Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nagetiere sind am Dorfteich in Lawitz tätig / Bürgermeisterin fürchtet Gefährdung für Menschen

Biber unterhöhlen Wiese

Spuren der Zerstörung: Rund um den Dorfteich in Lawitz haben Biber bereits zahlreiche Löcher verursacht.
Spuren der Zerstörung: Rund um den Dorfteich in Lawitz haben Biber bereits zahlreiche Löcher verursacht. © Foto: MOZ/Caroline Reul
Caroline Reul / 29.06.2016, 06:21 Uhr
Lawitz (MOZ) Der Biber treibt sein Unwesen aktuell am Dorfteich in Lawitz. Mit den starken Niederschlägen am Wochenende wurde ersichtlich, welche Gefahr das tierische Treiben mittlerweile birgt: Überall kamen auf der Wiese Löcher zum Vorschein. Die Bürgermeisterin ist besorgt.

Gudrun Schmädicke hat langsam kein Verständnis mehr dafür, dass dem Biber so viel Schutz zukommt. "Naturschutz ist gut und schön, aber wenn es gefährlich für den Menschen wird, sollte man überlegen, was wichtiger ist", sagte die Lawitzer Bürgermeisterin am Dienstag.

Grund des Ärgernisses ist die Aktivität des Bibers am Dorfteich. Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich dabei nicht nur um ein einzelnes Tier, sondern um zwei. "Es gibt Fotos, die zeigen, wie sich die beiden nachts auf der Insel vergnügen", berichtet die Bürgermeisterin. "Wie im Tierpark oder im Zirkus", beschreibt sie es.

Dass sich die Tiere dort aber so wohl fühlen, ist der große Nachteil für die Lawitzer. Zunächst einmal sei der Teich, der vor zwei Jahren mit viel Aufwand saniert worden war, seit dem Auftauchen der Nagetieres wieder dreckig, ärgert sich Gudrun Schmädicke. "Er sieht unmöglich aus."

Mittlerweile haben die Biber zusätzlich auch schon unter der Wiese in Richtung Spielplatz einige Löcher gegraben. Das ganze Ausmaß sei erst am vergangenen Wochenende sichtbar geworden, als es so stark geregnet hat, erläutert die Bürgermeisterin. Wirklich überall auf der Wiese seien die Löcher verteilt. "Ich habe große Angst, dass alles unterhöhlt ist und irgendwann einmal jemand einbricht", erläutert sie.

Am Wochenende habe die Freiwillige Feuerwehr die Löcher noch kurzerhand zugeschüttet, damit zur Jubiläumsfeier keine Unglücke geschehen, eine dauerhafte Lösung könne das aber natürlich nicht sein. Ein Teil des Zugangs zum Teich musste mittlerweile abgesperrt werden. Dort sind Löcher, in denen problemlos Fußbälle verschwinden könnten. Beim Blick hinein sind Gänge zu erkennen. Auch der Zaun um den Teich ist bereits in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Kinder kommen her, um Enten und Zicken zu füttern und laufen dabei Gefahr sich zu verletzen", ist sie besorgt.

Neben dem Risiko, dass jemand einbricht, macht ihr aber noch etwas anderes Sorgen. Direkt hinter dem Dorfteich liegt eine Kaupe. Sie ist eine von zahlreichen, die so charakteristisch sind für Lawitz und wunderschöne Kleinode, die es zu für Gudrun Schmädicke unbedingt bewahren gilt. "Für mich sind sie ein Naturschutzgebiet", sagt Gudrun Schmädicke. Für sie wäre es nicht nachvollziehbar, wenn diese wegen der Tätigkeiten des Bibers zerstört würden.

Ideen für eine Lösung hat sie aus Potsdam noch nicht bekommen. Da der Biber auch schon in anderen Teilen des Ortes tätig war - besonders in Richtung Feuerwehr Neuzelle -, sei der Biberbeauftragte vor etwa vier Wochen bereits auch schon vor Ort gewesen. Und auch einen weiteren Besuch hat er angekündigt, sagt Gudrun Schmädicke. Wie dann aber weiter verfahren werden könnte, dazu gibt es bisher keinerlei Aussagen.

"Uns wurde gesagt, dass der Biber aktuell keine Bäume fällt - aber an den Erlen, die von der Kinderspielwiese in Richtung Straße zu finden sind, sind schon Zweige durchgeschnitten", berichtet sie. Viel Hoffnung auf Hilfe macht sie sich derzeit also nicht. Für sie steht nur fest, dass es so nicht weitergehen kann.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG