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Ein Dorf belebt sich neu

Simone Weber / 13.08.2016, 09:32 Uhr
Landin (MOZ) Das 1335 erstmals urkundlich erwähnte Landin, mit zirka 99 Einwohnern, Ortsteil der Gemeinde Kotzen, ist mit seiner engagierten Ortsvorsteherin Hanka Gregor ein Dorf voller Elan. "Landin - Ein Dorf mit Power" steht auf den grünfarbenen T-Shirts mit einem stilisierten Herz, die das Organisationsteam des Sommerfestes im letzten Jahr selbst für sich entworfen hat.

"Wenn wir nichts machen, macht es keiner", sagt der Landiner Oliver Schill. Im letzten Jahr initiierte er gemeinsam mit der ehrenamtlichen Ortsvorsteherin Hanka Gregor die Wiederaufnahme des jährlichen Sommerfestes. Als DJ Tilli legte Oliver gemeinsam mit seinem Freund Marcel Kutscher alias DJ Moppi wieder am Abend des Sommerfestes, bis nachts Zwei Uhr auf.

"Im Dorf veranstalten wir jedes Jahr unseren Weihnachtsmarkt im und um das Gemeindehaus. Die Feuerwehr lädt zum jährlichen Osterfeuer. Das ganze Dorf beteiligt sich jedes Jahr am Eiertrudeln", so Hanka Gregor. "Das Sommerfest haben wir seit vielen Jahren nicht mehr gefeiert. Nach dem Feuerwehrfest zum 80-jährigen Bestehen im Jahr 2014 haben wir im letzten Jahr erstmals wieder ein Sommerfest organisiert. Es war ein Erfolg."

Und der Landiner Ramón Frank-Heere hatte für das Sommerfest eine zündende, besondere Idee. Zum diesjährigen Sommerfest rief er zur zweiten Ching-Chang-Chong Meisterschaft auf. Nach 33 Teilnehmern im letzten Jahr meldeten sich zum diesjährigen Sommerfest am letzten Wochenende 29 Landiner und Gäste zum Kampf um den großen Wanderpokal an.

"Jeder kennt Schnick-Schnack-Schnuck oder Stein-Schere-Papier", sagt Ramón Frank-Heere. "Wir spielen nach Auslosung Jeder gegen Jeden - im K.O-System." Nachdem der Siegespokal im letzten Jahr an sie gebürtige Krielerin Silke Ehrenreich nach Köln ging, holte ihn sich in diesem Jahr der siebenjährige Paul Eichler aus Stechow.

"Es sind immer die gleichen, die sich engagieren, aber auf die kann man sich verlassen", so Ortsvorsteherin Hanka Gregor.

Neuen Schwung in das Dorfleben brachte im letzten Jahr auch der Anfang 2015 gegründete Förderverein zum Erhalt der DorfkircheJedes der 16 Dörfer im Amt Nennhausen hat seine Kirche. Als einzige in der Reformationsgemeinde Westhavelland findet in der Dorfkirche Landin seit Jahren kein Gottesdienst mehr statt. "Die 1713 an der Stelle eines Vorgängerbaus als Patronatskirche derer von Bredow errichtete Kirche muss dringend saniert werden. Nach 1945 haben wir das alte Bredowsche Gutshaus im von Lenné angelegten Park verloren. Unsere Kirche, mitten im Dorf, wollen wir erhalten. In den 60er Jahren sollte die Kirche schon einmal abgerissen werden", sagt Gert Dittrich, Vorsitzender des Fördervereins und Gemeindevertreter. Eine alte Glocke der Kirche stammt noch aus dem Jahr 1675. Neben Benfizkonzerten sammelt der Förderverein fleißig Spenden. Mit Stifterbriefen für Bausteine im Wert von 20 Euro kann man sich an der künftigen Sanierung der Kirche beteiligen. Aus einer der letzten Orgelpfeifen hat der Förderverein eine Spenden-Orgelpfeife gemacht. Sie ist an der Bank vor der Kirche befestigt. Bereits im Jahr 1993 wurde eine neue Turmspitze auf den Kirchturm aufgesetzt. Auch das Dach wurde in den 90er Jahren saniert. Die Nordwand, die den Vorbau stützt, droht einzustürzen. Der Altar aus dem Jahr 1736 kann auch noch gerettet werden.

Bei der Organisation des Sommerfestes, so wie auch im Förderverein mit 27 Mitgliedern, unter anderem Ortsvorsteherin Hanka Gregor, wird Jung und alt mitgenommen. Die jungen Landinerinnen Nathalie Bading und Angelina Gorthe boten ihre selbst gemachte alkoholfreie Gartenfrüchte-Sommerbowle an. Nathalie, die in diesem Jahr ihr Abi bestand, engagiert sich auch im Förderverein für die Kirche.

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