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Künstler-Tage an der Kunster

Fachsimpeln über die Vorgehensweise der nächsten Tage: Ralf Gruner (Zweiter von rechts) führte die Künstler Jens Kanitz, Kuno und Gudrun Lomas, Stephan J.Möller sowie Uwe Thamm (von links) zum Sportplatz, der nun zum Atelier wird.
Fachsimpeln über die Vorgehensweise der nächsten Tage: Ralf Gruner (Zweiter von rechts) führte die Künstler Jens Kanitz, Kuno und Gudrun Lomas, Stephan J.Möller sowie Uwe Thamm (von links) zum Sportplatz, der nun zum Atelier wird. © Foto: MZV/Schönberg
Christian Schönberg / 19.07.2016, 18:41 Uhr
Kunsterspring (MZV) "Zwischen Wasser und Land" - unter diesem Motto arbeiten Künstler aus Japan, Polen und Deutschland seit Dienstag im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an neuen Werken. Das Internationale Kunstsymposium unter der Ägide des Schutzgebietes ist das 16. seiner Art.

Am Ende des Symposiums werden am 30.Juli nicht nur Gemälde, Grafiken und Collagen entstanden sein. Insbesondere Skulpturen aus Eichenholz stehen im Mittelpunkt der Schaffenszeit. Auch deswegen ist in diesem Jahr neben dem Naturpark, dem Kunstverein Zehdenick und der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg auch die Waldarbeitsschule aus Kun-sterspring Gastgeber der Künstlertage im Ruppiner Land.

Die Schule stellt zum dritten Mal nach 2003 und 2014 ihr Gelände an der Kunster sowie das Material zur Verfügung, aus dem die Eichenholz-Figuren gemacht sein werden. Ein ganzer Baum hat fünf prachtvoll massive Stammstücke hergegeben, die am Dienstag schon auf Bohlen auf dem Schulsportplatz lagen. "Wir Forstleute sind selbst gespannt auf die nächsten Tage", sagte Dr.Ralf Gruner von der Aus- und Fortbildung in Kunsterspring. "Normalerweise ernten wir Holz, damit daraus Möbel oder Papier hergestellt wird. Da ist die Zusammenarbeit mit dem Symposium wirklich etwas Besonderes."

Gleich losgelegt haben die Künstler am Dienstag nach der Begrüßung aber noch nicht. Sie haben sich erstmal mit dem Gelände vertraut gemacht. Heute geht es an den Neuglobsower Dagowsee, einer der zahlreichen Perlen des 68000Hektar großen, seen- und waldreichen Naturparks. Dessen Leiter Dr. Mario Schrumpf wird den Künstlern die Stellen zeigen, an denen die Kunstwerke, die in Kunsterspring entstehen, aufgestellt werden. "Das ist natürlich wichtig für Sie", sagte er zu den Teilnehmern des Symposiums. "Sie sollen gut vorbereitet und inspiriert an die Arbeit gehen können." Angesichts der laut Schrumpf "besten Bedingungen" an der Waldarbeitsschule soll an einer guten Vorbereitung nicht gespart werden. Zum Dagowsee transportiert werden die Kreationen der Künstler erst gegen Herbst - auch wenn sie schon am Sonnabend nächster Woche der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Aber Bildhauerin Gudrun Lomas vom Kunstverein Zehdenick macht auch deutlich, dass Eichenholz kein leichter Ausgangsstoff für Kunstschaffende ist. "Wir brauchen einen Kran und Kettensägen mit speziellen Aufsätzen", sagte sie. Außerdem sei die Zeit angesichts des anspruchsvollen Materials nur knapp bemessen. "Ohne die Hilfe der Waldarbeitsschule könnten wir das gar nicht schaffen", bringt sie ihre Dankbarkeit, wieder in Kunsterspring sein zu dürfen, zum Ausdruck.

Neben Lomas und ihrem Mann Kuno sind es der Krakauer Sebastian Wywiorski, der Gildenhaller Jens Kanitz, der Hohenbrucher Stephan J.Möller und der Zehdenicker Uwe Thamm, die Skulpturen aus Holz oder Metall fertigen werden. Die in Berlin lebende Japanerin Tomoko Mori und die Berliner Künstlerin Sally Moira Busse werden mit Gemälden und Grafiken die Künstlertage bereichern, die vom EU-Life-Projekt gefördert werden. Dieses unterstützt Nachhaltigkeit und sieht im Symposium einen wesentlichen Baustein dafür - weil laut Michael Zauft von der Naturschutzfonds-Stiftung die Kunstwerke aus Kunsterspring als "Aufforderung zum nachhaltigen Umgang mit dem Wald und dem nachwachsenden Rohstoff Holz" aufgefasst werden können.

Die Finissage, bei der die Arbeiten des Kunstsymposiums an der Waldarbeitsschule Kunsterspring präsentiert werden, beginnt am 30.Juli um 16Uhr.

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