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Viel Wirbel um Glambecker Storch Ronny

Als Interviewpartnerin gefragt: Hilde Peltzer-Blase mit einem Filmteam für das ZDF-Format Terra Xpress. Foto: Annemarie Diehr
Als Interviewpartnerin gefragt: Hilde Peltzer-Blase mit einem Filmteam für das ZDF-Format Terra Xpress. Foto: Annemarie Diehr © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 05.08.2016, 21:00 Uhr
Glambeck (amd) Mittlerweile ist das Drehen für sie Routine. Interviews geben, Begebenheiten nachstellen und Kaffee für das Filmteam kochen - Hilde Peltzer-Blase hat derzeit viel zu tun. Sieben Filmteams - von den RBB-Abendnachrichten bis zum Sat.1-Frühstücksfernsehen - waren schon zu Gast. Von den 20 Radiointerviews ganz zu schweigen. "Es reicht", sagt die Ortsvorsteherin von Glambeck. Ihrem Mann habe sie die Anweisung gegeben, weitere Anfragen abzuwimmeln.

Dabei steht Peltzer-Blase nicht einmal im Mittelpunkt des Medienrummels. Der Star des Spektakels ist ein verhaltensauffälliger Storch. "Ronny" wurde er getauft und seit Mai sorgt er im 128-Seelen-Ort für Unruhe: hackt mit seinem Schnabel gegen Fensterscheiben und Autotüren und weckt dabei sämtliche Glambecker. "Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, legt er erst um sechs Uhr los. Abends hackt er dann wieder gegen unser Fenster", erzählt die Ortsvorsteherin, auf deren Dach "Ronny" sich die meiste Zeit aufhält.

Seit Donnerstag zieht das vorerst letzte Filmteam durch den Ort: Die ZDF-Sendung "Terra Xpress" bringt im September einen Beitrag über den Problem-storch. Nicht jedem Glambecker gefällt die deutschlandweite Aufmerksamkeit und auch Peltzer-Blase hatte anderes im Sinn, als sie sich bei dieser Zeitung über "Ronny" beschwerte. "Eigentlich hatten wir uns durch die Aufmerksamkeit erhofft, Rat zu bekommen, wie wir mit dem Storch umgehen sollen. Letztendlich waren mehr Medien hier als Vogelexperten."

Ein Gutes aber hat das auf Glambeck gerichtete Scheinwerferlicht: Das Geld, das die Ortsvorsteherin für die Dreharbeiten erhält, finanziert eine Tischtennisplatte, die bald auf dem Kinderspielplatz stehen soll.

Obwohl Experten den aggressiven Adebar nicht beruhigen konnten, wird sich das Problem der Glambecker in den nächsten Wochen buchstäblich in Luft auflösen: Sobald der Nachwuchs von "Ronnys" befreundetem Storchenpaar fliegen kann, wird auch er seine Reise gen Süden antreten. Was Hilde Peltzer-Blase macht, wenn er im nächsten Jahr wiederkommt, weiß sie nicht. Sie freut sich jetzt erst einmal auf die Ruhe.

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