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Fast wie bei der Fußball-EM

Nicklas, Marlon und Leander (v. l.) vom Team "Spielhaus" beim Slalomlauf.
Nicklas, Marlon und Leander (v. l.) vom Team "Spielhaus" beim Slalomlauf. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 07.07.2016, 18:45 Uhr
Hohenfinow (MOZ) Gleich zwei Tage feiert die "Tagespflege auf dem Lande" Sommerfest. Dazu hat der Träger, Camilla Hauskrankenpflege, viele Gäste eingeladen. Junge Gäste. Nämlich Mädchen und Jungen aus dem "Spielhaus" Eberswalde. Mit der Kita schloss das Unternehmen einen Kooperationsvertrag.

Die Mädchen und Jungen der Kita "Spielhaus" aus Ostend sind nicht gekommen, um die Senioren zu unterhalten. Jedenfalls nicht diesmal. Kein Programm. Stattdessen gemeinsame Spiele mit sportlicher Note. Doch bevor die Teams an den Start gerufen werden, unterzeichnen Steffen Huhnke, Geschäftsführer der Camilla Hauskrankenpflege, und Britta Schulz, Leiterin der Kita, einen Kooperationsvertrag. Vereinbart werden regelmäßige Besuche, Kontakte zwischen Jung und Alt.

Britta Schulz begrüßt die Initiative von Steffen Huhnke. Oft fehle den Kindern heute die Verbindung zu älteren Menschen, zur Groß- und Urgroßelterngeneration. Entweder Oma und Opa arbeiten selbst noch, haben wenig Zeit oder sie wohnen weit weg. Auch der Erziehungsstil, der sich über Jahrzehnte und Generationen geändert hat, spiele eine Rolle, weiß die Kita-Chefin aus Erfahrung. Insofern könnten Begegnungen wie hier in Hohenfinow sehr hilfreich und anregend sein. Und ein Stück Normalität vermitteln, wie Steffen Huhnke ergänzt.

Doch nun geht es wirklich los. Mit Erwärmung. Das Team der Kita "Spielhaus" steht. Es läuft auf mit Devin, Magnus, Nicklas, Lynn, Marlon und Leander. Die Mannschaften Tagespflege-Personal sowie Tagespflege-Gäste müssen sich indes noch sortieren. "Es ist wie bei der EM. Die Aufstellung wird erst kurz vorher bekannt gegeben", frotzelt Moderator Bodo Derkow. Endlich gibt es Klarheit. Und schon pfeift der Schiri an. Erste Disziplin Büchsenwurf. Mit Kegeln geht es weiter. Es folgt die Wasserlauf-Stafette. Mitarbeiter, Gäste, Bewohner, Kita-Nachwuchs - man feuert sich gegenseitig an. Gut, das mit dem Wechsel klappt noch nicht so hundertprozentig. Fehler beim Team "Spielhaus". Aber Gelbe Karten gibt es nicht. Glück für den Nachwuchs. Aber schnell sind sie, schöpfen Wasser im kleinen Becher, rennen hin und zurück. Die Jungs sind als Erste durch. Manfred Krüger vom Team Tagespflege-Gäste greift zu einer List: Er schnappt sich den ganzen Eimer. Nicht kleckern, sondern klotzen. Puuh. Erst mal Pause, eine kleine Erfrischung. Verschnaufen. Einige Stationen liegen noch vor den Akteuren. Eierlauf etwa oder Crossboccia.

Sportlicher Wettstreit, Spiele, die Groß und Klein gleichermaßen Freude machen, wie Steffen Huhnke findet. Natürlich gehe es nicht ums Siegen, auch wenn die Jüngsten der Ehrgeiz packt. Der Spaß und das Miteinander, dies stehe im Vordergrund, so der Chef des Hauses. Und die Idee geht auf. "Wir haben neulich schon geübt", verrät der 78-jährige Manfred Krüger, der seit Oktober im Haus unterm Dach wohnt. In der dortigen Senioren-WG. Ja. schön sei es hier. Das Beste sei freilich, dass er im Dorf bleiben konnte. Denn er stamme aus Hohenfinow. Und hier leben auch seine Kinder, Enkel und Urenkel. Zweimal pro Woche besuche er die Tagespflege im Erdgeschoss. Habe so Beschäftigung und Unterhaltung. Wie heute.

Insgesamt zählt die Tagespflege aktuell 65 Gäste. Bei 35 Plätzen. Die meisten, wie Manfred Krüger, kommen ein, zwei Tage pro Woche. Im Spätsommer vorigen Jahres war die Einrichtung eröffnet worden. Schwerpunkt ist die Betreuung von Senioren mit kognitiven Einschränkungen. "Am liebsten singen unsere Gäste und raten Rätsel", sagt Pflegehelferin Elke Knaak. Und Feiern seien natürlich gefragt. Vor allem - seit die Außenanlagen fertig sind - im Freien. Ein weiterer Lieblingsort sei die Küche. "Oft trinken die Gäste bei mir hier Kaffee", erzählt Koch Mirko Huhnke.

Im kommenden Jahr soll auf dem Grundstück noch ein Mini-Bauernhof entstehen - mit Tieren. Hühnern etwa, Kaninchen oder Schweinen. Aber vorher wird noch mal gefeiert. Der erste Jahrestag im Herbst.

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