, wobei die Mieter ihre Konzepte natürlich umsetzen können. Abgehängte Decken werden entfernt, es gibt mehr Oberlicht statt Kunstlicht und der Gang-Charakter zwischen den Shops wird durch eine neue Möblierung aufgelöst.

Die Bauarbeiten laufen planmäßig. Wie berichtet (MOZ vom 26. Mai), entsteht derzeit vor dem westlichen Flügel der Fachgeschäfte zwischen Media-Markt und Haupteingang ein Neubau. Der Bereich des früheren Baumarktes hinter dem östlichen Flügel wird mit Geschäften in den Shopping-Rundgang einbezogen. Der gesamte Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb bis zum Herbst 2017.

Zu den Kernideen der Verjüngung gehört die Verlegung des Haupteingangs. Er rutscht gleichsam nach Osten. Gegenwärtig präsentiert er sich mit seiner großen Glasfront zwar offen, trägt jedoch mit zwei Klein-Imbissen, am Rande platzierten Kinderspiel-Automaten und vor allem der platzraubenden "mehrspurigen" Rolltreppenrampe in die Obergeschosse den Charakter einer Durchlaufstation. Die Rollbänder werden daher abgerissen und durch Aufzüge ersetzt, die auch mit Einkaufswagen bequemer in die oberen Etagen führen. Der jetzt noch im Dunkeln liegende Nebeneingang wird "geöffnet" und zum ebenfalls mit viel Glas versehenen Hauptzugang. Das bisherige Erscheinungsbild bleibt somit als Erkennungsmerkmal erhalten.

Clou soll die Neugestaltung des derzeitigen Foyers sein: Gastronomie und Shops ziehen ein. Und eine weitgehend transparent gestaltete, 14 Meter hohe spiralförmige Rutsche wird installiert. Kinder erreichen sie vom zweiten Obergeschoss und sausen auf Matten durch die Röhre.

"Vorhandenes nicht abreißen, sondern verändern", sei das Prinzip der Verjüngung, sagt Architekt Maas. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der Gastronomie. Derzeit versteckt sich das Restaurant im Obergeschoss und ist von außen als solches nicht erkennbar. Das soll anders werden. Und wo jetzt dem Kunden, der auf das Einkaufszentrum zuläuft, Wände abweisend gegenüber stehen, werden im Innen- und Außenbereich zusätzliche gastronomische Angebote mit Sitzmöglichkeiten, neue Grünflächen und Spielmöglichkeiten für Kinder hinzukommen.

Unterm Strich soll die Zahl der Shops auf einer Fläche von 63000 Quadratmetern von derzeit 100 auf 140 - inklusive Gasronomie - steigen. Trotz des Höhenunterschieds des Gesamtensembles von drei Metern soll alles barrierefrei für die Kunden erreichbar sein.

Kaufpark-Investor ist redos Real Estate mit Sitz in Hamburg. Das auf Einzelhandel spezialisierte Unternehmen managt deutschlandweit 51 Standorte.

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