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Rettung ohne Happy End

Sind und bleiben Wildtiere: Jungschwäne wie diese gerieten auf die Autobahn. Sie wurden Polizisten gerettet - doch vergeblich.
Sind und bleiben Wildtiere: Jungschwäne wie diese gerieten auf die Autobahn. Sie wurden Polizisten gerettet - doch vergeblich. © Foto: MZV
Dietmar Stehr / 17.06.2016, 18:12 Uhr
Kunsterspring/Oberkrämer (RA) Trauriges Ende einer couragierten Rettungsaktion: Sechs Jungschwäne, die vorigen Sonnabend von der A10, unweit der Anschlussstelle Oberkrämer (Oberhavel), von der Straße gerettet und in den Tierpark Kunsterspring geschafft wurden, sind dort verendet. Das bestätigte Tierpark-Leiter Peter Mancke auf RA-Nachfrage.

Ralf Feierbach und Silvio Runge vom Videowagen der Verkehrspolizei in der Direktion Nord hatten vorige Woche den Verkehr auf der Autobahn gestoppt, um die wenige Wochen alten Schwäne von der Fahrbahn zu retten. Die Jungtiere kamen, nachdem die Eltern nicht auffindbar waren, nach Kunsterspring. Die Tierrechtsorganisation Peta würdigte den Einsatz der Polizisten und ernannte beide per Urkunde zu "Helden für Tiere".

Zumindest die Auszeichnung sieht Mancke mit gemischten Gefühlen. Er verweist auf die Empfehlung des Naturschutzbundes (Nabu), verwaist scheinende Wildtiere nicht aus der Natur zu entnehmen. Denn selbst wenn die Jungen in Menschenhand überleben, stelle sich über kurz oder lang die Frage nach deren Überlebensfähigkeit im Anschluss an eine Auswilderung. "Im Zweifelsfall sind die Überlebenschancen höher, wenn ein Tier in der Natur verbleibt", so Mancke.

Den Einsatz der Polizisten hält der Tierpark-Leiter gleichwohl für richtig. Denn im konkreten Fall stellten die jungen Schwäne eine Gefahr für den Verkehr dar, die beseitigt werden musste. Vor diesem Hintergrund sei der Tierpark auch bereit gewesen, die Schwanenküken aufzunehmen. Von Privatpersonen wären die Tiere nicht angenommen worden. Kunsterspring sei keine klassische Auffangstation, die mit großem Personaleinsatz Jungtiere aufpäppeln könne.

Woran die sechs Schwäne letztlich verendeten, ist laut Mancke unklar. Er vermutet, dass sie bereits zu entkräftet oder zu lange ohne Nahrung waren, um die erlebten Strapazen zu überstehen. Tröstend sei hingegen der Gedanke, dass die Eltern womöglich bereits an neuem Nachwuchs arbeiten.

Kommentare

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mk mk 18.06.2016 - 12:01:02

unfassbar

Das ist doch kein Tierschutz. Hauptsache Anerkennung von Peta kassieren, ohne Tiere richtig zu versorgen. Schande...

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