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Werke von Ernst Guckel in Hartmannsdorf

Kunst und Kuchen am Spreeradweg

Anke Beißer / 16.08.2016, 06:06 Uhr
Hartmannsdorf (MOZ) Seit drei Wochen ist die neue Ausstellung mit Arbeiten von Anastas, alias Ernst Guckel, in der Hartmannsdorfer Galerie zu sehen. Und schon drei Arbeiten zieren einen roten Punkt - sie sind verkauft. Für den Verein Kulturlandschaft Spree eine erfreuliche Zwischenbilanz.

Michael Brack findet es sehr schade, dass Ernst Guckel nicht mehr erlebt, welchen Anklang seine Bilder beim Betrachter finden, die zum Teil aus seiner frühen Schaffensphase in den 1970er-Jahren stammen. Der Hartmannsdorfer stand mit dem 1954 in Berlin geborenen und 2015 nach schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt verstorbenen Künstler seit 1990/91 sporadisch im Kontakt. "Ich wusste von seiner Militärmalerei, kannte seine zivilen Arbeiten nicht", räumt der 67-Jährige ein. Die nun ausgestellten Werke sind Porträts und Landschaften, meist Pastelle, meist namenlos.

Bei einigen geht Brack jedoch davon aus, dass es Vorbilder gibt. Gern würde er wissen, welchen S-Bahnhof Guckel, der als Künstler das Pseudonym "Anastas" trug, festgehalten hat. "Wer es herausfindet, bekommt eines der Bilder vom Verein geschenkt."

Der Hartmannsdorfer hat zu dem Autodidakten, der sich naiven Ausdrucksformen verschrieben hatte, eine besondere Beziehung. Beide Berliner kannten sich aus den 1960er-Jahren von Rock-Konzerten, die vor den Toren der Hauptstadt stattfanden. Aus der Begeisterung für die gleiche Musik und gleiche Literatur wurde Freundschaft. 1974 flüchtete Guckel aus der Enge der DDR in den Westen.

Als er im Vorjahr verstorben war, hatten Freunde seinen Nachlass gesichert - neben den militärischen Arbeiten, die den Verein nicht interessierten, eben jene, die noch bis zum 24. September sonntags, von 12 bis 18 Uhr, in Hartmannsdorf zu sehen sind. In der Lindenallee 17a weist das Schild "Kunst und Kuchen" den Weg.

Tatsächlich nehmen seit 1994 Vorbeikommende die Einladung gerne an. Den Sommer über gibt es zwei bis drei wechselnde Ausstellungen. Um den Gästen den Aufenthalt auf dem Hof samt Galerieraum zu versüßen, backt Bracks Frau, die Künstlerin Marion Sander, bis zu acht Torten. Quark, Himbeerschmand, Schokotarte gab es am zurückliegenden Wochenende. Für die Radler, die auf dem Spreeradweg das Grundstück passieren, ein willkommener Rastplatz.

Michael Brack ist gerne Gastgeber. Es sei ein gutes Gefühl, wenn die Leute anhalten und reinschauen. "Und den Künstlern bieten wir eine Präsentationsmöglichkeit, von denen es viel zu wenige gibt."

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