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Ein Ort mit verborgenen Reizen

Jörg Kühl / 17.06.2016, 08:39 Uhr
Leißnitz (MOZ) In der Serie "Dorfrundgänge" besucht das Oder-Spree Journal Orte, die selten Gegenstand der Berichterstattung sind. Ob noch so klein oder abgelegen: In jedem Flecken leben Menschen, die ihr Zuhause lieben. Heute: Kuhnshof bei Leißnitz.

In Kuhnshof gibt es 21 Menschen und 12 Hausnummern. Viele Autofahrer nutzen die Straße durch Kuhnshof nur als schnöde Abkürzung, um von der B168 bei Friedland nach Leißnitz, Glowe oder Sarkow zu gelangen. Doch es lohnt sich, einmal anzuhalten, und den Ort, der zu Leißnitz gehört, ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und siehe da: Es offenbaren sich durchaus sehenswerte Details: Zum Beispiel das Gutshaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, das von der Familie Kuhn erbaut wurde. Von besagter Straße aus wegen der eingerückten Position kaum zu sehnen, überwacht es einen von vier Seiten umschlossenen Hof. Das Gutshaus, dessen Eigentümer 1945 enteignet wurden, wird heute als Wohnhaus genutzt. In Kuhnshof kann man die jüngere Geschichte noch nachvollziehen: Nach 1945 wurden Flüchtlinge aus dem ehemaligen deutschen Kreis Krossen (heute Polen) angesiedelt.

Von den einstigen Siedlern lebt heute nur noch Frieda Hülsenitz (85) mit ihrer Familie im Ort. Inzwischen beackert ihr Sohn Achim die Scholle, ringt dem sandigen Boden Pastinaken, Dill, Erdbeeren, Gurken, Tomaten, Radieschen, Salate und viele andere vitaminreiche Erzeugnisse ab. Auf den Salatanbau versteht sich auch die Ortsvorsteherin von Leißnitz, Annette Fielitz, die mit ihrem Lebensgefährten und mit ihrer Tochter Marlene (17) in Kuhnshof lebt. Die engagierte Frau sorgt jedes Jahr dafür, das der Zampertross auf seinem Rundgang durch Leißnitz und seinen Dörfern zuallererst in Kuhnshof Halt macht.

Kuhnshof kann es sogar mit Berlin aufnehmen. Zumindest für Ina Hülsenitz. Die 27-Jährige ist nämlich im vorigen Jahr nach einer fünfjährigen Berlinzeit, wieder reumütig an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurückgekehrt und bewohnt nun das Haus ihrer Großtante, so schließen sich familiäre Kreise.

Die jüngste Einwohnerin ist Virginia Zeiler. Die 13-Jährige wohnt mit ihrer Familie und einem stattlichen weißen Schäferhund-Mix in einem Gebäude, das früher einer der hofumspannenden Stallanlagen war, zu DDR-Zeiten aber schon zum Wohnhaus umgebaut worden war.

Was an Kuhnshof besticht, ist die üppige Pflanzenpracht, die dem Besucher allerorten begegnet. Zum Beispiel im Garten von Gabriele Feigl. Die gelernte Gärtnerin ist besonders stolz auf ihre Ramblerrosen, die sie täglich pflegt. "In Kuhnshof liebe ich das ruhige Leben mitten in der Natur", so die Dame mit dem grünen Daumen.

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