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Technik-Oldies bescheren Rekorde

Das Traktorenhobby verbindet: Thomas, Valentin, Vanessa und Ludmilla Sydow aus Cöthen (l.) sowie Torsten Seefeld und Sohn Robin aus Niederfinow sind befreundete Familien. Sie trafen sich mit ihren Lanz-Bulldogs in Friedrichsaue.
Das Traktorenhobby verbindet: Thomas, Valentin, Vanessa und Ludmilla Sydow aus Cöthen (l.) sowie Torsten Seefeld und Sohn Robin aus Niederfinow sind befreundete Familien. Sie trafen sich mit ihren Lanz-Bulldogs in Friedrichsaue. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 15.08.2016, 06:47 Uhr - Aktualisiert 15.08.2016, 07:31
Friedrichsaue (MOZ) Es war ein Fest der Rekorde. Zum ersten Mal wurde beim Bulldogtreffen die 300-er Marke bei den Ausstellern geknackt. Zudem kamen so viele Besucher wie nie zuvor. Dementsprechend wurde auch ein Parkplatz-Rekord erzielt.

Rekord-Ausstellungsteilnehmer, alte Landtechnik aus ganz Berlin und Brandenburg
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10. Bulldogtreffen in Friedrichsaue

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Das Wetter dürfte in diesem Jahr der beste Verbündete der Zechiner Oldtimer- und Traktorenfreunde gewesen sein. Nicht nur die Besucher zogen in Strömen auf das Festgelände des kleinen Zechniner Ortsteiles Friedrichsaue. Zur Mittagszeit war auch die 300-Aussteller-Marke überschritten. Bis zum Nachmittag meldeten letztlich 329 Besitzer alter Technik im Organisations-Zelt an. Die meisten waren mit ihren alten Traktoren gekommen, einige aber auch mit Zweirädern oder anderer historischer Landtechnik. Da wurde der Platz auf dem riesigen Ausstellungsareal schon langsam knapp.

"Ganz toll hier", schwärmte Günter Zochert aus Sietzing. Auf manchen der alten Gefährte sei er als Kind mitgefahren und das sei ja schon eine Weile her, lachte der 82-Jährige. Auch bei Lothar Schütte kamen Erinnerungen auf. Der 65-Jährige aus Briesen (Oder-Spree) zeigte auf einen alten "Aktivisten". "Das war mein erstes Gefährt, mit dem 1963 auf dem Feld in meinem Heimatort Sieversdorf unterwegs war", erzählte er. Von überall waren sie angereist, sowohl die Gäste als auch die Aussteller. André Müllers tiefroter aufpolierter Lanz Bulldog, Baujahr 1936, zog viele bewundernde Blicke auf sich. Vier Jahre habe er dran gebaut, erzählte der 25-jährige Landmaschinenschlosser, der gleich mit einer ganzen Gruppe technikbegeisterter Berliner angereist war.

Frank Schmoranz, Vorsitzender des gastgebenden Vereins zeigte sich zufrieden. Zwar steckte allen Mitgliedern und Helfern noch die lange Freitag-fest-Nacht in den Knochen, doch am Sonnabendmorgen waren alle wieder an ihrem Platz, sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Die Feuerwehrleute hatten Schwerstarbeit zu erledigen. Denn sie mussten die nicht enden wollenden Pkw-Kolonnen und die Fußgängerströme dirigieren.

Den ganzen Tag über erlebten die Besucher ein Non-stop-Unterhaltungsprogramm. Das reichte vom Spitzenharmonika-Spieler Manuel Maier über die Gruppe "Reeni und Co" sowie den Linedancern aus Strausberg bis zur großen Antenne-Party am Abend.

In den Technikreihen wurde kräftig gefachsimpelt. Auch neun alte Traktoren aus Polen standen mit in den langen Reihen. Am Freitagabend hatten die Zechiner den Trupp an der Grenze in Küstrin-Kietz in Empfang genommen. Seit Jahren verbindet die Zechiner eine Freundschaft mit dem Technikverein in Wilcowice. Er sei stolz und froh, dass in seiner Gemeinde die Geschichte der Landtechnik bewahrt wird, sagte Bürgermeister Dieter Rauer. Er habe selbst noch das Sensen des Getreides per Hand erlebt und dann als langjähriger Chef des örtlichen Landwirtschaftsbetriebes die rasante Technikentwicklung miterlebt. Er überreichte zum zehnten Treffen einen Pokal.

Der Verein nutzte das Jubiläum für eine Premiere. Zum ersten Mal verlieh er Ehrenmitgliedschaften. Eine ging an den einstigen MOL-Landrat und Ex-Landwirtschaftsminister Gunter Fritsch, der dem Treffen einst den Namen verpasste. "Heute kennen viele im Land nicht nur Bulldogs, sondern mittlerweile auch Friedrichsaue", freute sich Fritsch. Die zweite Ehrenmitgliedschaft erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete und Landwirt Hans-Georg von der Marwitz. Er unterstütze den Verein von Anfang an, begründete Schmoranz die Ehrung. "Eurer Fest ist das schönste für mich", erklärte von der Marwitz. Es lasse das Herz jedes Landwirtes höher schlagen. Die beiden Ehrenmitglieder sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Jutta Lieske kürten die schönsten Oldies - Fendt MOL-G 167, Bulldog BAR-UV 54H und Famulus MOL-LC 14. Die Fahrer waren im Gewimmel des Festtages nicht auffindbar. Für sie liegen Preise bereit.

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