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Wie einst die Dshigiten

Auf feurigem Pferd in vollem Galopp: So zeigen Daja Ziefuß (stehend) und Christian Scholle-Ziefuß zu einem Countryfest im hessischen Lingelcreek ihre Spezialität: Bogenschießen vom Pferd. Damit wollen sie auch in Moskau ihr Können unter Beweis stellen.
Auf feurigem Pferd in vollem Galopp: So zeigen Daja Ziefuß (stehend) und Christian Scholle-Ziefuß zu einem Countryfest im hessischen Lingelcreek ihre Spezialität: Bogenschießen vom Pferd. Damit wollen sie auch in Moskau ihr Können unter Beweis stellen. © Foto: Sunbow-Ranch
Gabriele Rataj / 10.07.2016, 07:26 Uhr - Aktualisiert 10.07.2016, 10:07
Eggersdorf (MOZ) Sie sind Stunt-Reiter, berittene Bogenschützen. Sie leben, arbeiten und trainieren auf der Sunbow-Ranch im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf. Jetzt fliegen Daja und Christian Scholle-Ziefuß mit ihren Kindern zu den Weltmeisterschaften im Kosakenreiten nach Moskau.

Jeden Tag wird trainiert. "Wir sind schon ganz grün und blau vom vielen Üben", sagt Christian Scholle-Ziefuß lachend. Doch mit dem Ziel Moskau vor Augen, der Teilnahme an den Weltmeistermeisterschaften im Kosakenreiten, tut es der Motivation keinen Abbruch.

Das war aber auch eine Überraschung für den Trickreiter und seine Frau, als die Einladung zur Dshigitovka kam, wie der Sportwettbewerb im Russischen heißt. "Der Kontakt zu uns wurde über eine kanadische Trainerin hergestellt", berichtet er. In der Trickreiter-Szene kenne man sich untereinander.

Das Kosakenreiten als Sportart mit entsprechenden Meisterschaften sei in Russland bisher immer nur auf nationaler Ebene ausgetragen worden, erklärt der Müncheberger. Es sei ja auch etwas sehr Spezielles. "Es ist indes das erste Mal, dass Teams aus aller Welt sich darin messen werden." Von einer tschechischen Vertretung weiß Scholle-Ziefuß, von Teams aus Weißrussland, aus Jordanien, Großbritannien.

Natürlich ist das Kosakenreiten auch lange schon auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet. "Die Kosaken haben es hingetragen." Westernreiten sei in den USA ja beinahe Volkssport, nennt er eine Zahl von 1900 Reitern allein in Hollywood.

Allerdings unterscheide sich das amerikanische Reiten von der Ursprungsform inzwischen, weist Christian Scholle-Ziefuß auf Besonderheiten hin. So sind die Sättel in ihren Details auf die jeweiligen Anforderungen anders ausgelegt. Vor allem aber zeige sich das im Gebrauch von Waffen. Im Wettstreit der Kosaken würden Säbel und Pistole, auch Lanze, Peitsche, Bogen und Wurfmesser vom Pferd aus in vollem Galopp eingesetzt.

"Wir konzentrieren uns auf unsere Spezialität, aufs Bogenschießen und Messerwerfen." Im Wettkampf, der nördlich von Moskau bei Lytkarino ausgetragen wird, würden die Punkte aus den Einzeldisziplinen später ohnehin zusammengezählt, schaut der Müncheberger voraus.

Noch etwas stellt für die beiden erfahrenen Reiter und Bogenschützen eine besondere Schwierigkeit dar. "Wir werden zum Wettkampf nicht mit unseren eigenen Pferden antreten, sondern bekommen Tiere zugeordnet", berichtet Scholle-Ziefuß. Das macht es nicht einfacher, trübt die Freude über die Teilnahme aber nicht.

Für das Showprogramm dagegen, betont der Müncheberger, da ließen sie sich schon etwas einfallen. Schließlich fliegen auch Markus (12 Jahre), Timon (9) und Finn (3) mit, die gewissermaßen am Pferd groß geworden sind. "Während ich reite, wird ein Sohn auf meinen Schultern sitzen und von dort mit dem Bogen aufs Ziel schießen", führt Christian Scholle-Ziefuß als Beispiel eine Hebefigur an.

Die Abreise am Montag rückt näher. Die Visa sind abgeholt, der Flug ist bezahlt, auch wenn das Ganze für die Stuntreiter-Familie eine finanzielle Herausforderung ist. "Für so etwas gibt es selten Unterstützer", sagt der junge Vater. Dafür ist die organisatorische Absicherung über den Kreissportbund geklärt.

"Egal, ob wir den letzten Platz belegen oder weiter vorn landen", sagt Christian Scholle-Ziefuß, "Wir werden aufdrehen.Hauptsache, wir sind dabei."

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