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In Friedrichswalde eröffnet am Montag ein Fisch-Spa / Betreiberin Bianka Wille ist eigentlich fliegende Friseurin

Hundert nimmersatte Angestellte

Marco Marschall / 28.07.2016, 07:15 Uhr
Friedrichswalde (MOZ) 100 Angestellte arbeiten künftig für Bianka Wille. Sie macht sich im Ort mit dem weit und breit einzigen Fisch-Spa selbstständig. Für die Tiere sind Hautschuppen Leckerli. Für die Kunden bedeutet das Wellness und Linderung bei Beschwerden.

Das dürfte den Friedrichswaldern gefallen. Ausgerechnet im Holzschuhmacherdorf bietet ab Montag ein ganz besonderer Fußpflege-Salon seine Dienste an. Wenn den Bewohnern vom Laufen in den "Klapperdingern" Fersen und Zehen schmerzen, können sie die künftig ins Fischbecken tauchen. Diese befinden sich gleich hinter der Kurve in der Reiersdorfer Straße 4. Bianka Wille öffnet die Tür. Sie trägt einen weißen Kittel und führt in ein in warmes blaues Licht getauchtes Zimmer. Der Boden ist gefliest. Das blaue Schimmern kommt durch die beiden Aquarien mit den Fischen, so groß wie Guppys. Die Tiere hören gleich auf mehrere Namen: Garra rufa, Rötliche Saugbarbe oder Kangalfisch. Im Englischen werden sie auch als Doctor-Fish bezeichnet. Diese Variante verrät: Sie sollen dem Menschen helfen und nach Erfahrung ihrer Halterin tun sie das auch.

"Mein Mann und ich haben sie vor zwei Jahren bei einem Urlaub auf Teneriffa kennengelernt", sagt Bianka Wille. Die Frau, die auch als fliegende Friseurin auf dem Lande unterwegs ist, plagt Neurodermitis an den Händen. Dank der Fische ist davon nichts mehr zu sehen. Bei den von Stahlkappenschuhen geschundenen Füßen des Gatten sorgten sie für Erholung.

Die Tiere haben Hautschuppen zum Fressen gern und sondern beim Knabbern an Blasen oder Problemstellen ein Sekret ab, das der Linderung dient. Von Heilung zu sprechen, ist problematisch. Denn als medizinische Therapie bei Hautkrankheiten sind die Fische in Deutschland nicht anerkannt. "In der Türkei wird eine solche Behandlung sogar vom Arzt verschrieben", sagt Bianka Wille, bevor sie zum Selbstversuch einlädt.

Kaum tauchen wir die Füße ins Wasser, schwärmen die Tiere herbei und beginnen ihr Werk.Es kribbelt, ist aber nicht unangenehm. 50 Fische schwimmen in jedem der beiden Becken. Im September will die Betreiberin die Anzahl ihrer "Angestellten" auf 80 pro Aquarium aufstocken. Die könnten sich dann gleich auf vier Füße nebeneinander stürzen. Zwar lassen sich auch andere Körperteile ins Wasser tauchen. Das Hauptaugenmerk des Salons liegt allerdings auf Pediküre. Für die kosmetische Fußpflege und zum Umgang mit den Fischen hat Bianka Wille Schulungen besucht und ein Praktikum absolviert.

Die Hauptnahrung ihrer derzeit 100 Mitarbeiter ist ein spezielles Algenfutter. "Die Hautschuppen sind lediglich Leckerli", sagt die Inhaberin, die ursprünglich aus Joachimsthal stammt. Die Gefahr, dass die Tiere irgendwann satt seien und das Interesse an den Füßen der Kunden verlieren, bestehe nicht. Außerdem gebe es nach jedem Knabberspaß im Becken eine anderthalbstündige Ruhephase. Wer nicht fressen will, kann sich außerdem in seine Höhle zurückziehen. Das Aquarium wird durch Mikroorganismen gereinigt. Wer unter Fuß- oder Nagelpilz leidet, darf aufgrund der Ansteckungsgefahr trotzdem nicht ins Wasser.

Mehr Infos: www.fisch-gepflegt.de

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