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Entdeckenswertes aufgespürt

Vernissage-Gespräch: Johannes Georgi, Lutz Gabriel und Georgis Tochter Mirjam Hohendorf (v.r.) in der neuen Fotoschau "Am Wege - verweilen und staunen" im Fledermausmuseum
Vernissage-Gespräch: Johannes Georgi, Lutz Gabriel und Georgis Tochter Mirjam Hohendorf (v.r.) in der neuen Fotoschau "Am Wege - verweilen und staunen" im Fledermausmuseum © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 15.08.2016, 06:17 Uhr
Julianenhof (MOZ) Im internationalen Fledermausmuseum ist am Sonnabend eine weitere Fotoausstellung eröffnet worden. "Am Wege - verweilen und staunen" ist der Titel der Schau mit Bildern von Johannes Georgi.

Es ist die zweite Ausstellung des Fürstenwalders mit Wurzeln in der Märkischen Schweiz. Er hat in Buckow gewohnt, gehört noch zur Ornithologengruppe und ist in Strausberg zur Schule gegangen. Die erste hatte er in diesem Jahr in seinem heutigen Wohnort. Er fotografiere zwar schon viele Jahren, habe aber zuvor nie Bilder gezeigt. Bei einer Kur präsentierte er Gästen, die nicht so gut zu Fuß waren, seine Entdeckungen am Wegesrand. Die hätten ihn zu solch einer Schau ermuntert. Als er das kurz darauf von einer weiteren Gruppe hörte, war er überredet.

Abgelichtet hat er Details aus Flora und Fauna, vieles aus der näheren Umgebung - Blüten einer Lampionblume in Obersdorf, ein Haselnussblatt in Waldsieversdorf, einen ungewöhnlich geformten Baumstamm in Steinhöfel ... Dazu Schmetterlinge, Vögel, einen Hecht, eine Schlange, eingefrorene Luftblasen... Eine Fledermaus ist indes nicht unter den Motiven. "Ich hab zwar eine, aber nur als Dia", erklärt er.

Sein Lieblingsbild seien die schlafenden Jungschwäne. Die vermittelten ein Gefühl von Geborgenheit, sagt er. Nachdem er einen Tiefpunkt im Leben überstanden, bei der Kur wieder herausgefunden habe, sei ihm dies besonders wichtig, so der Erzieher in einer Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge. Und er wisse, wenn es ihm nicht gut gehe, könne er rausgehen und dort etwas Schönes finden, sagt der 58-Jährige. Es sei verrückt, was man alles entdecken könne. Dafür wolle er den Blick schärfen, zum Innehalten und Nachdenken anregen. Denn nach seiner Ansicht ist es kein Zufall, dass diese Dinge da seien. Aufgenommen habe er sie mit einer digitalen Einsteiger-Spiegelreflexkamera und bis auf die Ausschnittwahl nichts bearbeitet.

Zu manchen Bildern gibt es kleine Texte, bei deren Auswahl ihn seine Frau unterstützt hatte, und zum Rotkehlchen, das zu allen vier Jahreszeiten singt, hat er sogar ein Lied geschrieben. Das sang er den gut 20 Gästen der Vernissage vor. Seine Tochter steuerte andere Texte bei. Und auch der Enkel hat mitgewirkt: Er habe eines der Motive entdeckt, erzählte der Hobbyfotograf.

Dass Georgi im Fledermausmuseum ausstellt, war bei der Fotoschaueröffnung von Lutz Gabriel im Mai verabredet worden, deren Gast er war, erklärte Museumschefin Ursula Grützmacher. Sie bescheinigte Georgi ein gutes Gespür und Gefühl für die Natur, die "phantastische Landschaft" der Märkischen Schweiz, die zum Staunen bringe. Gabriel, dessen Bilder noch weiter zu sehen sind, war nun zur Vernissage seines "Kollegen" auch dabei.

Georgis Schau läuft jetzt bis Ende September.

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