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VW-Käfer-Fahren als Lebenstraum

Anna Fastabend / 21.06.2016, 06:45 Uhr
Althüttendorf (MOZ) Die Liebe zu den kleinen Autos von Volkswagen ist in Althüttendorf riesig. Am Sonnabend fand das zehnte Treffen für Fans der kugelrunden Wagen aus ganz Deutschland statt. Die Käferfamilie Althüttendorf hatte dazu eingeladen. Daneben feierte der Ort sein Dorffest.

Um die 100 Kulleraugen zwinkern einem am Sonnabend freundschaftlich zu. Sie gehören zu den etwa 50 VW-Käfern mit den niedlichen Gesichtern, die auf der Wiese am Sportplatz in Althüttendorf parken. Außerdem stehen dort eine Handvoll alte VW-Campingbusse und Strandbuggys. Dazwischen sind Zelte aufgebaut. Zahlreiche Fans des Automodells sind der Einladung der Käferfamilie Althüttendorf gefolgt. Zum zehnten Treffen sind Gäste aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen angereist.

Die VW-Käfer-Fans sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Über Mundpropaganda erfahren sie, wann und wo sie das nächste Mal zusammenkommen. Am Sonnabend haben die Käferfahrer bereits eine Tour um den Werbellinsee gemacht. Nun sitzen sie zusammen und grillen oder holen sich Kuchen und Cocktails beim nebenan stattfindenden Dorffest.

Der Vorsitzende der Althüttendorfer Käferfreunde Eberhard Schröder liebt die Autos so sehr, dass er sogar eine Krawatte mit Minikäfern bedruckt trägt. Die Althüttendorfer nennen sich Familie und nicht Club, weil praktisch nur zwei Familien mitmachen, berichtet Schröder. Außer den Schröders sind da noch die Eckbretts.

Mit seinem VW-Käfer hat sich der 63-Jährige zum 50. Geburtstag einen Lebenstraum erfüllt, erzählt er. Er besitzt ein glänzend blaues VW-Cabriolets 1303 aus dem Baujahr 1973. "Insgesamt wurden über 21 Millionen VW-Käfer verkauft", sagt er. In Deutschland wurde die Produktion 1978 eingestellt, in Mexiko 2003. Die Althüttendorfer haben die meisten ihrer Käfer vor der Verschrottung gerettet. "Wir wollten die alte Technik wieder zum Leben erwecken", sagt Schröder. Vieles an ihren Autos haben sie selbst repariert. "Aber komplizierte Dinge wie Motoren muss sich ein Fachmann angucken."

Warum er als Ostdeutscher nicht dem ebenfalls sympathisch aussehenden Trabanten, sondern dem westdeutschen Käfer verfallen ist, erklärt er so: "Zu Ostzeiten habe ich nicht im Traum daran geglaubt, irgendwann mal einen VW-Käfer zu besitzen."

"So wie sich im Osten seit der Wende zahlreiche Käferclubs gegründet haben, gibt es im Westen viele Trabbitreffs", erzählt ein weiterer Käferfan, Ralf-Dietrich Böhlke. Der 73-Jährige hat seinen an dem regnerischen Tag aber lieber wieder in die trockene Garage gebracht. Böhlke ist der stolze Besitzer eines silbernen VW-Cabriolets 1302 mit roten Ledersitzen von 1971. Er hatte 2007 das erste Käfertreffen in der Region mitorganisiert, berichtet er - und zwar zusammen mit dem Essener Theo Decker, der deutschlandweit für das Frisieren der Autos bekannt ist. Damals fand das Treffen auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums in Finowfurt statt, sagt Böhlke. "Der damalige Verkehrsminister Reinhold Dellmann ist bei einer Beschleunigungsfahrt in einem 360-PS-starken Käfer kreideweiß geworden."

Kristin Käppeli und ihr Mann Frank Bade sind mit ihrem Käfer aus Berlin angereist. Frank Bade ist mit seiner Werkstatt Franky's Käfergarage der Automechaniker der Althüttendorfer Fahrzeuge. Für Kristin Käppeli ist Käferfahren ein Lebensgefühl: "Wenig Technik, viel Spaß", fasst sie es zusammen.

Auch beim Dorffest auf der Wiese nebenan ist was los. Dort werben Feuerwehrmänner der 135 Jahre alten Freiwilligen Feuerwehr Althüttendorf um Nachwuchs. Dort verkaufen die Mitglieder des Natur und Heimatvereins Althüttendorf Kuchen und Torten. Und die Tanzmäuse tanzen mit Pompons.

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