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Sommers blaue Leichtigkeit

Gebilde aus Draht und Faden: Sophie Natuschkes Luftfisch "Aerosophiusazureus" ist zurzeit beim Cöthener Kultursommer zu sehen. In der 1830 geweihten Kirche sind weitere Arbeiten von Künstlerinnen noch bis zum 12. August ausgestellt. Das Thema lautete 2016
Gebilde aus Draht und Faden: Sophie Natuschkes Luftfisch "Aerosophiusazureus" ist zurzeit beim Cöthener Kultursommer zu sehen. In der 1830 geweihten Kirche sind weitere Arbeiten von Künstlerinnen noch bis zum 12. August ausgestellt. Das Thema lautete 2016 © Foto: moz
Mandy Timm / 19.07.2016, 05:08 Uhr
Cöthen (MOZ) "Sommers Blau" lautet der Titel des diesjährigen Cöthener Kultursommers, der gerade auf dem Kirchberg eröffnet worden ist. Neben Malerei, einer Fotocollage und Scherenschnittarbeiten ist auch eine Installation zu sehen. Die Schau endet am 12. August.

Nein, der Luftfisch "Aerosophiusazureus" ist nicht Sophie Natuschkes größte Installation. Das waren zwei kopulierende Mücken, vier Meter groß, bei denen es an ihrem Standort im Spreewald bei Windstärke acht erst richtig zur Sache ging. Das feine Luftfisch-Draht-und-Faden-Gebilde, das sich nun sanft im Windhauch auf dem Cöthener Kirchberg wiegt, ist allerdings auch nicht zu übersehen. Allein schon der Farbe wegen: Die Installation der Künstlerin aus Güstebieser Loose leuchtet blau. Kein Zufall, der Farbton. "Sommers Blau", so heißt der Cöthener Kultursommer in diesem Jahr, angelehnt an die Wandfarbe der Kirche, die nach Schinkels Vorgabe gebaut und 1830 geweiht worden ist. Inge Gellert, die sich selbst Kunstvermittlerin nennt und zum Förderverein der Kirche gehört, hat die Ausstellung zusammengestellt. Neben Sophie Natuschkes filigraner, leichter, verspielter Arbeit, sind in den kommenden Wochen weitere Werke im Inneren des Kirchenschiffs zu sehen. Darunter eine Scherenschnitt-Arbeit von Ina Geißler, bildende Künstlerin in Berlin. "Erweiterte Horizonte führen zum Ziel - Umwege erweitern Horizonte", ist auf Textbändern zu lesen, die sich an der Kanzel nach oben schrauben.

Verena Weckwerth stellt zum ersten Mal in Cöthen aus. Sie machte die Empore zum Kunstobjekt. Fehlende Orgelteile ersetzte sie durch ihre gemalten Bilder, von denen sie sich durch die Kirche inspirieren ließ. Ihr Podest samt Fernglas nannte sie "Quadrophonie". Mit dem Fernglas solle man sich nicht nur ihre Bilder heranziehen, sagte sie bei der Eröffnung, sondern jedes andere Detail der Kirche. Maren Wagenführ zeigt zwei großformatige, farblich zum Kultursommer passende, Bilder. "Was glauben wir", die Frage stellt sie mit ihren Arbeiten in den Raum. "Gemeint ist allerdings nicht nur ein religiöser Hintergrund", so die Berlinern, "sondern ganz persönliche Eindrücke des Betrachters."

Der "Paradiesbaum" von Ariane Boss ist unterdessen die farbenprächtigste Arbeit, die noch bis zum 12. August, sonnabends und sonntags von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr zu sein ist. Mit ihren Fabelwesen und schrägem Humor zitiert sie unter anderem die Kunstgeschichte.

Sonia Solarte trug nach der Ausstellungseröffnung Gedichte und Lieder "Gesänge der Liebe" vor. "Die Unsterblichkeit der Signora Vero" hieß der zweite Teil der Lesung und Musik von Cornelia Becker und Ahmed Chouraqui, der am Sonnabend folgte.

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