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"Ich will in Rio eine Medaille"

Freut sich auf Rio: Eggersdorferin Julia Fischer gewann in Amsterdam eine Silbermedaille. Derzeit steckt sie in der Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele
Freut sich auf Rio: Eggersdorferin Julia Fischer gewann in Amsterdam eine Silbermedaille. Derzeit steckt sie in der Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele © Foto: picture alliance / dpa
Edgar NemschokHans Moritz / 22.07.2016, 19:01 Uhr
Eggersdorf (MOZ) Nur noch wenige Tage sind es bis zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Eine deutsche Medaillenhoffnung ist die gebürtige Eggersdorferin Julia Fischer. Hans Moritz sprach mit der 26-jährigen Vizeeuropameisterin im Diskuswerfen.

Frau Fischer, Anfang Juli sind Sie in Amsterdam Vizeeuropameisterin geworden. Ist das zusätzlicher Ansporn für Olympia oder belastet die Favoritenrolle in Rio?

Ich hatte zum Saisonanfang gesagt: Ich will in Rio eine Medaille. Insofern hat sich die Lage nicht verändert. Aber wenn die Frage so steht, macht EM-Silber die Sache leichter.

Inwiefern?

In bin so stolz auf diese Medaille, ich bin unheimlich glücklich. Das setzt vielleicht noch Kraft frei.

In Amsterdam warfen Sie 65,77 Meter, vorher schon 68,49. Wie weit wird man in Rio werfen müssen?

Für eine Medaille? Ich denke, die gehen nicht unter 66, 67 Meter weg. Für Gold wird das nicht reichen. Da muss man schon über 69, an die 70 Meter ran werfen.

Ist das für Sie realistisch?

Nein, ich schätze, die 70 habe ich nicht drauf. Obwohl - man soll ja nie nie sagen. Aber in einem geschlossenen Stadion sind die echt schwer zu werfen.

Welches Wetter wünschen sie sich in Rio?

Da bin ich wunschlos glücklich, weil ich mich eigentlich gut auf alle äußeren Umstände einstellen kann. Wenn man so will, wären schlechte Bedingungen für mich sicher besser, weil andere damit wohl Probleme bekommen könnten.

Mit Nadine Müller und Shanice Craft haben Sie große Konkurrenz im eigenen Land. Wie ist das Verhältnis Ihres Diskus-Trios untereinander?

Gut. Wirklich! Wir gönnen einander die Erfolge. Ist doch auch logisch, oder? Wenn eine andere besser ist, dann liegt es doch an mir, dass ich nicht weiter geworfen habe. Deswegen verstehen wir uns und helfen uns.

Sie sind seit Langem mit Robert Harting liiert. Bringen sie sich sportlich gegenseitig voran?

Ach, das ist immer die gleiche Frage. Wir sind einfach glücklich miteinander. Allein das hilft. Wir machen den gleichen Sport, aber letztlich jeder für sich.

Robert steht dauernd im Mittelpunkt, täglich in der Öffentlichkeit. Nervt das?

Mich nicht. Und bei mir ist das so: Ich brauche die Öffentlichkeit nicht, habe es aber nach Amsterdam schon genossen. Das gebe ich zu.

Sie wohnen in Berlin, sind aber viel unterwegs. Wie oft sehen Sie Ihre Eltern in Eggersdorf?

Oft, wirklich. Von Berlin bis nach Hause ist es ja nun wirklich nicht so weit.

Starke Werfer haben oft schwache Nerven und richtigen Bammel vor der Qualifikation. Sie auch?

Nee, habe ich noch nicht bemerkt. Das ist ja wie ein kleiner Wettkampf. Ich habe drei Versuche, um eine bestimmte Weite zu schaffen.

Wie ist die Quali-Weite für den Endkampf in Rio?

Weiß ich noch nicht. Das wird, glaube ich, erst kurz vor dem Wettkampf festgelegt.

Wann ist Ihr Wettkampf und wann fliegen Sie nach Rio?

Ich fliege am 10. August rüber.

und am 16. den Endkampf.

Zu welcher europäischen Zeit kann man Sie im Fernsehen erleben?

Der Endkampf beginnt am 16. um 10 Uhr in Rio, da ist es in Deutschland kurz nach dem Mittagessen. Die Quali ist etwas unfair, weil am Tag vorher die erste Gruppe um 20 Uhr und die zweite um 21.30 Uhr dran ist. Da bleibt wenig Zeit.

In welcher Gruppe werfen Sie?

Das wird vor Ort ausgelost. Drücken Sie mir die bitte die Daumen, dass ich dann zuerst dran bin.

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