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Beiersdorf feiert nächstes Jahr 750-jähriges Bestehen / Bad Freienwalder Helmut Mette stellt Geschichte des Dorfs vor

Bereits von 1375 markgräflicher Flecken

© Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 11.08.2016, 05:43 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Der Ortsteil Beiersdorf feiert nächstes Jahr vom 7. bis 9. Juli das 750-jährige Bestehen. In einer kleinen Serie berichtet Helmut Mette aus Bad Freienwalde aus der Geschichte des Dorfes und seiner historischen Gebäude.

Seit 1815 bis 1952 gehörte Beiersdorf zum Kreis Oberbarnim, danach bis 1993 zum Kreis Bad Freienwalde und nach dessen Auflösung zum Landkreis Märkisch-Oderland - bis heute. Immer weit entfernt von der jeweiligen Kreisstadt, auch vom heutigen Sitz der Amtsverwaltung Falkenberg.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn die Beiersdorfer sich nicht immer von diesen Ämtern vertreten fühlen.

Dazu kommt die historische Zugehörigkeit zu Biesenthal. Der Ort wurde als markgräflicher Flecken, bereits vor 1375 dem Herrn von Steglitz zu Biesenthal verliehen. Von 1577 bis 1839 gehörte Beiersdorf zum Amt Biesenthal mit einem Ober- und Untergericht und Patronat, einschließlich der Verfügung über die feudalen Abgaben und Dienste.

Die Gründung Beiersdorfs steht in Verbindung mit der deutschen Eroberung, Christianisierung und Kolonisierung Ostelbiens im 13./14. Jahrhundert. Es wird angenommen, dass Beiersdorf ein nicht unbedeutender befestigter Ort auf dem Barnim war und dadurch auch eine städtische Entwicklung nahm.

Eine wichtige Straße, heute allerdings nur noch ein Feldweg, führte von Köpenick über Beiersdorf Richtung  Hohenfinow, Niederfinow und zur Oder. Nachdem die Herrschaft der Askanier endgültig gesichert war, ging seine frühere Bedeutung zurück und eine bäuerliche Entwicklung nahm ihren Lauf.

1267 werden laut Urkunde des Markgrafen Otto III. fünf Hufen Land von Beiersdorf dem Kloster Mariensee (Parsteinsee), dem Vorgänger des Klosters Chorin, übergeben. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1264 wurde das pommersche Beiersdorf von einem Ritter Theoderich, genannt Baywarus oder Baier angelegt. Es handelte sich wahrscheinlich anfangs um einen militärischen Stützpunkt im Zuge der Eroberung des Barnims.

Der Ort liegt an der alten Handelsstraße Berlin-Cölln-Hohen Schönhausen-Falkenberg-Ahrensfelde-Blumenberg-Werneuchen-Beiersdorf-Freudenberg-Heckelberg-Hohenfinow-Niederfinow-Oderberg. Davon zeugt auch der Kirchturm, ein Wehrturm. Der Ort war einst durch Palisaden festungsartig ausgebaut und wurde als "Städtchen" bezeichnet. Seine  Bedeutung ging nach der endgültigen Eroberung des Barnim Mitte des 13. Jahrhunderts verloren. Aber noch 1545 wird in einer Strausberger Ratsrechnung vom Bürgermeister aus Beiersdorf gesprochen, nicht wie üblicherweise vom Schulzen.

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