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Übungen an den alten Handspritzen

Elke Lang / 15.08.2016, 06:04 Uhr
Falkenberg (MOZ) Nach 2013 und 2014 fand am Wochenende das dritte Handdruckspritzentreffen im Landgut Falkenberg statt. Zusammen mit dem Eigentümer Andreas Ruß gestalteten die Freiwillige Feuerwehr, der Landfrauenverein, der Dorfclub Falkenberg 1495 und viele andere Helfer daraus ein großes Fest.

Alte Feuerwehrtechnik, wohin man auf dem weiten Gutshof schaute. Die älteste Handdruckspritze im Wettbewerb war die der Mittenwalder Freiwilligen Feuerwehr von 1890. Insgesamt waren 19 Teams angereist, meist aus Freiwilligen Feuerwehren oder Feuerwehrvereinen aus ganz Brandenburg sowie Sachsen. Einige hatten außer ihrem wohlbehüteten und auf Hochglanz gebrachten Prunkstück sogar ihre eigenen Pferde mitgebracht. Aus dem Landkreis waren die Ahrensdorfer, Groß Schauener, Alt Stahnsdorfer, Kossenblatter, Wolzig und Kummersdorfer mit ihrem historischen Gerät gekommen. Absolutes Highlight aber war keine Handdruckspritze, sondern eine pferdegezogene Dampfdruckspritze von 1901 aus Salzberge im Emsland, einem kleinen Ort zwischen Münster und Osnabrück. Sie hatte den zentralen Platz bekommen genau vor den Tischen und Stühlen, an denen die Besucher ihren, von den Vereinen und freiwilligen Helfern bereitgestellten Imbiss einnehmen konnten.

Warum die Organisatoren diese Außenseiterin zugelassen haben, konnte Andreas Ruß ganz einfach erklären: "Sie ist artverwandt und wie auch die Handdruckspritzen ein Meisterwerk der Technik. Man könnte noch heute mit ihr einen Brand bekämpfen. Es gibt nur noch zwei funktionstüchtige dieser Art in Deutschland, und mit zwei Dampfspritzen kann man kein eigenes Treffen machen."

Sechs Feuerwehrleute in historischen Uniformen waren mitgekommen und hatten gut zu tun mit Heizen, Bedienen und schließlich dem Spritzen. Während man bei der Handdruckspritze 18 Kameraden brauchte, so wurde den Zuschauern erklärt, werden durch die Dampfdruckspritze 16 Leute durch einen ersetzt.

Aber auch Andreas Ruß als Gastgeber konnte an diesem Wochenende mit etwas Besonderem aufwarten. In seinem Fundus befinden sich fünf Handdruckspritzen, alle funktionstüchtig, die Älteste von 1880. Ganz frisch selbst restauriert präsentierte er eine besonders prunkvolle von 1904 mit zehn Sitzplätzen, die möglicherweise aus dem Berliner Schloss Charlottenburg stammt. Mit zwei kraftvollen Kaltblütern davor konnten an beiden Tagen statt Kremser- oder Kutschfahrten diesmal unterhaltsame Handdruckspritzenfahrten unternommen werden.

Nach acht Kriterien stellten sich die Teilnehmer einem Wettbewerb. Dabei ging es nach Punkten unter anderem um das Baujahr, den Zustand, die Anzahl der Originalteile, die Darstellung der Mannschaft und das Abschneiden bei den Wettkämpfen.

Außer dem Löschangriff nass wurde mit elf Teams als Attraktion eine "Stadtbrandkette" auch "Ringpumpe" genannt, gebildet. "Die kann man kilometerlang verlängern", erzählte Andreas Ruß begeistert. Den 1. Preis von 500 Euro, "gut zu gebrauchen für die Restaurierungen", so Andreas Ruß, erhielt die Handdruckspritzengruppe Terpe mit ihrer Spritze von 1912.

Die für Sonnabend angekündigte Misswahl wurde vom Veranstalter kurzfristig abgesagt.

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