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Solar-Firma zeigt Interesse an Herzberg

Schon angelegt: Es gibt bereits einen kleineren Solarpark im Herzberger Gewerbegebiet
Schon angelegt: Es gibt bereits einen kleineren Solarpark im Herzberger Gewerbegebiet © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 13.07.2016, 18:34 Uhr
Herzberg (MZV) Es gibt einen neuen Interessenten für die seit Langem leer stehenden Flächen im Herzberger Gewerbegebiet: Die Firma Sybac Solar Entwicklungs GmbH würde das Areal gern mit Photovoltaikanlagen bebauen. Noch sind die Herzberger aber zurückhaltend.

Sybac-Projektentwickler Ferry Feist stellte das Vorhaben am Dienstagabend während der Herzberger Gemeindevertretersitzung vor. "Wir haben in den vergangenen Jahren einige Solarparks in Deutschland gebaut", erklärte er. Auch Gewerbegebiete werden in die Planung der Firma einbezogen. So entstand das Interesse an Herzberg, denn das Unternehmen suche immer wieder neue Flächen für Anlagen.

Für die dort brach liegenden Areale spricht einiges: Das Baurecht ist bereits geklärt. Es gibt vor Ort auch schon einen Solarpark. "In dem Gebiet ist einiges erschlossen", so Feist. "Mindestens zwei Hektar Fläche könnten zur Verfügung stehen." Doch der Projektentwickler machte auch deutlich: Dem Unternehmen liegt daran, ein deutlich größeres Gebiet mit Photovoltaikanlagen zu bebauen. Denn nur so könnte sich die Firma an der Ausschreibung für Fördermittel der Bundesnetzagentur beteiligen.

Insgesamt acht Hektar seien im Herzberger Gebiet noch frei, so Ferry Feist. "Und die würden wir auch anstreben. Je mehr, desto besser." Das Unternehmen gehe folgendermaßen vor: Erst spreche es mit dem Eigentümer der Flächen. In diesem Fall sind das Herzberg, Lindow und Rüthnick. Der Park liegt vollständig auf Herzberger Gebiet, erklärte Amtsdirektor Danilo Lieske. Jedoch habe sich bei der Ausweisung des Gewerbegebietes ein Verband aus den drei Kommunen und Vielitzsee gebildet. Dieser hat sich später wieder aufgelöst, Vielitzsee trat aus. Geblieben sind die drei Besitzer. "In der Vergangenheit sind aber alle immer dem Herzberger Votum gefolgt", so Lieske. Die Gemeinde sei früher der Meinung gewesen, dass ein Teil des Areals weiterhin brach liegen kann, damit es für Firmen freigehalten wird, die sich dort eventuell ansiedeln wollen. Aber diese Aussage ist laut Lieske auch schon wieder länger her. "Und so groß ist der Ansturm auf den Gewerbepark ja nicht", fügte der Gemeindevertreter Lutz Engel hinzu.

"Wir wollen uns in den Gemeinden erst einmal die baurechtliche Seite anhören", so Ferry Feist. Wenn es dort Vorbehalte gebe, "kann man es sein lassen". Anschließend würde das Unternehmen die Eigentümer, also die drei Kommunen, kontaktieren. Dann wäre der Netzbetreiber an der Reihe. Wenn es nach der Ausschreibung einen Zuschlag der Bundesnetzagentur für Fördermittel gibt, müsste das Vorhaben innerhalb von anderthalb Jahren realisiert werden. "Wir sind Projektierer, Betreiber und Investor", erklärte Feist. Stehen die Parks des Unternehmens, werden sie jedoch oft verkauft. "Das ist aber nicht immer so." Feist kann sich auch eine Herzberger Energiegenossenschaft vorstellen. Dabei wär die Gemeinde einbezogen. Für die Nutzung des Geländes bietet die Sybac Solar Entwicklungs GmbH den Herzbergern eine Jahrespacht von 1 800 Euro je Hektar an.

Was die Abgeordneten von dieser Offerte und den Erklärungen hielten, wurde am Dienstag nicht offenbart. Eine Diskussion zum Thema gab es nicht. Die Gemeindevertreter hörten sich die Ausführungen Feists an und deuteten eine spätere Beratung an. Lediglich Lutz Engel hatte eine Nachfrage. Ihn interessierte, ob es bestimmte Anforderungen an die Feuerwehr gibt, wenn so ein großer Solarpark errichtet werden sollte. "Normalerweise sind Feuerlöschteiche vorgesehen", so Feist. "Aber ich habe noch nie eine solche Anlage brennen sehen."

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