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Wandertipps vom Liebenwalder Hafenmeister

Im Gespräch: Liebenwaldes Hafenmeister Erich (Ete) Kersten begrüßt die Neuankömmlinge im Hafen. Sie sind auf dem Weg nach Parchim und überlegen noch, ob sie über Nacht bleiben.
Im Gespräch: Liebenwaldes Hafenmeister Erich (Ete) Kersten begrüßt die Neuankömmlinge im Hafen. Sie sind auf dem Weg nach Parchim und überlegen noch, ob sie über Nacht bleiben. © Foto: MZV/Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 27.06.2016, 21:00 Uhr
Liebenwalde (GZ) "Bitten im Liebenwalder Stadthafen von Bord gehen zu dürfen." Das mussten Karin und Jürgen Thomas aus Parchim, die gerade am Steg ihren "Flipper 510" vertäut haben, nicht fragen. Doch Erich Kersten, in der Stadt allseits auch als Ete bekannt, ist bereits auf dem Steg und begrüßt die Neuankömmlinge. Das ist natürlich nicht die ausdrückliche Pflicht eines Hafenmeisters, doch da die Zahl der Boote übersichtlich ist, tut er es gern. Die "Lillebros" ist das einzige Boot, das am Montagnachmittag im Hafen festgemacht hat. "Der Namen stammt aus dem Schwedischen und bedeutet kleiner Bruder", erklärt Freizeitkapitän Thomas. In Halle (Saale) hat Familie Thomas ihr Schiff ins Wasser setzen lassen. Nun schippert sie gemütlich zurück nach Parchim. "Wir sind Rentner, da haben wir Zeit", ergänzt Karin Thomas und erkundigt sich bei Ete gleich, wo sie denn gut Essen gehen können? Die Frage ist schnell beantwortet: "Na hier!" Ete zeigt auf das Hafenrestaurant und ergänzt: "Wenn der Mittagstisch schon vorbei ist, dann kochen die Mitarbeiter Ihnen bestimmt gern etwas."

Im Notfall hätte auch Ete den Gästen wenigsten eine Bockwurst heiß machen können. Denn seinen kleinen Laden am Hafen, in dem Wanderer, Radfahrer aber auch Schiffer Lebensmittel, Getränke und sogar Angelzeug finden, betreibt er als Hafenmeister noch weiter. "Bislang kein Problem. Das kriege ich schon unter einen Hut", sagt er und lacht.

Inzwischen steht Kersten wieder vor seinem Laden und wird prompt angesprochen. "Haben Sie Eis?" Eine Gruppe aus Berlin ist von Zerpenschleuse nach Liebenwalde gewandert und möchte sich kurz abkühlen, bevor es weiter zur Seegaststätte geht, wo sich die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen verabredet haben. "Heute leider nicht, Montag ist Ruhetag. Eigentlich bin ich gar nicht da", erklärt Kersten. "Dann können Sie uns aber bestimmt den Weg zur Seegaststätte weisen, und vielleicht kennen sie sogar eine Abkürzung", fragt ein Mitglied aus der Gruppe. Gratis gibt es von Ete nicht nur die Wegbeschreibung, sondern ein paar Tipps, was es an Sehenswertem entlang des Weges gibt.

Dass Kersten trotz Ruhetag vor Ort am Hafen ist, hat seinen Grund. Zwei Gäste aus Löwenberg haben sich am Vormittag ein Kanu ausgeliehen, nun wartet er, dass sie wieder zurückkommen und das Boot abgeben. "Auch das gehört zum Job als Hafenmeister", sagt Kersten und lacht. Sein Enkel Luca, der Opa heute helfen darf, nickt zustimmend. Die Ausflügler aus Löwenberg hatten angerufen und das Kanu bestellt. "Kann jeder gern machen", so Erich Kersten.

Für den Notfall ist des Hafenmeisters Telefonnummer am Aushang am Laden zu finden, sollte ein Caravan-Camper oder Freizeitkapitän zu ungewöhnlich später oder früher Stunde in Liebenwalde eintreffen.

Elf Caravan-Stellplätze gibt es auf dem Areal, außerdem 32 Liegenplätze im Hafen. Zum Service gehört, dass die Gäste Strom erhalten, außerdem gibt es die Möglichkeit, die sanitären Anlagen zu benutzen. Wer länger bleiben will, kann auch ein Kanu oder Fahrrad mieten, um die Gegend zu erkunden.

Bislang hat Kersten mit den Wanderern und Campern mehr zu tun, als mit den Freizeitkapitänen. "Aber das wird schon", ist Ete optimistisch. Als geselliger Typ, der er ist, freut er sich vor allem auf die Gespräche mit den Gästen. "Viele kommen natürlich aus Berlin und dem Umland. Aber auch aus Hamburg, Dresden und sogar aus Frankreich waren schon Camper hier," erzählt er. Dann steht er auf und geht einem Radler entgegen, der auf den kleinen Laden am Hafen zufährt.

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